Fußball

"Bewusst dazu entschlossen" Der BVB suspendiert Youngster Dembélé

Am Vormittag wird Borussia Dortmund böse überrascht. Beim Training fehlt der wechselwillige Youngster Ousmane Dembélé. Unentschuldigt und angeblich spurlos. Nun reagiert der Fußball-Bundesligist und suspendiert den Angreifer - zumindest vorläufig.

Borussia Dortmund hat seinen Spieler Ousmane Dembélé suspendiert. Der wechselwillige Angreifer fehlte am Vormittag unentschuldigt beim Training des Fußball-Bundesligisten. Wo er war oder ist? Der Klub hatte zunächst keine Ahnung. Trainer Peter Bosz sagte lediglich: "Wir haben versucht, ihn zu erreichen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert ist." Nun teilte Sportdirektor Michael Zorc mit, der 20 Jahre alte Franzose werde bis nach dem DFB-Pokalspiel am Samstag beim 1. FC Rielasingen-Arlen vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen.

"Ousmane Dembélé hat heute unentschuldigt beim BVB-Training gefehlt und sich offenbar bewusst zu diesem Schritt entschlossen. Dieses Fehlverhalten werden wir selbstverständlich sanktionieren." Die Suspendierung des Angreifers sei mit Trainer Bosz abgesprochen. Zorc sagte auch, dass sich der Spieler entgegen anderslautender Berichte nicht in Barcelona, sondern in Dortmund aufhalte. Das Supertalent wird heftig vom FC Barcelona umworben.

Dort soll Dembélé des für 222 Millionen Euro nach Paris gewechselten Brasilianers Neymar werden. Die Spanier bieten Medienberichten zufolge bis zu 120 Millionen Euro. Der BVB will Dembélé, der in der vergangenen Saison an 31 Toren der Schwarzgelben beteiligt war, offiziell nicht abgeben und verweist auf den bis 2021 laufenden Vertrag. Die "Bild"-Zeitung berichtet indes, dass der Klub die Schmerzgrenze bei 150 Millionen Euro ansetzt. So oder so wäre er damit der zweitteuerste Fußballer der Geschichte.

"Aktuell nicht überwiegend wahrscheinlich"

Ob der Transferpoker hinter seinem Verschwinden steckt? Zorcs Aussage, der Spieler habe "offenbar bewusst" das Training geschwänzt, spricht für diese Lesart. Ansonsten hält sich der BVB bedeckt. Bosz sagte lediglich: "Ich weiß es nicht, ich habe nicht mit ihm gesprochen. Wir können jetzt spekulieren, aber das möchte ich nicht. Ich muss erst einmal mit ihm sprechen." Am Mittwoch hatte Dembélé auf seinem Instagram-Account alle BVB-Bezüge gelöscht und damit die Wechselgerüchte befeuert.

Laut der französischen Sportzeitung "L'Equipe" soll er noch heute in Barcelona einen Vertrag unterschreiben. Wie die "Bild" schreibt, hat der Spieler sich mit den Katalanen auf einen Wechsel verständigt - anders als die Vereine. Am Dienstag sollen sich FCB-Generaldirektor Oscar Grau und Fußballdirektor Raul Sanllehi zu Verhandlungen mit den BVB-Bossen getroffen haben, eine Einigung gibt es jedoch nicht.

Das bekräftigte der börsennotierte Klub am Nachmittag mit einer Ad-hoc-Meldung. In der heißt es, dass der Wechsel von Dembélé "aktuell nicht überwiegend wahrscheinlich" ist. Der Verein bestätigte indes, dass es Verhandlungen mit dem FC Barcelona gegeben habe. Es sei auch ein Angebot vorgelegt worden, "welches nicht dem außerordentlichen fußballerischen und sonstigen Stellenwert des Spielers und auch nicht der derzeitigen wirtschaftlichen Marktsituation des europäischen Transfermarktes entsprach".

Quelle: ntv.de, tno/sgi/dpa