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Mehmet Scholl
Mehmet Scholl(Foto: imago/Team 2)
Montag, 11. Juli 2016

"Keinen Blödsinn machen": Mehmet Scholl spricht sich für Löw aus

Trotz des historischen EM-Siegs gegen Italien geht Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl danach mit Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hart ins Gericht. Nun lässt er ganz andere Töne anklingen.

Mehmet Scholl hat seine eigene Kritik an Bundestrainer Joachim Löw relativiert. "Bitte, Jogi, nicht zurücktreten", sagte er. Löw solle "keinen Blödsinn machen." Schließlich habe er fünfmal hintereinander im Halbfinale eines großen Turniers gestanden.

TV-Fußball-Experte und Ex-Nationalspieler Scholl hatte nach dem historischen Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien im Viertelfinale den Bundestrainer und seinen Beraterstab scharf kritisiert. Anlass war eine Systemumstellung von Vierer- auf Dreier-Abwehrkette. Löw wollte so mehr Flexibilität für die Außenverteidiger in der Offensive erreichen und zugleich bei gegnerischem Ballbesitz die Defensive stärken.

Scholl plädierte dafür, ab einem bestimmten Zeitpunkt in einem Turnier die Spiele immer mit derselben Formation und Besetzung zu beginnen. Die Vorzüge betonte er auch im EM-Finale Frankreichs gegen Portugal immer wieder. Nun relativierte er seine harte Kritik. Ob ein Trainer wegen der gegnerischen Mannschaft die Taktik der eigenen umstelle, sei "eine reine Philosophiefrage".

"Spieler vertrauen ihm"

Einer der Gründe, warum Scholl ein so positives Fazit über die EM der DFB-Elf und Löw zog, ist dessen Umgang mit seinen Akteuren: "Die Spieler fühlen sich wohl, sie vertrauen ihm", sagte der Europameister von 1996. Die Zusammensetzung des deutschen Kaders sei eine gute Mischung aus Nachwuchs- und erfahreneren Spielern.

Löw kokettierte nach dem EM-Aus der deutschen Mannschaft gegen Gastgeber Frankreich mit einem Rücktritt. Sich zu seiner Zukunft definitiv geäußert hat er sich bislang nicht. Derzeit ist Löw im Urlaub. Mit dem Deutschen Fußball-Bund hat er noch einen Vertrag bis ins Jahr 2018. Dann findet in Russland die Weltmeisterschaft statt.

Quelle: n-tv.de