Fußball

Auf offener Straße Chef der Lazio-Ultras erschossen

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Die "Irriducibili" gehören zu den rechtsextremen Ultra-Gruppierungen.

(Foto: imago/Gribaudi/ImagePhoto)

Fabrizio Piscitelli ist tot. Der 53-jährige war nicht nur eine Schlüsselfigur in Roms krimineller Unterwelt. Er war auch Anführer der faschistischen Ultras von Lazio Rom. Piscitelli war kürzlich ins Visier von Drogenermittlern geraten. Es sei wahrscheinlich, dass der Mord mit Rivalen in Verbindung gebracht werden könne.

Der Anführer der Ultra-Gruppe "Irriducibili" des italienischen Fußball-Erstligisten Lazio Rom ist in einem Park in Rom erschossen worden. Laut übereinstimmenden italienischen Medienberichten wurde Lazio-Capo Fabrizio Piscitelli, nach einer bekannten Comic-Figur "Diabolik" genannt, am helllichten Tag mit einem gezielten Kopfschuss von hinten getötet. Zeitungen schreiben von einer "Hinrichtung". Er wurde 53 Jahre alt.

Piscitelli war kürzlich ins Visier von Drogenermittlern geraten und stand unter Hausarrest. Es sei wahrscheinlich, dass der Mord mit Rivalen in Verbindung gebracht werden könne, die daran interessiert seien, offene Rechnungen zu begleichen, heißt es in den Berichten. Piscitelli hat im Laufe seines Lebens ein beachtliches Vermögen angehäuft und galt als Schlüsselfigur der kriminellen Unterwelt Roms. 

Die "Irriducibili" sind die führende Ultra-Gruppe der Curva Nord (Nordkurve) im Stadio Olimpico in Rom, das sie sich mit dem Stadtrivalen AS Rom teilen. Die politisch extrem rechts orientierte Gruppe machte in der Vergangenheit immer wieder negativ auf sich aufmerksam. 2017 stimmten die anwesenden Lazio-Ultras während einer Anne-Frank-Lesung zum Gedenken der Opfer des Holocaust vor Spielbeginn faschistische Gesänge an. Im vergangenen August sorgte ein sexistischer Flyer im Stadion für internationale Aufregung. Darin wurden weibliche Lazio-Fans dazu aufgefordert, in der Curva Nord nicht in den ersten zehn Reihen zu stehen.

"Die Curva Nord ist ein heiliger Ort, Frauen, Ehefrauen oder Verlobte sind in den ersten zehn Reihen nicht erlaubt. Wir laden diejenigen, die das Stadion als Alternative zu einem romantischen Tag in der Villa Borghese wählen, ein, sich stattdessen für einen anderen Ort zu entscheiden", hieß es in dem Flugblatt. Nach Kritik aus dem Verein und Ermittlungen der Bundesanwaltschaft hieß es, das beziehe sich auf Frauen, die nicht Mitglied der Ultra-Organisation seien.  

Quelle: ntv.de, ino/sid