Fußball-WM

"Den Fehlschuss hatten wir" Für Flick und das DFB-Team "war es nicht genug"

Die Kritik nach der Pleite zum WM-Auftakt gegen Japan ist verheerend. Bundestrainer Hansi Flick muss sich harte Vorwürfe gefallen lassen, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Sieg aus der Hand gegeben hat. "Wir haben einiges zu tun", konstatiert auch er.

"Wir haben keinen Schuss mehr frei, den Fehlschuss hatten wir." Mit dieser Feststellung steigt Bundestrainer Hansi Flick in die Medienrunde nach der 1:2-Auftaktpleite gegen Japan bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ein. "Gestern Abend sind wir das Spiel im Trainerteam durchgegangen und haben viele Szenen analysiert. Wenn man ins Detail reingeht, war es nicht genug. Wir müssen an den Schrauben drehen und Dinge besser machen."

Im nächsten Spiel der Gruppe E gegen Spanien geht es am Sonntag (20 Uhr/ZDF, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) geht es schon gegen das Aus bei diesem Turnier. Es wäre das zweite Vorrunden-Aus hintereinander, nach dem Debakel bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

"Wir haben einiges zu tun"

"Im Nachhinein muss man sagen, auch wenn über 70 Minuten Vieles positiv war, war es am Ende, wenn man ins Detail geht, nicht das, was wir uns vorgestellt haben", sagte Flick über die Japan-Partie. Jeder einzelne Spieler müsse schauen, das Spiel "für sich einfach besser" zu gestalten. "Wir haben einiges zu tun", sagte Flick.

In der Kritik steht vor allem die durchlässige Defensive. Vor allem die BVB-Profis Niklas Süle und Nico Schlotterbeck waren beim entscheidenden 1:2 nicht unschuldig, Süle hatte das Abseits aufgehoben, ehe Schlotterbeck zu weit weg von Torschütze Takuma Asano war. Die fehlende Stabilität der Verteidigung sorgte für Aufregung, einen Systemwechsel auf eine Dreierkette schloss Flick aber vehement aus.

Überhaupt nahm er das gesamte Team in die Verantwortung: "In der Offensive und Defensive brauchst du jeden Mann. Die gewünschte Kompaktheit konnten wir nicht herstellen, vor allem in den letzten 20 Minuten. Wenn man 1:0 führt, muss man so ein Ding nach Hause spielen." Er betonte: "Wenn man zwei bis drei Hochkaräter hat, muss man das Spiel zumachen. Diese Effizienz haben wir vermissen lassen und hintenraus zu viele Fehler gemacht. Das betrifft die ganze Mannschaft. Diese Dinge werden intern klar angesprochen, das ist für die Mannschaft wichtig."

"Das ist schonmal positiv"

Auch Wechsel in der Startelf schloss Flick nicht aus, so könnte etwa Joshua Kimmich auf der rechten Abwehrseite auflaufen. "Sie können davon ausgehen, dass wir jede Position und Personalie diskutieren, das ist unsere Aufgabe." Am Sonntag gegen Spanien könnte möglicherweise Leroy Sané ins Team zurückkehren. Der Bayern-Profi, der gegen Japan wegen Knieproblemen ausfiel, trainierte am Tag danach laut Flick. "Das ist schonmal positiv." Sané war durch seinen Münchner Teamkollegen Jamal Musiala ersetzt worden, der im Spiel zu überzeugen wusste, dem jedoch der entscheidende Abschluss nicht gelang.

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Sicher dabei sein wird, wird auch wieder Kapitän Manuel Neuer. Spekulationen über Schulterprobleme des Torhüters entkräftete Flick. "Mir ist nicht bekannt, dass er Probleme hat. Ich habe ihn öfter darauf angesprochen. Er ist topfit, was das betrifft." Der 36-Jährige hatte sich Anfang Oktober eine Prellung des Schultereckgelenks zugezogen und durch die Verletzung sieben Pflichtspiele des FC Bayern verpasst. Erst Anfang November war der 36-Jährige zwischen die Pfosten zurückgekehrt. Es gab nun gegen Japan Diskussionen darüber, ob er das zweite Gegentor hätte verhindern können. Beim Schuss von Takuma Asano aus spitzem Winkel hatte der Keeper die kurze Ecke nicht zugemacht. Flick sprach Neuer von einer Mitschuld frei. "Die Gegentore müssen wir anders verhindern", sagte der Bundestrainer.

Zu Spanien, das sein Auftaktspiel gegen Costa Rica mit 7:0 gewann, konnte der Bundestrainer noch nichts sagen. "Ich habe das Spiel noch nicht gesehen. Das werde ich heute machen, dann kann ich eher sagen, ob es mich beeindruckt hat." Ein Sieg gegen die wie entfesselt spielenden Spanier muss am Sonntag her, um die Chancen auf das Achtelfinale mehr als theoretisch am Leben zu erhalten. Selbst bei einem Sieg liegt der Einzug in die K.-o.-Runde aber nicht mehr in der eigenen Hand.

Quelle: ntv.de, ara

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