Fußball

Torwart trifft entscheidendBenfica Lissabon spielt gegen sich selbst - und eskaliert in letzter Sekunde

28.01.2026, 23:58 Uhr
Anatoly-Trubin-SL-Benfica-scoring-a-goal-during-the-match-between-SL-Benfica-and-Real-Madrid-CF-valid-for-UEFA-Champions-League-2025-2026-at-Estadio-Lisboa-e-Benfica-on-28-January-2026
Anatoliy Trubin hebt ab. (Foto: IMAGO/Prime Sports Images)

Real Madrid und Benfica Lissabon treffen am letzten Gruppenspieltag der Champions League aufeinander. Das Spiel bietet alles: Schöne Tore, rote Karten und Spannung bis in die Nachspielzeit. Nur dass eine der beiden Mannschaften ebenjene zu verschlafen scheint.

97 Minuten nach Anpfiff ist zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon eine Menge passiert. Kylian Mbappé hat am letzten Spieltag der Champions League zwei schöne Tore geschossen, Real Madrid aber auch zwei Rote Karten kassiert. Für die Königlichen ist zu diesem Zeitpunkt des die Stimmung im Keller. Dennoch: Mit nur einem Tor würde der ewige CL-Krösus wieder in die Top 8 springen. Eine Niederlage hingegen wäre ein weiterer peinlicher Abend in einer peinlichen Saison.

Anders sieht das auf der Gegenseite aus. Benfica - unter Trainer-Urgestein José Mourinho - wähnt sich am Ziel ihrer Träume. Schließlich führt man gegen Real Madrid mit 3:2. Es ist schon tief in der Nachspielzeit, die ursprünglich angezeigten fünf Minuten sind schon abgelaufen. Torwart Anatoliy Trubin spielt auf Zeit, wo er kann, Mourinho wechselt sogar zwei Offensivspieler aus, um die Defensive zu stabilisieren. Doch das Stadion wird während der Nachspielzeit merkwürdig unruhig. Denn während die Zuschauer wissen, dass Benfica noch ein Tor braucht, scheint diese Nachricht beim Team selbst noch nicht angekommen zu sein.

Jubel, Trubin, Heiterkeit

Die UEFA hatte sich für den letzten Spieltag der Gruppenphase in der Königsklasse etwas ganz Besonderes überlegt: Alle 36 Teams spielen gleichzeitig, das sind 18 Partien, die allesamt um 21 Uhr angepfiffen werden. Und tatsächlich zeichnet die an diesem unübersichtlichsten aller Fußballabende mehrmals eingeblendete Tabelle das klare Bild: Benfica Lissabon ist raus, trotz der überraschenden drei Punkte gegen die Königlichen. Das eine Tor fehlt.

Und durch das Wogen des Stadions (oder irgendeinen Benfica-Mitarbeiter mit Internetzugang) kommt diese Nachricht endgültig auch bei der Mannschaft auf dem Platz an. Nach ebenjenen 97 Minuten. Spät, aber noch nicht zu spät. Der Schiedsrichter hat gerade noch einmal auf Freistoß für die Portugiesen in der gegnerischen Hälfte entschieden.

Auftritt Anatolji Trubin. Der 24 Jahre alte Schlussmann von Benfica Lissabon kommt, wie es feine Sitte ist, für den womöglich entscheidenden Freistoß mit nach vorn. Was passieren muss, passiert. Der Ball fliegt geradewegs zum Mann mit dem auffälligsten Trikot im Strafraum, in strahlendem Gelb segelt der Keeper dem Ball entgegen und köpft ein, als hätte er nie etwas anderes getan. 4:2 für Benfica. Jubel, Trubin, Heiterkeit. Fede Valverde sackt zusammen, David Alaba protestiert, doch Sekunden später ist das Spiel zu Ende und Benfica Lissabon in den Playoffs. Genauso wie Real Madrid. Die Gefühle zum Resultat könnten jedoch unterschiedlicher kaum sein.

Quelle: ntv.de, fpo

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