Fußball

Der Trainer bleibt, die Not auch Bayer stimmt sich auf "brutale Saison" ein

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Die Bender-Zwillinge stehen mit Leverkusen vor einer "schwierigen Saison".

(Foto: imago/mika)

Lautstark fordern einige Fans von Bayer Leverkusen nach dem glücklichen Heim-Remis gegen Hannover 96 den Rauswurf von Trainer Heiko Herrlich. Bayer-Boss Rudi Völler hält weiter an seinem Coach fest. Der Kapitän stellt aber offen die Charakterfrage.

Die Fans auf den Barrikaden, die Verantwortlichen in Erklärungsnot: Bei Bayer Leverkusen steht nach dem mageren 2:2 (1:1) gegen Hannover 96 mal wieder alles auf dem Prüfstand, dem umstrittenen Trainer Heiko Herrlich stellte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler aber trotz der Stagnation im Tabellenkeller erneut eine Jobgarantie aus. "Wir verlieren jetzt nicht die Nerven. Es gibt kein Ultimatum im Moment, Heiko kann in Ruhe weiterarbeiten", sagte Völler, der sich aber ein Hintertürchen offen ließ. "In Zürich, in Bremen und auch in Gladbach müssen wir nun aber auch mal liefern", sagte der 58-Jährige mit Blick auf die restlichen Aufgaben im Oktober in der Europa League, in der Liga und im DFB-Pokal.

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Den Frust der Fans bekam neben Bayer-Coach Heiko Herrlich auch das kickende Personal zu hören.

(Foto: imago/Horstmüller)

Während Völler und Herrlich, deren Rauswurf von den Ultras nach dem Schlusspfiff lautstark gefordert wurde, zudem die fehlende Leichtigkeit und auch das notwendige Spielglück beklagten, stellte Kapitän Lars Bender zum wiederholten Male in dieser Saison die Charakterfrage und hakte das ursprüngliche Saisonziel Champions-League-Teilnahme bereits nach dem 8. Spieltag ab.

"Darüber müssen wir nicht mehr reden, Das wird jetzt für uns eine brutale und schwierige Saison", sagte der Spielführer der Werkself und beklagte die "fehlende Überzeugung" in seinem Team. "Überzeugung habe ich gesagt, nicht Mentalität", stellte er dann noch entschärfend fest, ohne selbst den Unterschied klarzumachen. Auch Torwart Lukas Hradecky, der bei den Gegentoren von U20-Nationalspieler Florent Muslija (25.) und Felipe (54.) machtlos war, forderte eine Ende der Lethargie bei der Werkself, die immer nur phasenweise ihr Können andeutet: "So kann es nicht weitergehen, wir müssen die Fehler schnell abstellen."

Hilflosigkeit in Überzahl

Vor allem nach der Gelb-Roten Karte gegen Felipe (58.) agierten die Gastgeber hilflos, auch wenn Joker Karim Bellarabi (90.+4) Bayer in der Nachspielzeit noch einen Punkt rettete. "Das war viel zu wenig", konstatierte Lars Bender, der in der 34. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte.

Damit meinte er auch den viel zu lasch geschossenen Handelfmeter von Wendell in der siebten Minute, den 96-Torwart Michael Esser ohne große Anstrengungen parierte. "Da hat schon der Anlauf nichts Gutes verheißen lassen", äußerte Völler zu dieser Szene, für die man aber nun wirklich nicht den Trainer verantwortlich machen dürfe. Für viele andere Unzulänglichkeiten aber schon.

Quelle: n-tv.de, Jürgen Zelustek, sid

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