Sport
Montag, 02. Juli 2012

Spieler verteidigen Bundestrainer: "Löw ist nicht schuld"

Einige Spieler der bei der Europameisterschaft gescheiterten deutschen Nationalmannschaft nehmen den wegen vermeintlicher Aufstellungsfehler in die Kritik geratenen Bundestrainer Löw in Schutz. Sie suchen die Schuld bei sich selbst.

Neue Situation. Der Bundestrainer in der Kritik.
Neue Situation. Der Bundestrainer in der Kritik.(Foto: dpa)

Einige Spieler der deutschen Nationalmannschaft halten die Diskussionen um Bundestrainer Joachim Löw für völlig überflüssig. "Keiner sollte meinen, dass der Trainer an irgendwas schuld sei. Wir Spieler hätten besser arbeiten müssen. Es ist ein Alibi, den Trainer nun als Grund vorzuschieben. Er bereitet uns so gut wie möglich vor, mehr geht nicht", sagte etwa der 22-jährige Jerome Boateng vom F.C. Bayern München in der "Sport Bild", auch wenn er einräumte: "Unser Plan ist nicht aufgegangen."

Auch sein Münchner Vereinskollege Toni Kroos stärkt Löw den Rücken. "Wir wollten unser Spiel durchbringen, das hat doch mit der taktischen Umstellung nichts zu tun. Wir haben dieses Spiel verloren, weil wir dumme Fehler gemacht haben, einfache Fehler, die der Gegner ausgenutzt hat", äußerte der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler im "kicker" und wies grundsätzliche Kritik an Löw zurück.

Mesut Özil versteht die ganze Aufregung nach dem 1:2 im EM-Halbfinale gegen Italien ebenfalls nicht. "Wegen einem knappen Ergebnis solche Diskussionen? Wir hätten in der Anfangsphase drei Tore erzielen können. Und nun soll ein Trainer das verhindern?", hatte der Spielmacher von Real Madrid gesagt und ergänzt: "Seit ich dabei bin, kriegen wir viel Lob - vor allem im Ausland. Seit vielen Jahren. Und jetzt soll alles falsch sein?"

Löw hatte nach der Niederlage die Verantwortung übernommen, wollte grundsätzliche Dinge aber nicht infrage stellen. Auch Fragen nach seiner eigenen Zukunft wies der 52-Jährige als unpassend zurück. Boateng braucht jetzt erst einmal Zeit, "um das alles zu verarbeiten. Diese Niederlagen mit Bayern und der Nationalelf trägt man sein ganzes Leben mit sich herum". Auch Kroos kann die Enttäuschung "nicht so einfach abschütteln. Das sitzt tief. Aber der Urlaub ist dazu da, den Kopf freizukriegen."

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Quelle: n-tv.de