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EM-Generalprobe für U21 DFB-Nachwuchs soll im Stresstest ans Limit

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Torjubel beim Freundschaftsspiel: Was kann der DFB-Nachwuchs gegen die Three Lions reißen?

(Foto: imago images / Sven Simon)

Die deutsche U21-Fußball-Nationalmannschaft steht heute Abend vor einem echten Härtetest: Die Elf von Stefan Kuntz muss gegen das seit 19 Spielen unbesiegte England ran. Auch wenn die Euphorie um den englischen Nachwuchsbereich groß ist: Demut ist unangebracht.

Die Zahlen aus England machten Stefan Kuntz durchaus neidisch. Keine zwei Tage dauerte es, bis alle 11.464 Tickets für die EM-Generalprobe der deutschen U21-Fußballer in Bournemouth verkauft waren. Vergangene Woche sahen gar 25.119 Fans den Test der Young Lions gegen Polen (1:1) in Bristol. "Was derzeit im englischen Nachwuchsbereich abgeht, ist wirklich beeindruckend", sagt Kuntz vor dem Stresstest des DFB-Teams auf der Insel.

Für die letzte offizielle Begegnung vor der EM im Juni hätte sich Kuntz daher wohl keinen besseren Gegner wünschen können. "Ein ausverkauftes Haus, ein super Spiel - das ist genau das, was du als Trainer haben willst", sagt der DFB-Coach angesichts der neuen Euphorie auf der Insel. Seit England vor zwei Jahren mit der U19 den EM- sowie mit der U17 und U20 den WM-Titel holte, gilt der Nachwuchs auch im Rest Europas als vorbildlich.

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Ob Trainer Kuntz am Dienstagabend so befreit lachen kann?

(Foto: imago images / Sven Simon)

Topstars wie der Dortmunder Jadon Sancho, der von Bayern München umworbene Callum Hudson-Odoi oder Tottenhams Juwel Dele Alli wären auch bei der U21-EM noch spielberechtigt für England, haben aber längst den Sprung zum A-Team geschafft. Der Kader kann sich aber auch so noch sehen lassen. "Da kommt das nächste Brötchen auf uns zu", sagte Kuntz nach dem jüngsten 2:2 gegen den Weltmeister-Nachwuchs aus Frankreich.

Löw klaut Kuntz die Topspieler

Und es ist ein Brötchen mit Weltklasse-Geschmack, das auch im Sommer auf das DFB-Team warten könnte. "Wenn es ganz toll läuft, können wir uns in Bournemouth auf ein EM-Halbfinale vorbereiten", sagte der 56-Jährige. Verstecken muss sich indes auch der DFB-Nachwuchs nicht. Denn während zu Englands A-Mannschaft derzeit "nur" fünf potenzielle U21-Spieler gehören, berief Joachim Löw gerade in Jonathan Tah, Timo Werner, Leroy Sane, Maximilian Eggestein, Kai Havertz, Julian Brandt, Thilo Kehrer und Lukas Klostermann gleich acht Akteure, die auch bei der EM in Italien und San Marino spielen könnten.

Demut ist also unangebracht - und das auch ob derletzten Begegnung der beiden Top-Nachwuchsteams, denn schließlich war es Deutschland, das 2017 den englischen Vierfach-Triumph verhinderte, die Young Lions im Halbfinale der U21-EM ausschaltete und drei Tage später den Titel holte.

Allerdings: Seit jenem EM-Halbfinale hat England keines seiner 19 Spiele mehr verloren. Zudem hat eine deutsche U21-Mannschaft in sechs Anläufen noch nie auf der Insel gewonnen. Die Begegnung wird daher ein echter Gradmesser, auch wenn Kuntz erneut Experimente ankündigte. Er wolle sehen, wo seinem Team "noch Limits" gesetzt seien, sagte er zuletzt: "Und dann müssen wir eine Idee finden, wie wir dieses Limit umgehen können. Vor dieser Herausforderung stehen wir."

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Die DFB-Teamkleidung hat er schon an, auf den Platz darf er noch nicht: Lukas Nmecha ist eine der Nachwuchshoffungen von Trainer Kuntz.

(Foto: imago images / DeFodi)

Nmecha nicht rechtzeitig spielberechtigt

Neben den acht Topkandidaten, die sich Löw schon für seinen A-Kader sicherte, plagen Kuntz weitere Personalsorgen: Er muss wohl weiter auf Überläufer Lukas Nmecha, der England im Finale der U19-EM 2017 zum Titel geschossen hatte, nun aber für die DFB-Auswahl auflaufen möchte. Für den in Hamburg geborenen Angreifer liegt derzeit noch keine Spielberechtigung vor.

Auch Hertha-Abwehrstar Jordan Torunarigha wird auf der Insel fehlen. Er reiste wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht mit nach Bournemouth und wird stattdessen bei Hertha BSC behandelt. Zuvor hatte bereits Stürmer Janni Serra erkältet abgsagen müssen. Auf eine Nachnominierung verzichtete DFB-Trainer Stefan Kuntz.

Quelle: n-tv.de, jho/sid/dpa

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