Fußball

Aus Elkeson wird Ai Kesen China organisiert sich neue Nationalspieler

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Elkeson jubelt künftig als Ai Kesen.

(Foto: imago images / Imaginechina)

Ansage von ganz oben: China soll bis 2050 zur Weltelite des Fußballs zählen, 2022 soll zumindest eine WM-Teilnahme heraus springen. Das ist der Wunsch der politischen Führung. Um diese Ziele zu erreichen, werden gerade zahlreiche Neu-Chinesen für die Nationalmannschaft heran geschafft.

Neue Stärke mit neuen Landsmännern? Die chinesische Nationalmannschaft soll offenbar mit einer Vielzahl eingebürgerter Profis auf ein höheres Level gebracht werden. Die Berufung des gebürtigen Brasilianers Elkeson könnte erst der Anfang einer neuen Politik des chinesischen Fußballverbands CFA sein, um die WM 2022 zu erreichen. Die ist aber auch nur ein Zwischenziel: Chinas Staatschef Xi Jinping möchte, dass China spätestens ab 2030 in Asien dominiert, ab 2050 hat das Land dann zur Fußball-Weltelite zu zählen.

"Wir wollen nach Katar", sagte Chen Xuyuan, der neue Verbandspräsident, laut Staatsmedien. Und China ist offenbar entschlossen, seine Nationalmannschaft mit weiteren ausländischen Spielern zu verstärken. Aktuell laufe die Einbürgerung von neun Profis, sagte Xuyuan, es gehe um Spieler mit und ohne chinesische Wurzeln. Weitere brasilianische Angreifer, die ihr Geld in der Chinese Super League verdienen, sollen dabei sein sowie der frühere englische Juniorennationalspieler Tyias Browning.

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Nico Yennaris läuft jetzt als Li Ke auf.

(Foto: imago images / Imaginechina)

Der erste eingebürgerte Nationalspieler Chinas feierte bereits am 7. Juni sein Debüt: Nico Yennaris - Sohn eines zyprischen Vaters und einer chinesischen Mutter, der mehrere Jugendländerspiele für England bestritten hatte - spielte 55 Minuten gegen die Philippinen. Um für China auflaufen zu dürfen, musste er die Entlassung aus der englischen Staatsbürgerschaft beantragen und sich einen neuen Namen geben: Yennaris heißt in China Li Ke.

Hymne und Flaggenkunde

Der Fußball-Weltverband Fifa ermöglicht es Spielern, künftig das Nationaltrikot eines neuen Verbandes zu tragen, solange sie noch keine A-Länderspiele in ihrem alten bestritten haben. Die chinesische Einbürgerungspolitik ist da deutlich strenger: In dem riesigen Reich mit über 1,3 Milliarden Einwohnern lebten noch 2010 nur 1448 eingebürgerte Chinesen, wie das englische Magazin "The Economist" berichtete.

Fußballer, die China künftig sportlich voranbringen sollen, bekommen vor ihrer Einbürgerung wie alle ambitionierten Neu-Chinesen einen speziellen Unterricht: Sie müssen die Flagge erkennen, die Hymne beherrschen und zumindest die Grundzüge der Ideen und der Geschichte der Kommunistischen Partei des Landes kennen. Die Vereine hätten die Aufgabe, ihre Angestellten dabei zu unterstützen, "patriotische Gefühle zu entwickeln". Mit Yennaris dürfte die politische Führung zufrieden sein: "Es war mir eine Ehre und ein erfüllter Traum für mich, das Nationaltrikot überzustreifen und für mein Land zu spielen", schwärmte er als Li Ke nach seinem Debüt.

Für das anstehende WM-Qualifikationsspiel der Asiaten auf den Malediven (10. September) hat Bundestrainer Marcello Lippi mit Elkeson nun erstmals einen Spieler ohne chinesische Abstammung berufen. Elkeson heißt jetzt übrigens Ai Kesen.

Quelle: n-tv.de, ter/dpa

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