Fußball

Klopps Reds haben keinen Druck Das Problem mit Philippe Coutinho

imago27994317h.jpg

Ob Philippe Coutinho tatsächlich zum FC Liverpool zurückkehrt? Eher fraglich.

(Foto: imago/Uk Sports Pics Ltd)

Champions-Leaguer-Sieger und englischer Vizemeister: Nach einer fantastischen Saison greift der FC Liverpool wieder an - ohne namhafte Abgänge und ohne Druck nach Verstärkungen. Ein Ex-Star der "Reds" wird dennoch als Zugang gehandelt, gute Argumente hat der aber nicht.

Harte Arbeit im Hochsommer: Bei Temperaturen um 36 Grad bereitet sich der FC Liverpool, das Team von Coach Jürgen Klopp, auf die neue Spielzeit in der Premier League vor - und plant den nächsten Angriff auf den englischen Fußballmeister Manchester City. "Ich freue mich auf die neue Saison, das wird wieder sehr spannend", sagte Klopp in Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana, wo sich die Reds gerade aufhalten.

Bis zum Start ist aber noch einiges zu tun, eher auf dem Trainingsplatz als auf dem Transfermarkt. Dort will Liverpool in diesem Sommer etwas zurückhaltender agieren als in den Vorjahren. "Wir gucken mal, was kommt", sagte Klopp, der mit dem bestehenden Team "sehr zufrieden" ist. "Wir müssen mal sehen, ob wir vielleicht auf der einen oder anderen Position was machen. Aber es gibt keinen Druck, weil wir niemanden verpflichten müssen."

Britische Medien spekulierten zuletzt, die Reds könnten sich beim FC Barcelona bedienen. Eine Rückkehr von Philippe Coutinho wurde gehandelt. Sein Agent Kia Joorabchian deutete entsprechend an, Coutinho könne sich eine Rückkehr nach Anfield vorstellen. Der Brasilianer könnte einer der krachenden "Domino-Steine" sein, die beim FC Barcelona nach dem Transfer von Weltmeister Antoine Griezmann und der erwarteten Verpflichtung von Superstar Neymar fallen.

"Er verdient keine zweite Chance"

imago41165525h.jpg

Jürgen Klopp sagt: "Wir müssen mal sehen, ob wir vielleicht auf der einen oder anderen Position was machen. Aber es gibt keinen Druck, weil wir niemanden verpflichten müssen."

(Foto: imago images / PRiME Media Images)

Schon wird über eine zweijährige Leihe nach Liverpool mit anschließender Kaufoption über 97,5 Millionen Euro spekuliert. Im Januar 2018 war er für 145 Millionen Euro zu Barca gewechselt. Sein Berater berichtet von der "besonderen Liebe" seines Klienten zu den Reds, der offensive Mittelfeldspieler sei nach wie vor Liverpool-Fan. Das beruht aber nicht auf ungeteilter Gegenliebe. Viele Fans haben nicht vergessen, wie er seinen Abschied damals forcierte. "Er verdient keine zweite Chance", schrieb das Portal 90min. "Seine Einstellung ist nicht gut genug, seine Form ist nicht gut genug, er ist nicht gut genug." Tatsächlich konnte sich der 27-Jährige bei Barça nicht wirklich durchsetzen.

Ein weiteres Problem, das Coutinhos Agent nennt: "Es wird ein sehr schwieriger Deal, aber das gilt für alle großen Deals. Es liegt an ihnen." Es geht mal wieder ums Geld. Und das könnte aus Sicht von Liverpool-Legende Jamie Carragher der Knackpunkt sein. "Ich würde nicht alles tun, um ihn zu verpflichten", sagte er dem "Liverpool Echo", "aber wenn es die Möglichkeit gibt, ihn für faires Geld zu holen, würde ich es machen." Alternativ ist David Neres von Ajax  im Gespräch. Der Sportdirektor der Niederländer, Marc Overmars, spricht im "AD" von einem "konkreten Angebot", ohne den interessierten Klub namentlich zu nennen. Mögliche Ablöse: 39 Millionen Euro.

Als weiterer Kandidat in Liverpool gilt der frühere Dortmunder Ousmane Dembélé, der die Erwartungen bei Barça bisher aber ebenfalls nicht erfüllen konnte. Die Spanier sollen dem FC Liverpool den Franzosen sogar direkt angeboten haben. Bei einer kolportierten Ablösesumme von umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro scheint ein Wechsel aber unwahrscheinlich. "Wir haben in den letzten zwei Jahren viel in die Mannschaft investiert", stellte Klopp unabhängig von Dembélé klar. "Wir können nicht jedes Jahr so viel ausgeben." Noch ohne seine Stars Mohamed Salah, Roberto Firmino und Alisson Becker, die wegen des Afrika-Cups und der Copa América erst Ende des Monats zur Mannschaft stoßen, bestreitet Liverpool den ersten Toptest. Im Notre Dame Stadium, wo in dieser Woche extra ein Naturrasen verlegt wurde, treffen die Reds am Samstag auf Klopps Ex-Verein Borussia Dortmund.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid