Fußball

"Dummheiten" berichtet worden BVB-Coach Favre rechnet mit den Medien ab

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Lucien Favre fühlt sich in den Medien oft nicht fair behandelt.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Er hatte es ja bereits angekündigt, nun hat er es auch offen ausgesprochen: Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre knöpft sich in einem Interview die deutschen Medien vor und beklagt einen "unprofessionellen" und bisweilen auch "übertriebenen" Umgang mit seiner Person.

Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre hat einen "unprofessionellen" und "übertriebenen" Umgang der deutschen Medien mit ihm beklagt. "Natürlich ist es für die Presse heute sehr, sehr schwer", sagte der Schweizer Fußball-Coach am Rande des BVB-Trainingslagers in Bad Ragaz der ARD-Sportschau. "Aber es war sehr, sehr übertrieben." Es seien auch, "das muss ich klar sagen, Dummheiten" berichtet worden.

Dem Trainer sei es bei all der Kritik viel zu wenig um die Analyse seiner Mannschaft gegangen. "Das ist unprofessionell", sagte Favre. "Das war für mich sehr, sehr übertrieben und unkorrekt." Die Menschen, die ihn gut kennen, wüssten, dass das für ihn "manchmal ein wenig schwer" gewesen sei. "Viele" hätten ihm gesagt, "in Frankreich oder der Schweiz", dass die Berichterstattung falsch sei. "Das war ein Skandal, haben sie gesagt", äußerte Favre.

Der 62-Jährige war seit Beginn seiner Zeit in Dortmund 2018 bereits mehrfach in die Kritik geraten. In der Fußball-Bundesliga erwies sich der FC Bayern trotz einiger Schwächeperioden am Ende stets als zu stark. Im DFB-Pokal und in der Champions League scheiterte der BVB unter Favre immer im Achtelfinale. Sein Vertrag endet im Juni 2021. Bis dahin will er beweisen, dass er den BVB zu großen Titeln führen kann.

Die Spieler stehen hinter Favre

Die Unterstützung der Spieler hat er. "Seit er gekommen ist, denke ich schon, dass wir die Stabilität für eine ganze Saison haben", sagt Marco Reus. Es habe zwar noch nicht für den großen Coup gereicht, "aber man kann sehen, dass wir näher rankommen", so der derzeit wieder einmal verletzte Kapitän.

Eine Vertragsverlängerung mit dem Schweizer ist derzeit kein Thema bei den Dortmundern. "Wir haben ein gewachsenes Vertrauensverhältnis zueinander. Verein und Trainer haben festgestellt, dass wir die Notwendigkeit einer Vertragsverlängerung nicht sehen. Wir gehen so in die Saison. Das haben wir miteinander vereinbart", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Klar ist: Favre muss jetzt liefern. Nach dem Verbleib von Jadon Sancho wird vom Stammpersonal nur Achraf Hakimi den Klub verlassen. Im belgischen Nationalspieler Thomas Meunier wurde bereits Ersatz gefunden. Top-Talent Jude Bellingham (17) verstärkt zudem das BVB-Mittelfeld. Von Spielern wie Julian Brandt, Erling Haaland und eben Sancho wird noch ein weiterer Schritt nach vorne erwartet. Ob Favre dafür der richtige Mann ist, wird sich zeigen. Ihm haftet der ewige Makel an, wichtige Spiele zu verlieren.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid