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Sein legendärer Ausraster in Baku nagt immer noch an Sebastian Vettel.
Sein legendärer Ausraster in Baku nagt immer noch an Sebastian Vettel.(Foto: imago/Crash Media Group)
Mittwoch, 25. April 2018

"Das schlimmste Gefühl": Vettel muss Rambo-Gespenster vertreiben

Mit ganz bösen Erinnerungen reist Sebastian Vettel zum Großen Preis von Aserbaidschan. Sein skandalöser Rammstoß in Baku gegen WM-Rivale Lewis Hamilton schockt 2017 nicht nur die Formel-1-Welt, sondern auch Vettel selbst. Nun will er den Tiefpunkt überwinden.

Spätestens bei der Landung in Baku wird Sebastian Vettel eingeholt von den Geistern der vergangenen Saison. In einem teilweise bitteren Jahr 2017 war der Große Preis von Aserbaidschan der Tiefpunkt, emotional und moralisch. "Das schlimmste Gefühl hatte ich nach diesem Rennen", sagt der Ferrari-Pilot rückblickend - denn sein skandalöser Rammstoß gegen Lewis Hamilton verfolgte ihn: "Ich hatte damit zu kämpfen."

Am Sonntag (14.10 Uhr/RTL) kehrt die Formel 1 nun erstmals zurück ans Kaspische Meer, Vettel kommt als WM-Spitzenreiter, der große Rivale heißt erneut Hamilton. Und es dürfte kein Entkommen geben. Die Szenen vom vergangenen Jahr werden über Bildschirme in aller Welt flimmern: Safety-Car-Phase auf dem schnellsten Stadtkurs der Welt, Hamilton fährt an der Spitze aufreizend langsam, und Vettel sieht rot. Er lenkt seinen Boliden von der Seite in den Mercedes des Engländers.

"Billig", "verrückt"

Vettels Rammstoß ist in den Formel-1-Annalen verewigt.
Vettels Rammstoß ist in den Formel-1-Annalen verewigt.(Foto: imago/Crash Media Group)

Selten trat Vettels Jähzorn so offen zutage wie damals in Baku, und dafür bekam er die Rechnung. Von Hamilton wurde er scharf kritisiert, von den internationalen Medien zerrissen. Wie ein "Pirat" sei er gefahren, wie "ein Teenager", "billig", "verrückt". Vettel selbst brauchte ein paar Tage, um seinen Fehler einzugestehen. Dann allerdings traf ihn die Erkenntnis mit voller Wucht, und so bleibt Baku in schlechter Erinnerung. Schlechter noch als die Unfälle und technischen Defekte, die Vettel später die WM kosten sollten.

"So ist das eben im Leben", sagt er, "Dinge, die du selbst verbockt hast, nehmen dich am meisten mit." Und beim Vergessen hilft wohl nur eins: Vettel muss es an diesem Wochenende besser machen. Er darf durchaus mit einigem Selbstbewusstsein ins Auto steigen. Die ersten beiden Saisonrennen hat der 30-Jährige gewonnen, auch im dritten war er siegfähig, und Mercedes mit Weltmeister Hamilton hat bislang deutlich mehr Probleme als erwartet. Voraussagen für den Grand Prix in Baku sind dennoch schwierig zu treffen.

Ungewöhnliche Unwägbarkeiten

Der Kurs bietet grundsätzlich einige Unwägbarkeiten angesichts seiner ungewöhnlichen Charakteristik. So stehen die Piloten auf der längsten Geraden im Formel-1-Kalender entlang der Uferpromenade rund 20 Sekunden auf dem Gas, durchfahren wenig später aber auch die engste Passage der Königsklasse: In der Altstadt ist die Strecke an einer Stelle nur etwas mehr als sieben Meter breit. Zudem können die Teams nur wenige Erkenntnisse aus den beiden Vorjahren ziehen, denn damals fand das Rennen jeweils im heißen Sommer statt.

Im April ist es bei Temperaturen um momentan 20 Grad deutlich kälter in Baku, die Reifen und die Kühlsysteme werden damit völlig anders beansprucht. Vettels Ferrari ist bislang allerdings ein Alleskönner, Hamiltons Mercedes eher eine Diva. Die Unwägbarkeiten könnten damit für den Deutschen sprechen. Gewonnen haben übrigens beide Piloten noch nicht auf den Straßen von Baku. Hamilton griff zwar im vergangenen Sommer nach dem Sieg. Doch dann kam von links ein rotes Auto angerauscht.

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Quelle: n-tv.de