Fußball

Zweifel vor Bundesligastart BVB feiert sein spätes Pokalglück

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Applaus, Applaus: Marco Reus.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Es bedarf keiner Ausbildung zum Fußballlehrer, um das zu sehen, was Dortmunds Lucien Favre beim Pokaldrama in Fürth sieht. Es gebe "viele, viele Sachen" zu verbessern, sagt der neue Trainer. Zum Auftakt in der Bundesliga erwartet den BVB ein ganz anderes Kaliber.

Gerettet von zwei Last-Minute-Toren kann auch Borussia Dortmund mit seinem neuen Trainer Lucien Favre für die zweite Runde des DFB-Pokals planen. Das letztlich verdiente, aber eben auch glückliche 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim wackeren Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth hinterließ am Montagabend in mit seinen 15.500 Plätzen ausverkauften Sportpark Ronhof jedoch noch einige Zweifel an der Stärke des neuformierten BVB.

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Gerade noch rechtzeitig: Axel Witsel.

(Foto: imago/DeFodi)

"Wir wussten, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben", räumte Siegtorschütze Marco Reus nach den 120 intensiven Minuten ein. Nach dem Führungstreffer der Fürther durch Sebastian Ernst (77.) rettete zunächst der in der 74. Minute eingewechselte belgische Nationalspieler Axel Witsel in seinem ersten Spiel für den BVB seine Mannschaft mit einem Treffer 30 Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit (90.+5) in die Verlängerung.

Dort bewahrte Torhüter Roman Bürki gegen Fabian Reese (113.) die Dortmunder vor einem erneuten Rückstand, ehe Reus Sekunden vor dem Ende der Verlängerung (120.) und somit auch Sekunden vor dem Elfmeterschießen den entscheidenden Treffer erzielte. Bereits vor sechs Jahren hatten sich die Dortmunder unter ähnlich dramatischen Umständen in Fürth durchgesetzt: Damals gewannen sie das Halbfinale durch einen Treffer von Ilkay Gündogan in der 119. Minute. Der Schuss des Nationalspielers prallte vom Rücken des kurz zuvor für ein Elfmeterschießen eingewechselten Fürther Torhüters Jasmin Fejzic ins Netz. Im Finale schlug der BVB den FC Bayern dann mit 5:2.

"Zufrieden, weil wir weiter sind"

Wie 2012 zerstörte der Favorit also ganz spät die Träume des fränkischen Außenseiters. Aus dieser Nervenstärke wollen die Dortmunder Kraft für den Saisonstart in der Bundesliga gegen RB Leipzig am Sonntag (ab 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) schöpfen. "Jetzt ist man drin, wir fühlen uns bereit und freuen uns auf den Start", sagte BVB-Torwart Roman Bürki. Trainer Favre indes sah noch "viele, viele Sachen", die es zu verbessern gelte. Vor allem bei der Chancenverwertung offenbarte sein Team teils eklatante Schwächen.

Immerhin: "Wir sind zufrieden, weil wir weiter sind." Einen zusätzlichen Stürmer im Sommer-Schlussverkauf forderte Favre indes nicht. "Wir haben acht Torchancen, das genügt normalerweise", sagte der Schweizer. Wie Dortmund taten sich am Montagabend auch die Bundesligisten Hertha BSC beim 2:1 in Braunschweig und der SC Freiburg bei seinem Sieg im Elfmeterschießen beim Drittliga-Aufsteiger Energie Cottbus schwer. 16 der 18 Erstligisten schafften es am Ende in die zweite Pokalrunde, die Ende Oktober ausgespielt wird. Titelverteidiger Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart müssen dann zuschauen.

Bei der Auslosung am kommenden Sonntag ab 18 Uhr - im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund - sind immerhin noch vier Amateurklubs im Topf. Die Regionallisten SSV Ulm, SV Rödinghausen und SC Weiche Flensburg 08 sowie Oberligist BSG Chemie Leipzig hoffen dann auf einen großen Gegner, der dank des späten Glücks des BVB durchaus auch Borussia Dortmund heißen könnte.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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