Fußball

Pfiffe gegen Jatta in Karlsruhe Cleverer Kittel schlenzt HSV an die Spitze

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Sieggarant: Sonny Kittel schoss den HSV mit zwei Toren an die Tabellenspitze.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Gegen einen stark aufspielenden Zweitliga-Aufsteiger aus Karlsruhe behält der Hamburger SV nach einem Drei-Tore-Vorsprung am Ende nur knapp die Oberhand. Sandhausen gewinnt in Heidenheim in drei Minuten. Nürnberg entscheidet ein zähes Ringen gegen Osnabrück kurz vor Schluss.

Karlsruher SC - Hamburger SV 2:4 (0:2)

Der Hamburger SV hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga zurückerobert. Das Team von Trainer Dieter Hecking setzte sich mit 4:2 (2:0) bei Aufsteiger Karlsruher SC durch und holte damit den dritten Sieg in Serie. Die Tore für den HSV erzielten Stürmer Lukas Hinterseer per Foulelfmeter (16. Minute), Sonny Kittel mit einem überlegten Rechtsschuss und einem schönen Schlenzer aus 18 Metern (34./67.) sowie Jairo Samperio (90.+1). KSC-Verteidiger Daniel Gordon (76.) per Kopfballtreffer und Philipp Hofmann (88.) machten es zwar zwischenzeitlich nochmal spannend, zu mehr reichte es aus Sicht der Gastgeber aber nicht. Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine seit der Relegation 2015, als der HSV ebenfalls Knapp die Oberhand behielt.

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Flügelstürmer Bakery Jatta, bei dem es Zweifel an der Identität geben soll, kam erneut von Beginn an für die Hamburger zum Einsatz. Der Gambier wurde von einigen KSC-Fans während des Spiels ausgepfiffen. Sportdirektor Oliver Kreuzer entschuldigte für das Verhalten: "Das war nicht gut von unseren Fans. Dafür möchte ich mich entschuldigen." Die Karlsruher, die sich wegen Jattas unklarer Lage einen möglichen Protest gegen die Spielwertung offen gelassen hatten, rutschten nach der zweiten Niederlage in Serie ins obere Mittelfeld der Tabelle ab. Das lag vor allem daran, weil der HSV abgezockter agierte. Lediglich in der Schlussphase wurden die Gäste überraschenderweise immer schwächer. Nach dem herrlichen Schlenzer von Kittel zum 3:0 schien die Partie eigentlich durch. Gordon und Hofmann machten es aber nochmal spannend, dann aber traf Jairo Samperio für die cleveren Hamburger in der Nachspielzeit.

1. FC Heidenheim - SV Sandhausen 0:2 (0:0)

Der 1. FC Heidenheim hat die nächste Enttäuschung erlebt. Im baden-württembergischen Duell gegen den SV Sandhausen unterlag die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt am Sonntag mit 0:2 (0:0). Vor 10 500 Zuschauern entschieden der verwandelte Handelfmeter von Philipp Förster (60. Minute) und der Kopfballtreffer von Kevin Behrens (63.) die Partie. Mit dem verdienten Erfolg gelang dem SVS, bei dem Islands WM-Teilnehmer Rurik Gislason nicht im Kader stand, der zweite Sieg in Folge. Die Sandhäuser von Trainer Uwe Koschinat stehen mit sieben Punkten drei Zähler vor den Heidenheimern und haben vorerst Anschluss an die Aufstiegsplätze. Eine Woche nach dem 1:2 bei der SG Dynamo Dresden fehlten Heidenheim in einer mäßigen Zweitliga-Partie von Beginn an die Ideen. Nachdem Timo Beermann bei der besten Möglichkeit der Gastgeber mit einem Kopfball nur die Latte traf (52.), verursachte Oliver Hüsing den Handelfmeter. Vor dem 0:2 parierte FCH-Torhüter Kevin Müller zunächst gegen Förster. Der Abpraller landete dann jedoch bei SVS-Stürmer Behrens.

1. FC Nürnberg - VfL Osnabrück 1:0 (0:0)

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Johannes Geis erlöst den "Club" wuchtig.

(Foto: imago images / Zink)

Mit einem strammen Distanzschuss hat Neuzugang Johannes Geis die erste Krisensituation des 1. FC Nürnberg abgewendet. Mit seinem ersten Tor für den "Club" sorgte der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler am Sonntag in der 80. Minute für das umjubelte 1:0 (0:0) gegen den VfL Osnabrück. Mit sechs Punkten zog das Team von Trainer Damir Canadi vor 27 083 Zuschauern am 4. Spieltag mit dem gut gestarteten Aufsteiger gleich. Mit dem wuchtigen, neuen Mittelstürmer Michael Frey konnte der "Club" seine Angriffsschwäche nicht auf Anhieb beheben. Es war ein zäher Kampf bei hochsommerlichen Temperaturen. Die Osnabrücker kombinierten bisweilen ansehnlich. Ein Tor von Anas Ouahim wurde wegen einer aktiven Abseitsstellung von Marc Heider nach Videobeweis zurecht nicht anerkannt (27.). Auf der Gegenseite verlängerte Osnabrücks Joost van Aken einen Freistoß von Geis an den Pfosten (17.). Torwart Nils Körber war bei einem frechen Heber von Robin Hack fast von der Mittellinie (43.) und einem Distanzschuss von Iuri Medeiros (43.) zweimal gefordert. Er verletzte sich bei der zweiten Aktion und musste durch Philipp Kühn ersetzt werden. Der hatte lange wenig zu tun, war aber beim wuchtigen Linksschuss von Geis machtlos.

Und sonst:

Für Schlagzeilen am Wochenende sorgte auch der VfL Bochum, bei dem Trainer Robin Dutt nach dem teilweise blamablen 3:3 (0:3) gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden am Samstag selbst die Spekulationen um seine Zukunft befeuert und an Rücktritt gedacht hatte. Am Sonntagvormittag stand der 54-Jährige aber wieder wie gewohnt auf dem Platz. "Manchmal muss man die Fragen so frühzeitig klären, dass es auch Lösungen gibt", sagte der Fußballlehrer anschließend am Sky-Mikro und berichtete von einem Austausch mit Verantwortlichen des VfL.

Quelle: n-tv.de

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