Fußball

Für Seifert kein "Rückschlag" DFL bleibt trotz Dynamo-Quarantäne gelassen

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Das Dresdner Stadion bleibt vorerst leer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch vor dem Restart der 2. Fußball-Bundesliga ist das erste Team schon wieder raus: Dynamo Dresden darf wegen positiver Coronafälle seine ersten beiden Spiele nicht bestreiten. Die DFL kommt damit nicht aus dem Krisenmodus - Boss Seifert aber demonstriert Gelassenheit.

Der Quarantäne-Fall Dynamo Dresden bringt die ersten Pläne zum Neustart der 1. und 2. Bundesliga bereits durcheinander. Obwohl die Mannschaft des Tabellenletzten nach zwei weiteren positiven Coronavirus-Tests zwei Wochen weder spielen noch trainieren darf, sieht die Deutsche Fußball Liga den Neustart im Unterhaus aber derzeit nicht in Gefahr. "Wenn Dresden jetzt 14 Tage in die Quarantäne geht, dann ist das für den Moment noch kein Grund, die Fortführung der 2. Liga komplett infrage zu stellen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im ZDF.

"Von den 81 Spielen sind nur zwei betroffen. Klar ist, es gibt sicherlich eine Größe, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar", sagte der 51-Jährige. Eine Zahl wollte Seifert auf Nachfrage nicht nennen. Es sei auch davon abhängig, wann so etwas passieren würde. Aber: Jeder weitere positive Test könnte die Fortführung des Spielbetriebs gefährden, falls die gesamte Mannschaft anschließend in Quarantäne muss.

Die Nachricht von der häuslichen Quarantäne für die komplette Mannschaft, den Trainer- und den Betreuerstab des Tabellenletzten Dynamo Dresden erreichte Seifert am Samstagnachmittag. Das zuständige Gesundheitsamt der sächsischen Landeshauptstadt verordnete die Komplett-Quarantäne, nachdem die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski seit Donnerstag erst wieder im Teamtraining gewesen war und zwei Einheiten "unter Vollkontakt" absolviert hatte.

Damit ging das Amt noch einen Schritt weiter als in der Vorwoche, als ein erster positiv getesteter Spieler von Dynamo einzeln isoliert worden war. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dynamo noch mit eingeschränktem Kontakt trainiert.

Andere Ämter könnten genauso entscheiden

Das Konzept zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs, die in einer Woche erfolgen soll, sah nur eine Quarantäne für den positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Spieler vor. Seifert bekräftige im ZDF, dass man immer betont habe, dass die Gesundheitsämter vor Ort entscheiden würden. Wenn andere Ämter ebenso entscheiden würden wie die Dresdner, dann sei das eben so, sagte Seifert. Für die Dynamo-Spieler, Trainer und Betreuer war es bereits die dritte Testreihe.

Namen der positiv getesteten Spieler nannte der Verein mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. Die beiden nun infizierten Profis seien in den vergangenen Tagen medizinisch unauffällig gewesen und gegenwärtig weiterhin symptomfrei.

"Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen", betonte Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge. "Wir stehen im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und der DFL, um alle weiteren Schritte abzustimmen."

"Interpretiere das nicht als Rückschlag"

Die Partie der Dresdner am 17. Mai bei Hannover 96 kann zunächst nicht stattfinden, ebenso das Heimspiel am darauffolgenden Wochenende gegen die SpVgg Greuther Fürth. Die Diskussionen um mögliche Wettbewerbsnachteile durch die häusliche Quarantäne während die Rivalen spielen und trainieren, dürfte nun auch noch mal richtig befeuert werden.

Seifert kündigte im ZDF Gespräche mit allen Zweitligisten in der kommenden Woche an. "Wir ändern momentan nicht das Ziel, sondern nur die Pläne", sagte der DFL-Boss, den ein solches Szenario auch nicht überraschte: "Ich interpretiere das nicht als Rückschlag. Es war völlig klar, dass das passieren konnte."

Ziel sei es ungeachtet der neuesten Entwicklungen, die Saison bis zum 30. Juni zu Ende zu spielen. "Es laufen dann viele Spielerverträge aus, daher wollen wir bis dahin so viele Spiele wie möglich absolvieren", sagte er. Noch gebe es im Spielplan Puffer, um zu reagieren, betonte Seifert. Die Relegationsspiele würden aber möglicherweise erst im Juli stattfinden.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid