Fußball

Nübel: "Nichts gegen uns gesagt" Clemens Tönnies bittet um Entschuldigung

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"Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung": Clemens Tönnies.

(Foto: imago images / Moritz Müller)

Clemens Tönnies ist wieder da. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 sagt, das mit seiner rassistischen Äußerung sei "voll in die Hose gegangen" und bittet um Verzeihung. Kapitän Alexander Nübel findet das Ganze eh nicht so schlimm: "Er hat ja nichts gegen uns gesagt."

Clemens Tönnies hat am ersten Tag seiner Rückkehr in die Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender seine rassistischen Äußerungen als "Fehler" bezeichnet. "Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen. Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung", sagte der 63 Jahre alte Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück dem Fernsehsender des Fußball-Bundesligisten aus Gelsenkirchen.

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Schalker Fans, eher kritisch.

(Foto: imago images / RHR-Foto)

Der so genannte Schalker Ehrenrat hatte am 6. August nach Tönnies' Äußerungen über Afrikaner und einem Gespräch mit dem Klubchef entschieden, dass dieser sein Amt drei Monate lang nicht ausüben darf. Das Gremium war zu dem Ergebnis gekommen, dass der "Vorwurf des Rassismus unbegründet ist". Vorzuwerfen sei Tönnies allerdings, "gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben".

Tönnies sagte nun: "Es war eine harte Zeit. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein. Das hat mir viele Gedanken gebracht, über das, was ich gesagt habe, wie ich es eigentlich gemeint habe und wie es insgesamt aufgenommen wurde." Er hatte in einer Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen.

Nübel: "Er hat ja nichts gegen uns gesagt"

Dabei sagte er: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Auch nach seiner Auszeit fühlt Tönnies sich falsch eingeschätzt: "Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun."

Die Öffentlichkeit will er, das hatte er bereits angekündigt, vorerst meiden. Das Spiel der Schalker am Samstag (ab 15.30 Uhr beim Bezahlsender Sky und im Liveticker bei n-tv.de) gegen Fortuna Düsseldorf schaut er sich nicht im Stadion an. Damit geht er weiter der Konfrontationen mit den Fans aus dem Weg, die seinen Rücktritt fordern. Bei den Spielern hingegen scheint das mit dem Rassismus noch nicht so ganz angekommen zu sein.

Kapitän und Torhüter Alexander Nübel sagte am Mittwoch bei Sky über Tönnies: "Er hat seine Strafe, die er vom Verein bekommen hat, jetzt abgesessen. Ganz so hoch würde ich das Thema nicht aufhängen. Das ist Sache vom Vorstand. Wenn er wieder da ist, nehmen wir ihn so wieder auf. Er hat ja nichts gegen uns gesagt."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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