Fußball

Liga in Russland weiter im TV DFL, BVB, Hopp und fast alle spenden für Ukraine

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In der Liga bleibt es nicht nur bei Solidaritätsbannern.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der deutsche Fußball solidarisiert sich weiter mit den Menschen in der vom Krieg erschütterten Ukraine. Die DFL spendet eine Million Euro, der BVB startet eine eigene Aktion, Dietmar Hopp unterstützt eine DFB-Stiftung, zahlreiche Fangruppen organisieren sich. Ein Verein aber fühlt sich bedrängt.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) spendet eine Million Euro für die Menschen in der vom Krieg erschütterten Ukraine und versucht sich gleichzeitig an einem Schlag gegen die Propaganda der russischen Staatsmedien. Einen entsprechenden Beschluss hat das DFL-Präsidium gefasst.

In die Spende fließen sämtliche Einnahmen ein, die in der laufenden Saison noch durch den Vertrag mit dem russischen Medien-Unternehmen Match TV vorgesehen sind - und von dem die DFL nach eigenen Angaben "in der aktuellen Situation nicht profitieren möchte". Gleichzeitig wird zunächst auf eine außerordentliche Kündigung des Vertrags verzichtet, damit die "Antikriegs-Aufrufe und Friedensappelle aus den deutschen Stadien auch weiter die russische Bevölkerung erreichen".

Voraussetzung dafür ist, dass Match TV am kommenden Spieltag und darüber hinaus das von der DFL zur Verfügung gestellte Basissignal unverändert sendet - inklusive Ukraine-bezogener Botschaften von Liga, Spielern, Klubs und Fans. Die DFL "wird die Ausstrahlung der Bundesliga-Übertragungen diesbezüglich sorgfältig überprüfen". Sollte das "TV-Basissignal wiederholt zensiert werden, würde dies eine außerordentliche Kündigung der DFL zur Folge haben". Für den Fall, dass keinerlei Lizenz-Zahlungen mehr aus Russland eingehen, wird die Spende komplett von der DFL getragen. Die Summe wird Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt.

Die DFL hatte den russischen Angriff auf das Schärfste verurteilt - und eine Gedenkminute bei den Spielen der Bundesliga und der 2. Liga am vergangenen Wochenende empfohlen. Klubs und Spieler haben darüber hinaus zahlreiche eigene Aktionen durchgeführt, weitere sind für das Wochenende geplant. Die DFL wird mit Blick auf den kommenden Spieltag im internationalen Basissignal ebenso wie auf den eigenen digitalen Plattformen das Logo der Bundesliga und der 2. Liga als Zeichen der Solidarität in den Nationalfarben der Ukraine abbilden.

BVB bringt Hilfsgüter in die Ukraine

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Neben der DFL arbeiten auch zahlreiche Vereine an eigenständigen Spendenaktionen. So wird Bundesligist Borussia Dortmund 160 Tonnen an medizinischen Hilfsgütern auf den Weg in die Ukraine bringen. Die Aktion wurde in den letzten Tagen aus dem Verein heraus und von den Fans entwickelt und soll nur ein erster Schritt sein.

Auch Sponsoren des Ruhrgebietsvereins sowie die Profi-Mannschaft des Vereins haben bereits ihre Unterstützung der Kampagne angekündigt. Die Aktion wird ebenfalls vom Klinikum Dortmund und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe unterstützt. Den Fans soll über die vereinseigene Stiftung "Leuchte auf" ermöglicht werden, sich an der Spendenaktion zu beteiligen.

Zudem bietet der Klub für 10 Euro ein Solidaritätsband "#StandWithUkraine" an. Die Bänder werden auch zum Preis von 25 Euro und 100 Euro angeboten. In Zusammenarbeit mit Logistikpartner und der Hilfsorganisation Libereco werden die Hilfsgüter direkt bis in die Ukraine oder an die Grenze geliefert werden.

Hopp spendet

Auch Hoffenheim-Mehrheitseigner Dietmar Hopp hat bereits seine Unterstützung angekündigt. Er trägt mit seiner Stiftung eine Million Euro zur Soforthilfe des Deutschen Fußball-Bundes bei. "Im Angesicht des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands und des schrecklichen Leidens der Menschen in der Ukraine muss auch der Fußball klar Position ergreifen und sich dieser humanitären Verantwortung stellen", sagte Hopp: "Mit der Spende meiner Stiftung werden Hilfsgüter gekauft, die in den kommenden Wochen in der Ukraine dringend benötigt werden."

Bundesliga-Logo.

Das angepasste Bundesliga-Logo.

(Foto: DFL)

Am Montag hatten die DFB-Stiftung Egidius Braun und die Stiftung "Die Mannschaft" im Rahmen ihrer Initiative "Kinderträume" eine Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro für notleidende Kinder und Jugendliche in der Ukraine zur Verfügung gestellt. Koordiniert wird der Mitteltransfer und der Einsatz vor Ort durch das weltweit engagierte Hilfswerk "Die Sternsinger" des Kindermissionswerks.

Zahlreiche andere von Fans ausgehende Aktionen dokumentierte der Fußball-Journalist Felix Tamsut in einem Thread auf Twitter. In der nahezu allumfassenden Auflistung finden sich Vereine wie Hannover 96, FC St. Pauli, Borussia Mönchengladbach, Dynamo Dresden, Werder Bremen, Schalke 04, Hertha BSC und SC Paderborn wieder.

Leipzig hadert

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Zuletzt war der Bundesligist RB Leipzig für seine unklare Haltung in der Ukraine-Frage kritisiert worden. Nachdem der Bundesliga-Vierte in der vergangenen Woche in der Europa League Spartak Moskau zugelost bekommen hatte, sprach sich der Verein bis zuletzt ungeachtet des Krieges in der Ukraine nicht öffentlich für einen Boykott aus. "Die Geschichte zeigt, dass es [ein Boykott, Anm. d. Red.] immer die Falschen trifft, in erster Linie die Sportler und die Fans", hatte Trainer Domenico Tedesco noch am Sonntag gesagt.

Mit dem Ausschluss aller russischen Vereine schuf die UEFA dann Anfang der Woche Tatsachen. Teilnehmer und Leipzig sah sich zu Unrecht kritisiert. Auf eine eventuelle Spende für die Ukraine angesprochen, sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Mittwoch: "Die, die immer rufen, RB Leipzig soll jetzt spenden, die sollen erstmal selber anfangen zu spenden, bevor die über andere sprechen." Er ergänzte, dass jeder "erst einmal bei sich selber anfangen" solle und er es vermessen finde, "dass fremde Leute von uns fordern, was wir mit unserem Geld zu tun haben".

Quelle: ntv.de, sue/sid

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