Fußball

RB zählt für Dörner nicht DDR-Legende sorgt sich um die Ost-Klubs

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"Dixie" Dörner ist eine Legende des Ostfußballs.

Nur zwei positive Ausnahmen sieht Hans-Jürgen Dörner, wenn er für den Zustand der Fußball-Klubs im Osten spricht. Die DDR-Legende sorgt sich über die Vereine, weiß aber das jammern nichts hilft. Der Erfolg von RB Leipzig interessiert ihn derweil nicht sonderlich.

Der 100-malige DDR-Auswahlspieler Hans-Jürgen Dörner hat sich über den Zustand des ostdeutschen Fußballs beklagt. Dass in RB Leipzig ein Klub aus dem Osten in der Champions League spielt, hat für den 69-Jährigen dabei keine Bedeutung. "RB ist kein echter Ost-Klub. Den Verein nimmt hier niemand so richtig an, außer natürlich den Leipzigern", sagte Dörner im Interview der Portale Spox und Goal. 30 Jahre nach der Einheit haben die Ost-Vereine laut Dörner "nach wie vor große Probleme". Es sei ein enormer Rückgang, was die Vereine in den oberen Ligen betreffe.

"Es stimmt hundertprozentig, dass viele Vereine im Osten ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Generell sollten wir aber nicht jammern, sondern die Klubs müssen einfach versuchen, ihre Arbeit zu machen. Für Vereine wie Dresden oder Magdeburg muss mindestens die Zweite Liga das Ziel sein, weil die Dritte Liga ein finanzielles Grab für alle Mannschaften ist", so Dörner. Union Berlin und Zweitligist Erzgebirge Aue seien die positiven Ausnahmen. "Das sind zwei Traditionsvereine, die jahrelang etwas aufgebaut haben und vor allem Geduld hatten, die sich am Ende ausgezahlt hat", sagte Dörner.

"Langfristiges Denken und Handeln nötig"

Auch DFB-Präsident Fritz Keller hofft für die Zukunft auf einen Fußball-Aufschwung in den neuen Bundesländern. "Ich wünsche mir, dass wieder mehr der großartigen Traditionsvereine aus dem Osten in den ersten beiden Ligen spielen. Aber hierfür ist langfristiges Denken und Handeln nötig", sagte Keller in einem DFB-Interview.

Vor allem in strukturell schwächeren Regionen, die es in ganz Deutschland gebe, seien "alle Akteure des Fußballs gefragt, die Politik im Zusammenspiel mit der Wirtschaft, den Regional- und Landesverbänden sowie den Fans, kreativ zusammenzuarbeiten und so etwas zu bewegen", sagte Keller.

Obwohl bei der Wiedervereinigung - sowohl in der Gesellschaft als auch im Fußball - auch Fehler gemacht worden seien, bezeichnete der 63-Jährige die deutsche Einheit als "großartige Erfolgsgeschichte". Zwar wurden "viele Vereine im Osten von den Ereignissen und manchem Funktionär, der den schnellen und persönlichen Profit im Blick hatte, überrollt", so Keller. "Aber es gibt im Profi- wie im Amateurfußball begeisternde Beispiele an Klubs, die nachhaltig mit klaren Konzepten und deshalb erfolgreich wirtschaften."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid