Fußball

"Würde ich drüber nachdenken" Bundestrainer? Findet Rangnick reizvoll

imago40654867h.jpg

"Nationaltrainer zu sein, das gehört zu den Dingen, über die ich in Zukunft nachdenken würde": Ralf Rangnick.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Joachim Löw hat zwar noch einen Vertrag bis zur WM 2022, aber so ganz grundsätzlich könnte es sich Ralf Rangnick schon vorstellen, mal eine Fußball-Nationalmannschaft zu trainieren - auch die deutsche. Erst aber einmal hat er im Red-Bull-Imperium genug zu tun.

Leipzigs früherer Sportdirektor Ralf Rangnick kann sich den Job des Fußball-Bundestrainers durchaus vorstellen. Grundsätzlich gelte: "Nationaltrainer zu sein, das gehört zu den Dingen, über die ich in Zukunft nachdenken würde", sagte er der "Zeit". Auch als möglicher Chefcoach beim DFB "würde ich den Fokus darauf richten, mich im permanenten Austausch mit den Klubs zu befinden, mir regelmäßig ihre Trainingseinheiten anzuschauen und dadurch die zukünftigen Talente mitzuentwickeln".

Bundestrainer Joachim Löw hat allerdings noch einen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Rangnick hatte bis Mai als Sportdirektor bei Rasenballsport Leipzig fungiert und unter anderem in der vergangenen Saison das Bundesligateam trainiert. Fortan wird er als wird Fußballchef der Red-Bull-Standorte in New York in den USA und Bragantino in Brasilien unter anderem für die Talententwicklung in den Regionen zuständig sein.

"Die Zukunft liegt nie in der Vergangenheit"

Darüber hinaus machte sich Rangnick für die Abschaffung der 50+1-Regel stark, welche die Übernahme der Klubs durch Investoren verhindert. "Das wird in 20 Jahren Geschichte sein, vielleicht auch schon früher. Bei aller Liebe zur Tradition: Die Zukunft liegt nie in der Vergangenheit", sagte er. Man solle darüber nachdenken, "inwieweit diese Regel noch zeitgemäß ist, ob nicht doch Modifizierungen notwendig wären. In anderen Ländern ist es normal, dass Klubs kommerzielle Besitzer haben, Netzwerke errichten und Ausbildungsvereine erwerben. Nur bei uns wird das verteufelt".

Rangnick forderte auch eine Lizenz für Manager. "Profifußball ist ein Geschäft, und die Klubs sind Wirtschaftsunternehmen geworden. Dieses Geschäft sollte grundsätzlich von Leuten gemacht werden, die wissen, wie es funktioniert." Er monierte neben der mangelnden Qualität auch die fehlende Ausbildung. "Sie brauchen in diesem Land einen Meisterbrief, um eine Fleischerei zu eröffnen. Aber wenn Sie einen Fußballverein führen wollen, fragt so gut wie niemand nach Ihrer Ausbildung." Rangnicks Fazit: Man müsse "verstärkt darüber nachdenken (...), für Manager eine Art Lizenzpflicht einzuführen".

Quelle: n-tv.de, sgi/sid/dpa

Mehr zum Thema