Jürgen Klopp plant mitDFL will offenbar Nachwuchs-Bundesliga gründen

Der deutsche Fußball bekommt offenbar eine wegweisende Reform: Die DFL will einen regelmäßigen Spielbetrieb für den Nachwuchs einführen. Grund ist, dass zu wenige Talente den Sprung zu den Profis schaffen. Erarbeitet haben den Plan unter anderem Jürgen Klopp und Sami Khedira.
Die Deutsche Fußball-Liga plant eine neue U21-Bundesliga. So soll die mangelnde Talententwicklung vorangetrieben werden, berichtet die "Bild". Losgehen soll es für den Fußball-Nachwuchs bereits im Sommer - zur Saison 2026/27.
Demnach beantragt das DFL-Präsidium bei der kommenden Mitgliederversammlung am 3. März, eine neue Spielordnung zu verankern, die 36 Profiklubs müssen abstimmen. Zuvor hatte im Hintergrund die neue DFL-Expertengruppe getagt, die im Oktober 2025 gegründet worden war. Unter anderem gehören Weltmeister Sami Khedira und Trainer Jürgen Klopp dazu, auch DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und DFB-Sportgeschäftsführer Andreas Rettig sind vertreten. Ebenfalls beteiligt sind die Sportchefs Andreas Bornemann (FC St. Pauli), Joti Chatzialexiou (1. FC Nürnberg) und Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) sowie FC-Bayern-Nachwuchsleiter Jochen Sauer. Bei vier langen Treffen soll es darum gegangen sein, wie die Zukunft des deutschen Fußballs aussehen soll.
Hintergrund ist, dass in Deutschland im internationalen Vergleich verhältnismäßig wenige Talente den Sprung zu den Profis schaffen. Der "Bild" zufolge gehören nur neun deutsche Klubs zu den 100 produktivsten Talentschmieden Europas. Die meisten Spielminuten in der Bundesliga entfallen auf Spieler, die bereits älter als 23 Jahre alt sind und zudem eingekauft wurden.
Klopp plädierte bereits Ende vergangenen Jahres im "Kicker" für eine U21-Liga: "Ich bin absolut davon überzeugt, dass uns eine eigene U21-Liga helfen würde. Es geht nicht um einen Verein und darum, ob der happy ist. Es geht um die generelle Entwicklung, und irgendwas machen wir da nicht richtig, denn es kommt nicht genügend dabei raus."
Klubs dürfen entscheiden, ob sie mitmischen wollen
Die DFL will die U21-Liga nicht verpflichtend einführen, heißt es in dem Bericht. Demnach können sich die Klubs entscheiden. Gespielt werden soll offenbar in Halbserien - von August bis Dezember und von Januar bis April. Ziel ist, den Talenten mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Sie sollen damit an den Senioren-Fußball herangeführt werden. Klopps Hauptgrund ist, dass die Entwicklung bei den meisten 19-Jährigen noch nicht beendet sei und die Förderzeit deswegen erweitert werden müsse.
Jedes U21-Team soll in einer Halbserie gegen mindestens sechs unterschiedliche Gegner spielen - mehr soll möglich sein. Die Halbserien werden getrennt voneinander gewertet, im Mai soll dann ein Final-Four-Turnier der Besten stattfinden. Damit es nicht zu überbordenden Kosten kommt, sollen die Spiele im Umkreis von maximal 250 Kilometern stattfinden, Drittspielorte kommen dabei infrage. Die Expertenrunde entschied: Auch maximal vier über 21-Jährige dürfen mitspielen, etwa, wenn es Rekonvaleszenten aus dem Profikader sind, die nach einer langen Verletzungspause herangeführt werden sollen.
Die möglichen Veränderungen in der Regionalliga sollen von der U21-Liga unabhängig behandelt werden. Die zweiten Mannschaften der Klubs sollen vorerst weiterhin nicht aus dem Ligen-System herausgelöst werden. Diskutiert wird beim DFB die Staffel-Aufteilung der Regionalliga, weil bislang nicht jeder Meister in die 3. Liga aufsteigen kann.