Fußball

"Reißt euch zusammen!" BVB-Boss stärkt Favre und watscht Profis ab

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Bedient: BVB-Präsident Reinhard Rauball und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r.).

(Foto: dpa)

Ausgerechnet nach dem Paderborn-Debakel steht die BVB-Mitgliederversammlung an. Die Stimmung ist aufgeheizt, es gibt Pfiffe und Buhrufe - aber auch Vertrauen für Wackel-Coach Favre durch die BVB-Bosse, wenn auch mit Hintertürchen. Umissverständlich ist die Botschaft an die Spieler.

Trotz zuletzt desolater Leistungen steht Borussia Dortmund zu Trainer Lucien Favre. "Lieber Lucien, du hast weiter unser Vertrauen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Mitgliederversammlung des Vereins in den Westfalenhallen. "Aber: Am Ende ist Fußball immer über Ergebnisse definiert. Wir wünschen uns alle, dass es dir und der Mannschaft gelingt, eine Wende herbeizuführen. Dafür hast du alle Unterstützung, die wir dir geben können."

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An die Mannschaft richtete Watzke klare Worte. "Reißt euch zusammen, strafft euch und tretet so auf, wie das von Borussen erwartet wird", rief er den Spielern zu, die von den 767 Mitgliedern mit Pfiffen, Buh- und sogar "Schämt euch!"-Rufen empfangen worden waren. "Ihr müsst als Mannschaft wissen, dass es mit Worten nicht getan ist. Ihr seid gefordert, Taten folgen zu lassen!"

Watzke berichtete von einer intensiven Analyse aller Verantwortlichen im Anschluss an das 3:3 gegen den SC Paderborn. Es sei zumindest ein Fehler in der Transferpolitik einzuräumen: "Wir hätten eine zweite Nummer neun verpflichten müssen. Das haben wir nicht getan. Das war falsch." Sportdirektor Michael Zorc hatte nach einer Krisensitzung der Bosse am späten Freitagabend bereits am Samstag klargestellt: "Wir gehen mit Lucien Favre in das Spiel beim FC Barcelona und erwarten, dass wir da eine deutliche Leistungssteigerung sehen." Nun hieß es sogar, auch am Samstag bei Hertha BSC soll der Schweizer definitiv auf der Bank sitzen.

"Darbietung nicht würdig"

Die Jahreshauptversammlung hatte mit Ehrungen und Berichten begonnen. "Auch an Tag zwei nach der katastrophalen Leistung von Freitag gibt es erhöhten Klärungs- und Redebedarf", sagte Präsident Reinhard Rauball, nachdem er zuvor schon in den "Ruhr Nachrichten" gepoltert hatte: "Die Darbietung vor der Pause war eines Vereins wie Borussia Dortmund nicht würdig. Wir sind naiv in Konter gelaufen, es ist für mich noch immer unvorstellbar, wie sehr wir gegen Paderborn in Verlegenheit geraten sind." Auf der Mitgliederversammlung wurde Rauball ohne Gegenstimme in seinem Amt bestätigt, es war Rauballs achte Wahl zum Präsidenten. Er hatte die Borussia bereits in den Jahren 1979 bis 1982 sowie 1984 bis 1986 angeführt und ist aktuell seit 2004 im Amt.

BVB-Kapitän Marco Reus wiederholte die Selbstkritik vom Freitag und nahm Favre erneut in Schutz. "Wir dürfen die Verantwortung nicht immer weiter schieben", sagte Reus zur jüngsten Kritik am Coach: "Wir auf dem Platz müssen in der Lage sein, ein Spiel wie gegen Paderborn zu gewinnen. Wir haben genug Qualität im Kader, um das zu zeigen." Reus forderte eine sportliche Wiedergutmachung in Barcelona: "Wir müssen zeigen, dass wir es besser können und das können wir. Aber dazu gehören bestimmte Tugenden."

Quelle: ntv.de, cwo/dpa