Fußball-WM

Weniger als 10 Millionen Auch die DFB-Pleite sorgt für schwaches TV-Interesse

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Die Japaner verhagelten dem DFB den WM-Auftakt. Allzu viele Menschen in Deutschland sahen das aber nicht.

(Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist in Deutschland kein Publikumsmagnet: Selbst das erste WM-Spiel des DFB-Teams sorgt für vergleichsweise mäßiges Interesse. Die ersten Zahlen bestätigen Umfragen von kurz vor dem Start des umstrittenen Turniers.

Das erste Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der umstrittenen WM in Katar hat im Schnitt weniger als zehn Millionen Interessierte an die Fernseher gelockt. Bei der 1:2-Pleite gegen Japan am frühen Mittwochnachmittag hatten 9,23 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die ARD eingeschaltet, wie die AGF Videoforschung errechnete. Das ergab einen Marktanteil von 59,7 Prozent. Bei der WM vor vier Jahren in Russland hatten das Erste und das ZDF in den drei Gruppenspielen des DFB-Teams im Schnitt jeweils mehr als 25 Millionen Menschen erreicht, die Marktanteile lagen zwischen 76,3 und 87,4 Prozent.

Die frühe Anstoßzeit um 14 Uhr dient nur bedingt als Erklärung für das schwache Interesse am Spiel: Wie das Medienportal DWDL erinnert, "startete 2006 eine Partie gegen Ecuador um 16 Uhr, damals lag die Quote bei mehr als 80 Prozent, die Reichweite bei über 21 Millionen. Acht Jahre zuvor, also 2002, begann ein Deutschland-Spiel gegen Kamerun um 13:30 Uhr - damals schauten rund 15,7 Millionen Fans zu, das entsprach rund 77 Prozent Marktanteil. Und 2010 erreichte ein Spiel gegen Serbien, das um 13:30 Uhr startete, sogar ziemlich genau 22 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und damit verbundene, sehr starke 87 Prozent." Das zweite und für den Fortgang des Turniers vorentscheidende Spiel des DFB-Teams gegen Spanien wird am kommenden Sonntag um 20 Uhr (ZDF, MagentaTV und im Liveticker auf ntv.de) angepfiffen.

Ergebnis bestätigt Umfragen

Offenbar setzen viele Menschen ihre Vorsätze um, die umstrittene Winter-WM in Katar nicht oder nur eingeschränkt verfolgen zu wollen: Über die Hälfte (54 %) aller Befragten hatte nach einer von RTL und ntv in Auftrag gegebenen Umfrage kurz vor WM-Start nicht vor, Spiele in der Live-Übertragung zu verfolgen. Der Anteil derjenigen, die sich überhaupt Spiele - ob mit oder ohne deutsche Beteiligung - ansehen wollen, ist somit deutlich geringer als noch vor vier Jahren bei der WM 2018 in Russland: Damals wollten noch drei Viertel (76 %) aller Befragten zumindest einen Teil der Spiele ansehen. Auch von denjenigen, die sich generell für Fußball interessieren, will mehr als jeder Vierte (28 %) keine WM-Spiele verfolgen.

Von den Befragten, die sich keine Live-Übertragungen der WM-Spiele ansehen wollen, geben jeweils ähnlich viele Befragte an, dies nicht vorzuhaben, weil sie sich grundsätzlich nicht für Fußball interessieren (43 %) oder weil die WM in diesem Jahr in Katar stattfindet (45 %). Bezogen auf alle Bundesbürger bedeutet dies, dass fast jeder vierte Bundesbürger (23 %) die Spiele aufgrund des Austragungsorts nicht ansehen möchte.

Die Spiele des Mittwochs ohne deutsche Beteiligung blieben dann auch jeweils deutlich unter der Fünf-Millionen-Grenze. Die Abendpartie Belgien gegen Kanada (1:0) kam nur auf 4,33 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern (16,8 Prozent). Das Spiel der beiden deutschen Gruppengegner Spanien und Costa Rica (7:0) blieb mit 3,89 Millionen Menschen (21,9 Prozent) sogar unter vier Millionen. Der Streamingdienst MagentaTV überträgt alle 64 WM-Spiele, die Quoten hat MagentaTV bislang nicht publiziert.

Damit setzte sich der Negativ-Trend aus den ersten drei Tagen der umstrittenen WM in dem Wüsten-Staat fort. Am Sonntag, Montag und Dienstag hatte das ZDF aus Katar übertragen. Das Interesse ist deutlich geringer als bei der WM 2018 in Russland. Der Durchschnitt der Vorrunden-Spiele vor vier Jahren lag bei den ARD- und ZDF-Übertragungen bei über neun Millionen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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