Fußball

Eigentlich glücklich mit TuchelDer FC Bayern verunsichert Rüdiger

23.09.2021, 13:09 Uhr
4468a3589d1fc25bb59bd7221944417c
Hat eine beeindruckende Entwicklung genommen: Antonio Rüdiger. (Foto: Inquam Photos via REUTERS)

Beim FC Chelsea ist Antonio Rüdiger mittlerweile eine große Nummer. Das hat auch sehr viel mit Thomas Tuchel zu tun. Der Trainer macht die Spieler aus London besser. Auch Rüdiger fühlt sich gut wie nie. Dennoch denkt er darüber nach, den Klub im Sommer zu verlassen.

Der FC Bayern oder der FC Chelsea, die Stadt München oder die Metropole London, rot oder blau? Abwehr-Hüne Antonio Rüdiger ist mächtig ins Grübeln geraten. "Für mich", sagt der Nationalspieler, "wird das jetzt die wichtigste Entscheidung meiner Profikarriere". Persönlich, betont er, "habe ich aber mit noch keinem anderen Verein gesprochen als mit Chelsea". Das erledigen im Millionen-Business Fußball die Berater, in Rüdigers Fall: sein Halbbruder Sahr Senesie. Und der hatte dem Vernehmen nach schon Kontakt zum Rekordmeister. Dieser fahndet nach einer Alternative für Niklas Süle, dessen Vertrag wie Rüdigers im Sommer ausläuft.

"Er hat eine super Entwicklung genommen", lobt Bayern-Coach Julian Nagelsmann. Vom "Abstellgleis" sei Rüdiger zu "einem der entscheidenden Spieler" bei Chelsea gereift. Er lobte dessen "Aggressivität", ergänzte aber mit einem Schmunzeln, er habe mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic "noch nicht gesprochen. Und wenn, würde ich es nicht verraten." Der 28-Jährige passt jedenfalls perfekt ins Beuteschema. Rüdiger wäre ablösefrei zu haben, sein Gehalt liegt derzeit bei vergleichsweise bescheidenen sechs Millionen Euro. Sportlich ist er ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die einstige Abwehr-Ikone Rio Ferdinand nannte ihn unlängst den "besten Innenverteidiger" der Premier League - vor Stars wie Virgil van Dijk oder Ruben Dias.

Rüdiger, sagte Ferdinand, habe eine "riesige Wirkung" auf seine Mitspieler. Das belegen auch die Zahlen: In 32 Spielen unter Thomas Tuchel stand mit ihm 21-mal die Null, die Fans der Blues verehren Rüdiger als "Mr. clean sheet" und "Fels" in der blauen Abwehrmauer. "Ich habe mich noch nie besser gefühlt", sagt Rüdiger. Er kommt aus einem ganz tiefen Tal. Unter Frank Lampard sei die Situation "sehr frustrierend" gewesen für ihn: "Dass ich meinen Vertrag nicht verlängert habe, als ich auf der Tribüne saß, ist sicher für jeden nur logisch." Doch der Wechsel zu Tuchel hat alles verändert.

Rüdiger begeistert sich für Perfektionist Tuchel

"Es ist unglaublich, wie viele Spieler er hier noch mal auf das nächste Level gebracht hat", schwärmt Rüdiger. Wenn seine Kollegen und er auch nur fünf Prozent nachließen, greife der Perfektionist sofort hart durch, sei "manchmal stinksauer und wird dann auch mal richtig laut in der Kabine". Aber, sagt Rüdiger: "Genau das macht uns derzeit so erfolgreich." Und Lust auf mehr? Der Triumph in der Champions League an der Seite von Kai Havertz und Timo Werner, die Erfolge in Europa League, Supercup und FA Cup haben Rüdigers Gier nur noch mehr angefacht. Sein nächstes Ziel: Der Titel in der "besten Liga der Welt".

"Das wäre noch mal ein absoluter Traum", betont Rüdiger, doch er weiß: "Es war noch nie so schwierig, die Premier League zu gewinnen." Er verweist auf die starken Rivalen aus Manchester und Liverpool, die er mit Chelsea "europaweit zu den allerbesten Teams" zählt. Wenn Chelsea sich die Krone trotzdem aufsetzt - ist dann der Zeitpunkt zum Abschied da? Erste Gespräche mit den Blues vor knapp zwei Monaten brachten noch keine Einigung, Tuchel hofft inständig auf eine "Lösung". Rüdiger aber will "nichts überstürzen". Auch Real Madrid und Paris St. Germain sollen interessiert sein. Er hat die Wahl.

Quelle: ntv.de, tno/sid

Fußball-NationalmannschaftFußballFC ChelseaFC Bayern MünchenThomas Tuchel