Fußball

Jena im Europa-Endspiel 1981 Als fast kein "Klassenfeind" zum Finale kam

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Jena kämpfte, wurde aber zumindest im Finale nicht belohnt.

(Foto: picture alliance / Hartmut Reeh)

Es ist das größte Spiel in der Geschichte von Carl Zeiss Jena - und die Erinnerung daran entlockt dessen damaligem Trainer Hans Meyer auch 40 Jahre später noch die Worte "frustrierend" und "respektlos". Was nicht an der Niederlage liegt, die der DDR-Klub heute vor 40 Jahren in Düsseldorf erlebte.

Trainer-Ikone Hans Meyer schwärmt immer noch, wenn er auf jene Mannschaft von Carl Zeiss Jena angesprochen wird, die 1981 das Europapokalfinale der Pokalsieger gegen Dynamo Tiflis erreichte. Auf dem Weg ins Endspiel im Düsseldorfer Rheinstadion wurden immerhin Hochkaräter wie die AS Rom (trotz 0:3-Niederlage im Hinspiel und dank eines 4:0 -Heimerfolgs im Rückspiel), der FC Valencia und Benfica Lissabon ausgeschaltet, dazu den AFC Newport County aus Wales.

"Dass wir dann Mannschaften mit den Weltfußballern Falcao und Kempes eliminiert haben, spricht in einem hohen Maße für den Charakter, die Disziplin, die körperliche Leistungsfähigkeit und die Teamfähigkeit unserer Mannschaft", betonte Meyer, damals Chefcoach der Thüringer und heute Präsidiumsmitglied von Bundesligist Borussia Mönchengladbach.

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Volles Haus sieht anders aus.

(Foto: imago sportfotodienst)

Jener 13. Mai 1981 markierte den größten Tag in der Klub-Historie von Jena, auch wenn das Team am Ende trotz 1:0-Führung mit 1:2 als Verlierer den Platz verlassen musste. Das Meyer-Team war damals drauf und dran, noch weitere Tore gegen die Stars aus Tiflis, die damals das Gerüst der sowjetischen Nationalmannschaft stellten, zu erzielen. Gerhard Hoppe hatte den DDR-Klub in der 63. Minute in Führung gebracht, doch Wladimir Guzajew (67.) und Witali Darasselija (87.) drehten die Partie danach jedoch zugunsten des Klubs aus dem heutigen Georgien.

Dass allerdings nur rund 9000 Fans ins Düsseldorfer Rheinstadion kamen, um zwei Teams aus dem damaligen "Ostblock" zu sehen, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar. In anderen Quellen ist sogar von gerade einmal 4750 Zuschauern die Rede. "Für ein Europacup-Finale und für die Spieler war es frustrierend und respektlos", meinte Meyer und ergänzte sarkastisch: "Das hatte natürlich Gründe. Ein Finale mit zwei Mannschaften aus dem 'Ostblock' mitten im Herzen vom BBKF (Bitterböser Klassenfeind, d.Red.) war nicht optimal, da wussten ja viele gar nicht, wo Tiflis und Jena liegen. Geschweige, dass man dort auch Fußball spielen durfte."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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