Fußball

Flick toppt sogar Guardiola Der FC Bayern lässt Uli Hoeneß groß träumen

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Sehr, sehr zufrieden.

(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Die Laune beim FC Bayern könnte derzeit nicht besser sein. Nach der perfekten Woche mit neun Punkten ist die achte Meisterschaft in Serie nur noch Formsache. Dennoch bemühen sich der Trainer und die Spieler darum, nicht nachzulassen. Ex-Präsident Uli Hoeneß sieht derweil großes heranwachsen.

Erst mal 'ne Pause. Nach der mit neun Punkten perfekt abgeschlossenen englischen Woche in der Bundesliga dürfen die Fußballer des FC Bayern zwei Tage frei machen. Das hat Hansi Flick angeordnet, unmittelbar nach dem (vor-)meisterlichen 5:0-Erfolg gegen ein völlig überfordertes Fortuna Düsseldorf am Samstagabend. "Es ist immer schwierig, nach einem Highlight wie in Dortmund (Anm. d. Red.: 1:0-Sieg am Dienstagabend) wieder hundert Prozent auf den Platz zu bringen. Ich bin sehr zufrieden", lobte der Trainer, der sich selbst ebenfalls eine Auszeit gönnen will. Wenn auch nur eine ganz kurze.

Bayern München - Fortuna Düsseldorf 5:0 (3:0)

München: Neuer - Pavard (62. Odriozola), Alaba, Hernández (46. Cuisance), Davies - Kimmich, Goretzka - Coman (62. Perisic), Müller (75. Zirkzee), Gnabry (78. Batista Meier) - Lewandowski. - Trainer: Flick
Düsseldorf: Kastenmeier - Zimmermann (67. Zimmer), Jörgensen, Hoffmann, Gießelmann - Bodzek - Skrzybski, Morales (57. Sobottka, 73. Pledl), Stöger (57. Berisha), Thommy (66. Suttner) - Karaman. - Trainer: Rösler
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Tore: 1:0 Jörgensen (15., Eigentor), 2:0 Pavard (29.), 3:0 Lewandowski (43.), 4:0 Lewandowski (50.), 5:0 Davies (52.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karte: - Karaman (4)

Denn Flick lässt nach der Corona-Zwangspause kein bisschen locker. Aber auch bei seinen Profis fürchtet er nach der nächsten beeindruckenden Fußball-Geisterstunde im ohne Fans so stillen und tristen Stadion keinen Schlendrian im Saisonfinale. "Man sieht einfach, wie ehrgeizig und wie hungrig wir sind, dass wir am Ende ganz oben stehen", sagte der als Abwehrchef erneut glänzende David Alaba. Juniorchef Joshua Kimmich will den 30. Titelgewinn nicht erst am 34. Spieltag, sondern möglichst früh im Juni eintüten. "Wir wollen die Meisterschaft so früh wie möglich entscheiden. Wir wollen es einfach nicht spannend machen."

Und so wird es auch nicht mehr kommen. Denn wer und was soll diese gierigen Bayern noch aufhalten? Zwei Zahlen belegen die aktuelle Dominanz: 86 Treffer nach 29 Runden sind unerreicht, 0,64 Gegentore pro Spiel unter Flick europaweit spitze. Und so ist es auch keine Überraschung, dass Flick mit seinem 22. Sieg im 25. Pflichtspiel nun sogar den Klub-Rekord von Starcoach Josep Guardiola übertroffen hat.

Lewandowski beseitigt Mini-Makel

Gegen Düsseldorf spielte sich der Rekordmeister phasenweise in einen aberwitzigen Rausch - und zwar mit traumhaften Toren: Robert Lewandowski leitete sein erstes (43.) mit der Hacke selbst ein, das zweite erzielte er auf eben diese Art (50.). Ein Eigentor von Mathias Jörgensen (15.), Benjamin Pavard (29.) und der erneut wie aufgedreht spielende Alphonso Davies (52.) besorgten den Rest.

Lewandowski beseitigte mit seinen Saisontreffern Nummer 28 und 29 dann auch noch einen kleinen Makel: Der Pole hat jetzt gegen alle 18 aktuellen Erstligisten getroffen. Der vielleicht entscheidende Impuls dafür kam von Flick. "Ich habe ihm gesagt, das soll er schleunigst ändern", sagte Flick, "das hat er gemacht". Auf überragende 301 Scorerpunkte in der Bundesliga kommt der Pole nun (231 Tore, 70 Vorlagen).

Für die achte Meisterschaft in Serie sind noch höchstens drei Siege aus fünf Spielen nötig, nicht nur für Bundestrainer Joachim Löw steht fest: "Die Bayern lassen sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen." Doch die Schale soll nur der Anfang sein. Ur-Bayer Bastian Schweinsteiger traut seinem Ex-Klub "alles" zu. "Auch im europäischen Vergleich ist es eine Supermannschaft", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", "sie können die Champions League gewinnen."

Das sieht Ehrenpräsident Uli Hoeneß ähnlich. "Ich glaube, dass wir an der Schwelle zu einer neuen, tollen Generation sind", sagte er im BR und schloss den umworbenen Leroy Sané (Manchester City) bereits in seine Gedanken ein: "Wir haben mit Joshua Kimmich, Niklas Süle und hoffentlich David Alaba, Thiago und auch Leroy Sané eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn alles optimal läuft, bei Bayern München gerade eine neue Ära beginnt."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid