Fußball

Sturz vom Fifa-Thron Blatter vermutet Komplott gegen sich

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Sepp Blatter war seit 1998 Präsident der Fifa.

(Foto: dpa)

Im Oktober 2015 suspendiert die Ethikkomission der Fifa ihren Präsidenten Sepp Blatter. Der glaubte schon damals, dass er gestürzt wurde. Doch jetzt ist er überzeugt: Es waren die eigenen Leute, die ihn loswerden wollten - weil er "unbequem" war.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter vermutet, dass ein Komplott in den eigenen Reihen für seinen Sturz im Fußballweltverband verantwortlich war. "Ich kann mir nichts Gescheiteres vorstellen, als dass man einen unbequemen Präsidenten loswerden wollte", sagte der Schweizer dem "Spiegel".

Anlass für seine Vermutung ist eine Vereinbarung der Fifa mit der US-amerikanischen Rechtsanwaltskanzlei Quinn Emanuel. Diese wurde laut "Spiegel" früher geschlossen als bislang bekannt und angeblich ohne Blatters Wissen.

Die Anwälte sollten demnach eigentlich die Interessen der Fifa gegenüber dem US-Justizministerium verteidigen. Im späteren Verlauf des Skandals überwachten sie aber auch große Teile der Geschäfte des Fußballweltverbandes. Blatter erklärte, davon nichts gewusst zu haben.

"Man hätte mich informieren müssen"

Die Kanzlei soll dem Chefjuristen der Fifa Bericht erstattet haben, Marco Villiger. Zudem hätten der damalige Finanzchef Markus Kattner sowie der damalige Generalsekretär Jérôme Valcke den Auftrag unterzeichnet, heißt es.

"Ganz sicher hätte ich davon wissen müssen. Man hätte mich informieren müssen", sagte Blatter, der schon immer an ein Komplott geglaubt habe: "Aber doch nicht intern. Ich glaubte doch an meine Leute."

Blatter hatte im Juni 2015 - nur wenige Tage nach seiner Wiederwahl - seinen Rücktritt als Fifa-Präsident erklärt. Bis zur Wahl eines Nachfolgers wollte er aber noch im Amt bleiben. Als die Schweizer Bundesanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue und Misswirtschaft gegen ihn aufnahm, sperrte ihn die Ethikkomission der Fifa im Dezember des gleichen Jahres für acht Jahre für alle Tätigkeiten, die mit dem Fußball verbunden sind. Die Sperre wurde später von einem Berufungsgericht auf sechs Jahre reduziert.

Quelle: ntv.de, chr/sid