Fußball

Lob trotz Herthas kurzem "Chaos" Dardai erklärt Zoff mit "respektlosem" Profi

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Für Dardai zählt im Abstiegskampf nur "pure Arbeit und Mentalität".

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild POOL)

Lange spielt Hertha BSC gegen Gladbach in Überzahl, gerät aber zwischenzeitlich sogar in Rückstand. Am Ende steht ein Remis, das sich für den Berliner Fußball-Bundesligisten wie eine Niederlage anfühlt. Auch, weil Trainer Pal Dardai mehr mit Mentalitätsfragen beschäftigt ist.

Als unermüdlicher Arbeiter und Anführer verkörperte Pal Dardai zu Profizeiten genau das, was Hertha BSC in dieser Saison so oft fehlte. Und als der Trainer der Berliner am Samstag beim 2:2 (1:2) gegen Borussia Mönchengladbach Santiago Ascacibar nach dessen Auswechslung sauer vom Platz schlurfen sah, brodelte es in ihm. "Das finde ich nicht okay. Wenn einer runterkommt und so ein Gesicht zieht, das ist respektlos. Nicht gegenüber dem Trainer, sondern gegenüber der Mannschaft", sagte der 45-Jährige während einer Medienrunde.

Die Hertha braucht im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga mehr Dardais. Durch den Punktgewinn verhinderte der Hauptstadtklub zwar, am Ende des Spieltages auf den Relegationsplatz 16 abzurutschen. Bei gut 75 Minuten in Überzahl und eigener Führung - durch Ascacibar (23.) - hätte aber mehr drin sein müssen. "Ich glaube, jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, dass wir heute einen Sieg gebraucht hätten", sagte Kapitän Niklas Stark bei Sky.

Dardai lobte seine Mannschaft, die mit 24 Torschüssen so viele wie lange nicht mehr abgab, für den guten Fußball insbesondere in der zweiten Halbzeit, für den aber eine Kabinenansprache notwendig gewesen war. Nach der frühen Roten Karte gegen den Gladbacher Torwart Yann Sommer (13.) seien seine Profis mit der neuen Situation nicht gut klargekommen. "Egal, was man da reingerufen hat, das haben sie nicht kapiert."

"Fühlt sich wie Niederlage an"

Die Berliner verloren Tempo und Struktur, Dardai beschrieb das mit "Nervösitat" und "20 Minuten Chaos". In dieser Phase fielen beide Gegentore durch Alassane Plea (27.) und Lars Stindl (38./Foulelfmeter). Nach dem Wechsel stand die Hertha deutlich besser. "Der Wille war da, die Mentalität", sagte Dardai. Jhon Cordoba (49.) traf zum Endstand, trotz der vielen Versuche fiel das dritte Hertha-Tor aber nicht mehr. "Heute fühlt sich der eine Punkt wie eine Niederlage an", sagte der für Ascacibar eingewechselte Sami Khedira, den Dardai für dessen Einstellung und Mentalität sehr schätzt.

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Der Wechsel in der 57. Minute hatte dennoch eher taktische Gründe. Khedira sei kopfballstärker, sagte Dardai. Ascacibar schien das nicht zu verstehen. "Bei unseren Spielern muss man es einigen erklären, wenn sie ausgewechselt werden, weil sich jeder sehr wichtig findet", sagte Dardai. Schon unmittelbar nach dem Abpfiff hatte der Hertha-Coach kurz mit Ascacibar diskutiert, den genauen Inhalt des Gesprächs gab Dardai nicht preis. "Wunderbar, dass er ein Tor gemacht hat - aber soll ich mich bedanken bei ihm, oder was soll ich machen? Das ist eine Mannschaft", sagte Dardai, der noch weitere Gespräche mit dem Argentinier suchen will.

Am kommenden Sonntag steht das wieder einmal wegweisende Spiel beim direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 an. "Das wird bestimmt weh tun, das wird nicht schön sein, dieses Spiel", sagte Dardai. Im Abstiegskampf sei "pure Arbeit und Mentalität" gefragt, äußerte der Coach zudem grundsätzlich. "Egoistisches Verhalten" passe da nicht rein. Nur wenn jeder für den anderen spiele, könne sich der Klub in der Liga halten. "Wenn du das nicht machst, dann wird es das böse Ende sein", sagte Dardai.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/sid

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