Fußball-EM

Lewandowski trifft Spanien vergibt Elfer und Polen jubelt

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Robert "Lewy" Lewandowski jubelt über seinen wichtigen Treffer.

(Foto: imago images/Newspix)

Gegen Schweden passten und passten die Spanier den Ball. Ein Tor wollte nicht fallen. Gegen Polen treffen sie. Aber dann kommt erst Lewandowski, dann ein verschossener Elfmeter und überhaupt haufenweise Pech. Was ist nur mit den Spaniern los? Die Gruppe E bleibt kompliziert.

Robert Lewandowski klatschte nach dem Schlusspfiff dreimal in die Hände und gab dann im Kreis seiner Teamkollegen den Einpeitscher. Mit seinem ersten Turniertor hatte der Weltfußballer von Bayern München Polen vor dem frühen EM-K.o. bewahrt - nach harscher Kritik zum Auftakt. Sein Kopfball in der 54. Minute sicherte ein 1:1 (0:1) in Sevilla gegen Spanien und wahrte die Chance auf das Achtelfinale. Die Polen haben das Weiterkommen jetzt selbst in der Hand: Mit einem Sieg im letzten Vorrundenspiel am Mittwoch (18 Uhr) gegen Schweden würden sie in die K.o.-Runde einziehen.

Für Spanien hatte ausgerechnet der umstrittene Alvaro Morata (25.) die spanische Torflaute beendet, doch zum ersten EM-Sieg reichte es nicht. Der Weltmeister von 2010 verspielte die Führung, die der zuletzt ausgepfiffene Stürmer mit dem ersten Treffer der Furia Roja nach 219 Minuten erzielt hatte. Die Spanier, die einen Foulelfmeter nach Videobeweis durch Gerard Moreno (58.) verschossen, brauchen im letzten Gruppenspiel am Mittwoch (18 Uhr) gegen die Slowakei ebenfalls einen Dreier zum Einzug ins Achtelfinale. "Es war schlecht. Wir haben es bis zum Ende versucht, aber es fehlen einfach die Tore. Natürlich stehen wir unter Druck", sagte Kapitän Jordi Alba, "aber man darf den Glauben nicht verlieren."

"Lewy" antwortet Kritikern

Lewandowski stand unter besonderer Beobachtung. Nach dem schwachen Auftritt gegen die Slowakei (1:2) war der 32-Jährige in Polen heftig kritisiert worden. Zudem hatte Spaniens Ferran Torres angekündigt: "Unsere Innenverteidiger werden ihn auffressen." Zunächst fiel der Bundesliga-Rekordtorschütze als Vorbereiter auf, Mateusz Klich zog aus 20 Metern ab, der Ball senkte sich auf das Tornetz (6.). Das Rezept der Polen: mit frühem Pressing den spanischen Ballbesitzfußball unterbinden. Doch der Favorit fand immer wieder spielerische Lösungen, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, schon zur Halbzeit lag der Wert wieder bei 70 Prozent.

Der Weg in den gegnerischen Strafraum gestaltete sich aber schwierig, immer wieder spielten die Spanier quer, den Flanken fehlte die Präzision. Polens Fünferkette hatte zunächst wenig Probleme. Bezeichnend: Das Führungstor war ein Zufallsprodukt. Dem von den Fans geforderten Moreno, den Trainer Luis Enrique in den Dreier-Angriff neben Morata und Leipzigs Dani Olmo gestellt hatte, verunglückte ein Schussversuch. Der Ball kam zu Morata, der die Torflaute beendete.

Beinahe das 2:0, aber dann kommt Polen

Der Stürmer von Juventus Turin lief zu seinem Trainer und bedankte sich für dessen Rückhalt. Enrique hatte ihm eine Einsatzgarantie gegeben und die Fans aufgefordert, ihn zu unterstützen. Die empfingen ihn diesmal mit Applaus. Moreno, der erfolgreichste spanische Schütze in La Liga in der abgelaufenen Saison und Europa-League-Sieger mit dem FC Villarreal, legte mit einem starken Freistoß (34.) beinahe das 2:0 nach.

Bei den Polen wurde die Zuarbeit für Lewandowski trotz drei Umstellungen nicht besser - im Gegenteil: Der Bayern-Star verdingte sich weiter als Vorbereiter, seine Flanke setzte Karol Swiderski übers Tor (35.). Kurz vor der Pause kam Lewandowski doch noch zu seiner Chance: Nach einem Pfostenschuss von Swiderski sprang der Ball vor seine Füße, er scheiterte aber an Torhüter Unai Simon (43.).

Nach der Pause attackierten die Polen noch aggressiver und kamen durch Lewandowski, der sich im Kopfballduell durchsetzte, zum Ausgleich. Moreno scheiterte wenige Minuten später, als er den Elfer an den Pfosten setzte, Moratas Nachschuss verfehlte deutlich das Ziel. Auch kurz vor dem Abpfiff vergab Morata noch eine Großchance (84.).

Quelle: ntv.de, sue/sid

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