Fußball

Hoffenheim fällt nix ein Der HSV dreht auf und verschafft sich Luft

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Tor für Hamburg: Da freut sich Jann-Fiete Arp. Getroffen aber hat der Hoffenheimer Kevin Akpoguma. Der liegt dann auch am Boden. Kleiner Trost: Es war das 1000. Eigentor in der Geschichte der Bundesliga.

(Foto: imago/Michael Schwarz)

Richtig gemütlich ist es im Tabellenkeller nicht, das wissen sie beim HSV nur zu gut. Doch nun gewinnen die Bundesliga-Fußballer von Trainer Markus Gisdol am 13. Spieltag gegen Hoffenheim - und stehen sagenhafte zwei Punkte vor dem Relegationsplatz.

Drei Tage nach dem Aus in der Europaliga hat die TSG Hoffenheim beim Hamburger SV den nächsten herben Rückschlag einstecken müssen. Mit dem 0:3 (0:1) und weiterhin 20 Punkten verpasste es das Team von Julian Nagelsmann, den Anschluss an die Top-Vier der Fußball-Bundesliga zu halten. Mit einem Eigentor von Kevin Akpoguma in der sechsten Minute leiteten die Gäste die Niederlage selbst ein. Es war der 1000. Treffer ins eigene Netz in der Liga-Historie. Filip Kostic (76.) und Gideon Jung (88.) machten den Endstand per Freistoß perfekt.

Der abstiegsgefährdete HSV behauptete mit dem dritten Saison-Heimsieg und nun 13 Zählern zumindest Tabellenplatz 15. Trainer Markus Gisdol bleibt mit dem HSV unbesiegt gegen seinen Ex-Club. Der 48-Jährige hatte seine Schützlinge trotz personeller Sorgen bestens eingestellt. Schon in der Vorsaison holten die Hanseaten vier Punkte gegen die Kraichgauer. Die Hälfte der Hoffenheimer Spieler kennt Gisdol noch aus seiner Zeit bei 1899. So pressten die Hamburger, bei denen Bobby Wood den Japaner Tatsuya Ito auf der rechten Außenbahn verdrängte und neben Jann-Fiete Arp auflief, von Beginn an.

Die Reisestrapazen aus Portugal, wo die TSG am Donnerstag mit 1:3 bei Sporting Braga verloren hatte, waren den Gästen zunächst nicht anzumerken. Nagelsmann wirbelte seine Elf durcheinander, brachte den nach Magen-Darm-Infekt genesenen Sandro Wagner, Akpoguma, Serge Gnabry und Mark Uth in der Startelf. Bereits nach drei Minuten hatte Gnabry nach Zuspiel von Steven Zuber die Führung auf dem Fuß - er verfehlte knapp.

Per Flatterball zum zweiten Tor

Der vor 46.470 Zuschauern im Volksparkstadion engagiert auftretende HSV bedrängte die TSG-Abwehr nach gutem Zuspiel von Douglas Santos, sodass Akpoguma den Ball unglücklich am eigenen Torhüter Oliver Baumann vorbeischob. Neben ihm stand auch Arp bereit, der zuvor über das Spielgerät getreten hatte. Im Gegenzug war die HSV-Abwehr zur Stelle: Erst rettete Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos, dann Keeper Christian Mathenia jeweils nach Pass des schnellen Nico Schulz. Die TSG drehte zwar über Konter auf, blieb aber ohne Torerfolg.

Der HSV kam munter aus der Halbzeitpause und hätte durch Wood (49.) erhöhen können, doch der Amerikaner traf nur den linken Pfosten. Der 17-jährige Arp (53.) scheiterte nach einem Alleingang mit einem Distanzschuss an Baumann. Der Jung-Profi eroberte danach den Ball und setzte Filip Kostic (61.) bestens über den Flügel ein - der verfehlte ebenso wie Wood (62.) freistehend aus etwa zehn Metern. Die Offensive der Norddeutschen wirbelten die Gäste-Verteidigung durcheinander, im Abschluss fehlte zunächst die Präzision. Dann traf Kostic mit einem Freistoß, bei den Baumann schlecht aussah. Der Flatterball kam direkt auf ihn zu. Den vom Ex-HSV-Profi Kerem Demirbay angetriebenen Kraichgauern fehlten mehr und mehr die Ideen. Den Schlusspunkt setzte Jung kurz vor Ende der Partie mit dem dritten Tor. Die TSG holte damit nur einen Sieg aus sieben Liga-Partien.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa