Fußball

Red Bull ist überall dabei BVB will Gala, Leipzig droht Minuskulisse

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Abschlusstraining in Dortmund: die Spieler des FC Red Bull Salzburg. Im Europapokal müssen sie allerdings auf Geheiß der Uefa den Getränkekonzern im Namen weglassen.

imago/GEPA pictures

Zwei Teams aus der Bundesliga sind dabei, wenn es darum geht, ins Viertelfinale der zweiten europäischen Fußball-Liga einzuziehen: Borussia Dortmund trifft auf Red Bull Salzburg und erhofft eine Gala, RB Leipzig spielt gegen St. Petersburg - und will die stehende Null.

Borussia Dortmund - FC Red Bull Salzburg, 19 Uhr

Seit Peter Stöger am 10. Dezember den Trainerjob bei der Dortmunder Borussia antrat, hat die Mannschaft erst einmal verloren - im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern in München kurz vor Weihnachten. Was ihr seitdem allerdings etwas abgeht, ist der begeisternde Offensivfußball. Nur beim 1:1 im Bundesliga-Topspiel bei RB Leipzig zeigte der BVB zumindest ansatzweise, dass er auch das noch draufhat. Stöger durfte danach konstatieren, er habe vieles gesehen, was er sehen möchte: eine gute Körpersprache, gutes Pass-Spiel und Zweikampfverhalten, Bewegung in die Tiefe des Raumes: "Das macht dann Spaß."

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Bewerbungsspiel: Peter Stöger.

(Foto: dpa)

So soll es auch heute sein, wenn es im Achtelfinal-Hinspiel der Europaliga (ab 19 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) im Westfalenstadion gegen den FC Red Bull Salzburg geht. Dabei geht es für Stöger nicht nur, logisch, um das Erreichen des Viertelfinals; sondern auch darum, ob er über diese Saison hinaus in Dortmund bleiben darf. Da käme es ihm gelegen, gelänge seiner Mannschaft eine fantasievolle Fußball-Gala. Und würde das im Endspurt der Spielzeit gar konstant klappen, soll Stöger laut Hans-Joachim Watzke erster Ansprechpartner sein. Der Geschäftsführer hat bereits angedeutet, dass es was werden könnte mit einer Weiterverpflichtung Stögers. Der habe in der Liga noch kein Spiel verloren. Und wenn das so weitergehe, "wären wir schön blöd, wenn wir das nicht weitermachen würden". Auf jeden Fall sei Stöger "ein außergewöhnlich guter Trainer". Gegen seine österreichischen Landsleute muss Stöger diese wohlmeinende These neu beweisen. "Wichtig ist, dass wir die Intensität hochhalten können" - mit dieser Prämisse geht der in die Begegnung mit einem Team, das im Europapokal seit 17 Spielen unbesiegt ist.

Dortmund - Salzburg

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer - Weigl, Dahoud - Reus, Götze, Schürrle - Batshuayi. - Trainer: Stöger
FC Red Bull Salzburg: Walke - Ulmer, Ramalho, Onguene, Lainer - Samassekou, Wolf, Yabo, Berisha - Gulbrandsen, Dabbur. - Trainer: Rose
Schiedsrichter: Slavko Vincic (Slowenien)

Und sonst so? Hat die klar favorisierte Borussia sich dem üblichen Spielschal verweigert. "Wir bringen grundsätzlich keine Schals in den Verkauf, auf denen ein werbliches Logo gemeinsam mit unserem zu sehen ist", sagte Marketingdirektor Carsten Cramer. Keine Dose neben dem BVB-Wappen - da reagierte Salzburg mit einer eigenen Edition: Auf beiden Enden ist das RB-Logo zu sehen. "Echte Liebe", steht darauf spöttisch, "ist rot-weiß." 2000 Anhänger werden den österreichischen Meister und Spitzenreiter begleiten, so viele wie noch nie bei einem Spiel des Kunst-Vereins, der sich 2005 über den Traditionsklub Austria Salzburg gestülpt hatte. Große Teile des Bündnisses "Südtribüne Dortmund" boykottieren das Rückspiel am 15. März - sie werben dafür, stattdessen den 2005 neu gegründeten SV Austria zu unterstützen. Gegen eine Spende von mindestens zehn Euro werden symbolische Eintrittskarten verkauft, die später gegen ein Aktions-Shirt ("Tradition schlägt jeden Trend") eingetauscht werden können. "Wir können und werden Retortenklubs wie die aus Salzburg oder Leipzig nicht akzeptieren, da sie alle Werte mit Füßen treten, für die der Volkssport Fußball in unseren Augen steht", teilte das Bündnis mit.

RB Leipzig - FC Zenit St. Petersburg, 21 Uhr

Leipzig - St. Petersburg

RB Leipzig: Gulacsi - Laimer, Orban, Upamecano, Klostermann - Demme, Keita - Sabitzer, Forsberg - Werner, Augustin. - Trainer: Hasenhüttl.
FC Zenit St. Petersburg: Lunew - Smolnikow, Ivanovic, Mammana, Criscito - Kusinajew, Erochin, Predes, Osdojew - Kokorin, Rigoni. - Trainer: Mancini.
Schiedsrichter: Ovidiu Hategan (Rumänien).

Apropos Red Bull: Die Rasenballsportler aus Leipzig haben sich vorgenommen, gegen den FC Zenit St. Petersburg (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) einen Gegentreffer unter allen Umständen zu vermeiden. Kein leichtes Unterfangen: Mit 20 Toren ist der russische Erstligist das torgefährlichste Team im Wettbewerb. Und ohne Gegentreffer überstand Europapokal-Neuling Leipzig noch keines seiner Heimspiele. Und so sagt Trainer Ralph Hasenhüttl: "Wenn wir zuhause ein gutes Ergebnis, und gut ist für mich zu Null, erzielen wollen, müssen wir schaffen, was wir international noch nicht geschafft haben."

Weiterhin betonen die Leipziger, auch in der Europaliga so weit wie möglich kommen zu wollen. In der Liga sind sie allerdings als Tabellensechster derzeit nicht im Zielkorridor Champions League. Und am Sonntag geht's zum Aufsteiger VfB Stuttgart, der unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut plötzlich aufdreht. Und eine Woche später kommt der FC Bayern ins Zentralstadion. Nicht mal 72 Stunden zuvor fand das Rückspiel im WM-Stadion von St. Petersburg statt. Es könnten vorentscheidende Tage für die Ambitionen des deutschen Vizemeisters sein, der letztlich nichts anderes will, als auch in der nächsten Saison in der europäischen Meisterklasse zu spielen. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen und wir haben auch die Qualität, das zu schaffen", sagt Regisseur Emil Forsberg.

Apropos Zentralstadion: Obwohl die Tickets so günstig wie bei keinem anderen internationalen Heimspiel angeboten wurden (15 bis 55 Euro), werden wohl kaum mehr als 25.000 Zuschauer kommen. Schon beim 1:2 gegen den 1. FC Köln waren es nur 31.793 Besucher. Die Fans schlagen Alarm. "Die Anstoßzeit ist schwierig, das wissen wir, aber es kann doch nicht sein, dass gerade mal ein Viertel der Tickets bisher verkauft wurden", hieß es beim Fanclub "Südkurve Leipzig - Vorwärts Rasenball": "So können wir uns irgendwo unterhalb von Wolfsburg einordnen. Es ist echt peinlich."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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