Formel1

"Ihr habt es verbockt" Vettel schimpft über Ferrari-Entscheidung

Viel weiter könnten die Emotionen bei den beiden deutschen Formel-1-Piloten nicht auseinander liegen. Während Aushilfsfahrer Nico Hülkenberg im Racing Point ein starkes Rennen zeigt, fällt Sebastian Vettel in der ersten Kurve weit zurück. Und ist mit einer Ferrari-Anweisung danach hörbar unzufrieden.

Nach dem Frust-Erlebnis von Silverstone motzte Sebastian Vettel unverhohlen und kritisierte sogar seinen Ferrari-Rennstall. Ein Blitz-Dreher und eine verpatzte Reifenstrategie beim Taktik-Coup von Max Verstappen in Silverstone zerstörten das Rennen des viermaligen Formel-1-Weltmeisters vollends. "Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt", meckerte der Hesse nach seinem ersten verfrühten Boxenstopp, der ihn beim Jubiläumsrennen der Motorsport-Königsklasse in heftigen Verkehr zurückschickte. "Nach dem ersten Stopp war dann Quark, von da an haben wir keinen guten Job gemacht, was die Strategie betrifft."

Am RTL/ntv-Mikrofon erklärte Vettel kurz nach dem Rennen: "Wir hatten nicht den Mut", es auf der Strecke zum Duell mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc kommen zu lassen. Stattdessen habe das Team "es vorgezogen, mich an die Box zu rufen, um das Ganze zu umgehen." Statt freier Fahrt hatte der Deutsche dann allerdings gleich mehrere Autos vor sich: "Das hätten wir umgehen können, wenn ich länger draußen geblieben wäre."

Teamchef Mattia Binotto wollte den Vorwurf so nicht stehen lassen: "Wir haben Seb mit der Strategie nicht bestraft. Sein Rennen war durch den Start beeinträchtigt, das wog schwerer als die Strategie", sagte der 50-Jährige bei Sky Italia.

Verstappen schockte dagegen im Taktik-Thriller mit seinem ersten Formel-1-Saisonsieg Branchenprimus Mercedes. Mit einer meisterhaften Reifen-Strategie verwies der Red-Bull-Mann das in diesem Jahr erstmals geschlagene Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas auf die Plätze zwei und drei. "Wir waren heute einfach nicht konkurrenzfähig. Wir müssen uns überlegen, woran es lag", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

"Gab einen Schlag von hinten"

Vettel geriet schon in der ersten Kurve mit seinem Ferrari ins Schlingern und drehte sich von der Piste. Der 33-Jährige hatte noch Glück, dass er keinen Konkurrenten touchierte. "Es gab einen Schlag von hinten, ich habe das Heck verloren", klagte Vettel. Im Training hatte sein Ferrari einen Motorschaden gehabt, im Rennen wurde er von Startplatz elf erstmal ganz nach hinten durchgereicht, fuhr am Ende als 12. über die Ziellinie. Aushilfsfahrer Nico Hülkenberg kam auch nicht so gut weg wie erhofft. Er habe auch nicht viel üben können, bemerkte Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer, lobte den Rheinländer aber im gleichen Atemzug für die Runden danach: "Er macht das gut."

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Der Ersatzmann des Mexikaners Perez bekam sofort Druck von Verstappen und verlor als sensationeller Start-Dritter einen Platz, am Ende belegte er nach einem zusätzlichen Reifenwechsel den siebten Platz. "Ich habe die Zugspitze vor mir, dabei bin ich kein Bergsteiger, habe aber meine Bergsteigerschuhe mitgebracht", meinte Hülkenberg lachend vor seinem zweiten Renneinsatz für Racing Point, nachdem ihn vergangene Woche ein Kupplungsschaden ausgebremst hatte.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa