Fußball

"Erzähl einfach, was Du willst" Aubameyang setzt den BVB unter Druck

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Da ist das Ding: Pierre-Emerick Aubameyang ist bester Torjäger der abgelaufenen Bundesliga-Saison.

(Foto: imago/DeFodi)

Pierre-Emerick Aubameyang übertrumpft Robert Lewandowski. Der BVB-Angreifer schnappt sich zum ersten Mal die Torjägerkanone der Fußball-Bundesliga. Ein schönes Abschiedsgeschenk? Der Gabuner vermeidet zum Saisonende erneut ein klares Bekenntnis zum Klub.

Mit schelmischem Grinsen und der Torjägerkanone unter dem Arm verließ Pierre-Emerick Aubameyang das Stadion. Das Dortmunder Enfant terrible machte aus einem Stolz keinen Hehl. In erster Freude über das für ihn perfekte Finale im Zweikampf mit Robert Lewandowski um die begehrte Trophäe des besten Bundesliga-Schützen vergoss er sogar Tränen. "Lewi ist für mich der beste Stürmer in der Welt. Ihn zu schlagen, ist Wahnsinn", kommentierte der 31-malige Torschütze seinen Coup.  Allein sein zweiter Treffer wenige Minuten vor dem Abpfiff, der dem BVB das 4:3 über Bremen und ihm erstmals die Torjägerkanone bescherte, passte ins Bild von einem charismatischen Angreifer.

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Gleich dreimal war Aubameyang zuletzt vom Punkt gescheitert. Deshalb hatte Tuchel eigentlich Marco Reus als Elfmeterschützen auserkoren. Doch Aubameyangs kongenialer Mitstreiter, der wenige Minuten zuvor einen Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:3 sicher verwandelt hatte, überließ seinem Kumpel großzügig den Ball. Diese Chance ließ sich der 27-Jährige nicht nehmen und bewies diesmal Nervenstärke. "Ich habe die Verantwortung übernommen und getroffen. Ein großartiges Gefühl", sagte Aubameyang, "ich wollte die Torjägerkanone unbedingt gewinnen und war mir relativ sicher sie zu holen, wenn ich den Elfmeter reinmache. Deshalb war ich sehr fokussiert."

Der 31. Treffer des Torjägers sorgte bei Reus für große Erleichterung. "Wenn das schief gegangen wäre, hätte mir der Trainer die Ohren abgerissen", scherzte der deutsche Nationalspieler. Doch Thomas Tuchel sah großzügig über den Deal der beiden Ausnahmekönner hinweg: "Das war ja fast schon ein wenig kitschig, dass Auba dann auch noch trifft."

"Auba" schürt Spekulationen

Aubameyang ist der erst zweite Afrikaner nach Anthony Yeboah (1993 und 1994) und der vierte Dortmunder, der nach Lothar Emmerich (1965/66, 1966/67), Marcio Amoroso (2001/02) und Robert Lewandowski (2013/14) die Trophäe gewann. Zugleich stellte er Emmerichs Vereinsrekord aus der Saison 1965/66 ein. Für BVB-Keeper Roman Bürki ist das keine Überraschung: "Er bleibt jeden Tag nach dem Training 15 bis 20 Minuten auf dem Platz und übt Schüsse."

Ob sich die Dortmunder Fans auch in der kommenden Saison an den Tor-Salti und den Comic-Maskeraden des schnellen Angreifers erfreuen können, ist jedoch offen. Der Torschützenkönig schürte mit seine wenig konkreten Aussagen nach dem Bremen-Spiel erneut Spekulationen über einen Abschied schon in diesem Sommer. In der kommenden Woche werde er über seine Zukunft entscheiden, sagte er auf Italienisch, doch Übersetzer Massimo Mariotti wies hektisch auf das Pokalfinale am Ende ebendieser Woche hin. Aubameyang: "Wir werden mit dem Klub sprechen. Erzähl einfach, was Du willst."

Wichtige Notiz: Ein Gespräch mit dem Verein wäre ohne Wechselwunsch gar nicht notwendig. Schließlich besitzt der Gabuner einen Vertrag bis 2020. Aber Aubameyang ist eben ein Mann steter Extravaganzen. Mal leistete er sich einen unerlaubten Kurztrip nach Mailand, dann ließ er sich das Nike-Logo ins Haar rasieren, sein Tor im Derby bei Schalke 04 nutzte er zu einer Werbe-Aktion mit Wrestling-Maske. Der BVB ließ ihn aber an der langen Leine. Und "Auba" zahlte kräftig zurück.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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