Fußball

City-Real und Juve-Lyon abgesagt Champions League droht Zwangspause

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Das Rückspiel der Partie zwischen Juventus Turin und Olympique Lyon wurde abgesagt.

(Foto: imago images/Sportimage)

Real Madrid unter Quarantäne, Zwangspause in mehreren Topligen: Europas Fußball stürzt ins Corona-Chaos. Nun werden neben Europa-League-Begegnungen auch mehrere Champions-League-Kracher abgesagt. In den Fokus rückt damit die Europameisterschaft im Sommer - eine Verlegung steht im Raum.

Die Champions League vor dem Abbruch, Real Madrid in Quarantäne, kein Ligabetrieb mehr in Spanien und Italien: Europas Fußball ist an einem schwarzen Donnerstag endgültig ins Corona-Chaos gestürzt. Fans auf dem gesamten Kontinent steht eine wochenlange Zwangspause bevor, deren Ende ebenso wenig in Sicht ist wie die Lösung zahlreicher logistischer Probleme.

Der wohl entscheidende Dominostein fiel am Mittag um 12.00 Uhr, als Spaniens Rekordmeister Real Madrid sein gesamtes Fußballteam, darunter auch Toni Kroos, in Quarantäne schickte. Vorausgegangen war ein positiver Test auf das Coronavirus bei einem Basketballer des Vereins, beide Teams teilen sich die Trainingseinrichtungen. Damit war wie zuvor schon in Italien das lange befürchtete Horrorszenario eines infizierten Profis Realität geworden. Die Reaktionen waren schnell und hart: Die spanische Liga stoppte ihren Spielbetrieb umgehend für zunächst zwei Wochen, zuvor waren "nur" Geisterspiele geplant gewesen. Italien hatte diesen Schritt schon eher gewagt, auch Länder wie Österreich, Schweiz, Rumänien oder die Slowakei stellten ihre Liga ein. Deutschland setzt dagegen - noch - auf Geisterspiele.

Riesige Fragezeichen stehen somit hinter der Champions und der Europa League. Die für kommenden Dienstag angesetzten Achtelfinal-Partien zwischen Manchester City und Real Madrid sowie zwischen Juventus Turin und Olympique Lyon wurden abgesagt. Juve-Verteidiger Daniele Rugani war positiv getestet worden. In der Europa League fielen am Donnerstag bereits zwei Begegnungen mit italienischer Beteiligung aus, ein Nachholtermin ist nicht in Sicht. Auch in den nationalen Ligen stellt sich somit die drängende Frage nach dem weiteren Prozedere. Auf- und Abstiege müssen geklärt, Titel ausgespielt werden.

Wird die EM verlegt?

Laut italienischen Medienberichten wollen die fünf größten europäischen Ligen (Deutschland, England, Spanien, Italien, Frankreich) die Uefa um eine Verlegung der EM bitten. Damit soll sichergestellt werden, die laufenden Saisons zu Ende spielen zu können - wann auch immer.

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Eine EM im Sommer wird immer unwahrscheinlicher.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Italien, wo das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Türkei und Italien stattfinden sollte, wurde die Liga sogar bis zum 3. April komplett ausgesetzt. Noch am Dienstag hatte die Uefa zum wiederholten Male betont, dass sie trotz des Coronavirus am Terminkalender für die Europameisterschaft festhalten wolle. "Es gibt keinen Grund, am geplanten Zeitplan etwas zu ändern", teilte der Verband auf SID-Anfrage mit und verwies darauf, dass noch keine Anträge auf eine Verschiebung des Turniers eingegangen seien.

Vorbild könnte Spanien sein, wo am Donnerstag alles ganz schnell ging. Nach einem Treffen des nationalen Verbandes und der Spieler-Gewerkschaft Afe herrschte Einigkeit darüber, dass die Notbremse gezogen werden muss. "Angesichts der Umstände bei Real und möglichen positiven Tests bei Spielern anderer Klubs sieht sich die Liga zu diesem Schritt gezwungen", hieß es. Real hatte noch am Sonntag bei Betis Sevilla (1:2) gespielt. Das Virus könnte sich auch dort ausgebreitet haben. Seinen Weg durch Europas Fußball hat es ohnehin längst angetreten.

Quelle: ntv.de, Erik Roos, sid