Fußball

FC Bayern droht mieses Ende 26 Siege in Folge - und trotzdem kein Titel?

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Für Klara Bühl und Co. ist im Halbfinale Endstation.

(Foto: imago images/foto2press)

Der FC Bayern erlebt eine herausragende Saison. Die Frauen gewinnen bis April 26 Spiele in Folge, drei Titel sind möglich. Doch dann kommt das Aus im DFB-Pokal. Nun ist auch der zweite Titel futsch - und es droht mehr Ungemach. Die Bayern-Bosse loben, machen aber auch Druck.

Der FC Bayern macht FC-Bayern-Dinge. Was normalerweise als Garantie auf Erfolg gewertet werden kann, sieht in dieser Saison allerdings etwas anders aus. Da sind FC-Bayern-Dinge plötzlich nicht mehr unbedingt die Marke, die es zu erreichen gilt. Die Männer der Fußball-Abteilung hatten als sechsfacher Titelgewinner in der vergangenen Saison das Optimum erreicht. In diesen Wochen allerdings hakt es. Nach dem Aus im DFB-Pokal - bereits in der zweiten Runde war gegen Holstein Kiel Schluss - folgte die Pleite im Viertelfinale der Champions League gegen den Vorjahres-Final-Kontrahenten Paris St. Germain. Der sehr wahrscheinliche Gewinn der Deutschen Meisterschaft ist da nur ein kleiner Trost. Der neunte Titel in Folge löst sicherlich keine so großartigen Gefühle mehr aus wie noch der erste.

Und ausgerechnet jetzt machen es die Frauen des Klubs ähnlich wie die Männer. Auf das Aus im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Widersacher VfL Wolfsburg Anfang April folgt nun die Pleite im Rückspiel des Halbfinales der Champions League. Das Hinspiel hatten die Münchnerinnen noch 2:1 gewonnen, am Sonntag folgte nun eine 1:4-Niederlage beim FC Chelsea. Das Team von Trainer Jens Scheuer hat das Finale verpasst.

"Die Enttäuschung ist natürlich riesig. Wir hatten gute Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen", sagte er nach dem Spiel. Es habe "zu viele individuelle Fehler" seines Teams gegeben. Dennoch betonte Scheuer auf der Pressekonferenz: "Das ist in der Höhe nicht verdient. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Chelsea war nicht die bessere, aber die effektivere Mannschaft."

Bereits zur Halbzeit hatten die Londonerinnen das Hinspielergebnis egalisiert. Die Partie war anschließend ausgeglichen, doch Chelsea gewann mehr entscheidende Szenen. Die Partie lief schon auf die Verlängerung zu, als erst die frühere Wolfsburgerin Pernille Harder (84.) traf und dann auch noch Fran Kirby (90.+5) vollendete. Abpfiff, 4:1. Die Londonerinnen verhinderten damit den zweiten von drei möglichen Titeln für den FC Bayern.

Wahnsinniges Torverhältnis

Das ist bei den Frauen noch bemerkenswerter als bei den Männern. Denn noch am 1. April glaubte die Fußballwelt, das Team sei unbesiegbar. An jenem Tag vor gerade einmal vier Wochen hatte der FC Bayern den schwedischen Klub FC Rosengaard im Viertelfinale der Champions League mit 3:0 besiegt und damit den wettbewerbsübergreifend 26. Sieg in Serie eingefahren. Mit einem Torverhältnis von 104:6 wohlgemerkt. Mehr Übermacht geht nicht.

Doch dann kamen die Bayern-Dinge ins Stocken. Erst das Pokal-Aus, dann eine überraschende 2:3-Pleite in der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim und nun auch noch die Champions League.

Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge gratulierte dennoch: "Das Erreichen des Halbfinales war eine tolle Leistung, das ist uns im Frauenfußball erst zum zweiten Mal gelungen - und wir sind alle überzeugt, dass wir diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben werden." Er sagte weiter: "Jetzt richten wir den Fokus auf unser großes Ziel, die Meisterschaft."

Der Druck ist groß

Doch selbst die, und damit der dritte mögliche Titel, ist seit dem Hoffenheim-Spiel längst nicht mehr sicher: Der ewige Konkurrent VfL Wolfsburg ist bis auf zwei Punkte herangerutscht. Am Sonntag (13 Uhr) steht das direkte Duell an, das drei Spieltage vor Schluss eine Vorentscheidung bringen kann.

Viel Zeit, das verpasste Königsklassen-Finale zu verarbeiten, bleibt dem FC Bayern damit nicht. Deutsche Meisterinnen waren sie zuletzt in der Saison 2015/2016 - anders als bei den Männern wäre der Titelgewinn also ein überaus freudiges Ereignis. Doch der Serienmeister bei den Frauen, der VfL Wolfsburg gewann seit 2016/17 jede Spielzeit, droht, auch den dritten möglichen Titel noch zu verderben. Und damit das Ziel, das Vereinspräsident Herbert Hainer setzt: "Es ist unser Anspruch, auch mit unseren Fußballerinnen internationale Spitze und in Deutschland die Nummer 1 zu sein." Der Druck ist also groß. Für FC-Bayern-Dinge ist ein Titel nach eigenem Anspruch Pflicht.

Quelle: ntv.de

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