Fußball

Kein "Krieg an allen Fronten"? Borussia Dortmund hakt Sancho-Vorfall ab

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Alles wieder gut bei Jadon Sancho und dem BVB? Ja, sagen die Dortmunder.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Gegen den FC Barcelona steht Jadon Sancho nicht in der Startelf. Eine erneute Disziplinlosigkeit hatte sich der junge Engländer geleistet. Der BVB hakt den Vorfall schnell ab. Und setzt darauf, dass der 19-Jährige in Berlin eine Reaktion zeigt. Für Trainer Lucien Favre wäre das gut.

Was genau vor dem Spiel in der Champions League beim FC Barcelona vorgefallen ist, das sagt Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc nicht. Zum großen Thema soll der vermeintlich nächste Fehltritt von Jadon Sancho vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga nämlich nicht werden. Zu wichtig ist die Partie in der Hauptstadt. Für den sportlich kriselnden Verein, aber noch mehr für die Zukunft von Trainer Lucien Favre. So sagte Zorc bei Pressekonferenz am Mittag bloß: "Intern haben wir das längst besprochen. Mit ihm und der Mannschaft. Das Thema ist abgehakt und erledigt."

Der WDR hatte berichtet, dass der 19-Jährige vor der Partie an diesem Mittwochabend das Frühstück, die Teambesprechung und die mittägliche Trainingseinheit verpasst haben. Andere Medien schrieben, dass Sancho die Besprechung nicht gänzlich verpasst habe, dafür aber zu spät erschienen sei. "Das ist so nicht ganz richtig", sagte Zorc, der nach dem Wahrheitsgehalt der Berichte gefragt wurde. Weitere Aufklärung gab es nicht. Sancho stand gegen den FC Barcelona zunächst überraschend nicht in der Startelf. Nach der Einwechselung zur zweiten Halbzeit war er dann bester Borusse, erzielte das 1:3 und traf noch die Latte.

Zorc glaubt nicht an Winterwechsel

In den vergangenen Wochen hatten sich die Berichte über Undiszipliniertheiten des Engländers gehäuft. Auch einen Hang zur Arroganz hatte man ihm nachgesagt. Es wurde bereits Parallelen zum "Fall Ousmane Dembélé" gezogen. Das französische Ausnahmetalent hatte sich Ende August 2017 auf bizarre Weise zum FC Barcelona gestreikt. Der BVB kassierte immerhin ein stabiles Schmerzensgeld von 125 Millionen Euro. Dass Sancho nun ähnliche Pläne hege, den Klub zu entnerven und dann einen Wechsel womöglich noch im Winter zu erzwingen, das glaubt Zorc nicht. Zumindest habe er einen entsprechenden Eindruck nach Gesprächen mit Sancho und dessen Agentur nicht bekommen. An Interessen soll es indes nicht mangeln. Gehandelt werden Manchester United, Sanchos Jugendklub Manchester City und der FC Liverpool.

Am Vormittag hatte ein Bericht des englischen "Independent" derweil für Aufsehen gesorgt. Eine nicht näher genannte Quelle bezeichnete die Situation zwischen Sancho und der Borussia als "Krieg an allen Fronten". Sancho wolle den BVB demnach verlassen, die Borussen den Youngster loswerden. Das Portal "The Athletic" hatte den englischen Jung-Nationalspieler gerade erst mit den Worten zitiert, dass er sich "gedemütigt, ungeschützt und zum Sündenbock erklärt" fühle. Mehrere Dinge seien zusammengekommen, eine Suspendierung, eine hohe Geldstrafe und die Demütigung von München. Als "schmachvoll" habe er den Moment der Auswechslung in der 36. Minute des Topspiels beim FC Bayern empfunden.

Nun gegen Hertha steht Sancho auf jeden Fall im Kader. Weitere Konsequenzen aus dem Barcelona-Vorfall muss er nicht befürchten. "Jadon ist ganz normaler Bestandteil der Mannschaft", sagte Zorc und schob nach: "Ich hoffe, dass er morgen seine beste Leistung zeigt." Und zur Situation von Trainer Favre hieß es: "Wir haben Vertrauen zu Lucien, er arbeitet sehr hart, will die Trendwende schaffen. Wir glauben, dass wir das hinkriegen in dieser Konstellation." Ein Antwort darauf gibt's Samstag, ab 15.30 Uhr.

Quelle: ntv.de, tno