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Peinliche Pleite beim Aufsteiger Desolates Barça kassiert gnadenlose Häme

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Gebeugt ob der miserablen Leistung: Luis Suarez.

(Foto: imago images/Cordon Press/Miguelez Sports)

Der FC Barcelona steht in der spanischen Liga nur auf Platz sieben, das ist der schlechteste Saisonstart seit 25 Jahren. Selbst der zuletzt überragende Torwart Marc-André ter Stegen wackelt bedenklich. Luis Suarez macht sich bereits nachhaltige Sorgen.

Ein wirkungsloser Wundersturm, ein ratloser Trainer und gnadenlose Häme: Der ruhmreiche FC Barcelona hat mit einem 0:2 (0:1) bei Aufsteiger FC Granada einen sportlichen Offenbarungseid abgelegt - selbst der zuletzt überragende deutsche Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen wackelte. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 25 Jahren werden die Zweifel an der Klasse des renovierten Titelverteidigers immer größer.

"Das ist eine wirklich besorgniserregende Niederlage, eine die weh tut. Jetzt ist Analyse und Selbstkritik gefragt", sagte Stürmer Luis Suarez, der gerade in der ersten Halbzeit mit dem Gros seiner Kollegen, darunter vor allem Luxus-Neuzugang Antoine Griezmann, komplett unterging. Wie schon beim schmeichelhaften 0:0 bei Borussia Dortmund vier Tage zuvor in der Champions League ließen die Katalanen jede Dominanz vermissen.

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Nur zwei Siege und schon zwei Niederlagen sowie ein Remis nach fünf Spielen, Tabellenplatz sieben - derart in eine Saison gestolpert war Barça zuletzt 1994/1995, vor Einführung der Drei-Punkte-Regel. Der Trainer hieß damals Johan Cruyff, und am Ende belegte Barcelona Platz vier.

"Desaster"

"Desaster" prangte am Sonntagmorgen auf dem Titel des gefühlten Barça-Zentralorgans Sport. "El Mundo Deportivo" urteilte vernichtend: "Ein seelenloses Barça erlebt eine Katastrophe". Um die Demütigung perfekt zu machen: Am Samstagabend hatte Granada die Tabellenführung inne - und Barcelona die ligaweit meisten Gegentreffer. "Ich bin verantwortlich für diese Niederlage", stellte Trainer Alejandro Valverde klar und sich vor seine Spieler: "Diese sind natürlich die handelnden Personen, aber ich als Coach fühle mich zuständig dafür, was geschieht."

Bei beiden Gegentreffern stellten sich Barça-Akteure arg amateurhaft an. Beim 0:1 in der zweiten Spielminute ließ sich Linksverteidiger Junior Firpo von Granadas Alvaro Vadillo übertölpeln, dem 0:2 durch einen Strafstoß von Alvaro Vadillo ging ein plumpes Handspiel von Arturo Vidal voraus. Nationaltorhüter ter Stegen, in Dortmund noch der Remis-Retter, ließ sich von der Unsicherheit anstecken und in der 62. Minute eine harmlose Flanke von Carlos Neva durch die Hände gleiten. Ter Stegen bekam die Kugel im Nachfassen noch auf der Torlinie in den Griff, an den beiden Gegentreffern war er schuldlos.

"Das sorgt mich"

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Es scheint derzeit so, als sei das Wohl des FC Barcelona von Fati abhängig.

(Foto: REUTERS)

Als zur zweiten Halbzeit Lionel Messi, der nach seiner Verletzung weiterhin nicht zu Vollzeitarbeit in der Lage ist, sowie Youngster Ansu Fati ins Spiel kamen, frischten die Barça-Bemühungen auf. Doch soll nach Sommer-Zugängen für 255 Millionen Euro wirklich Wohl und Wehe des Klubs von einem 32-Jährigen und einem 16-Jährigen abhängen?

"Man kann verlieren, aber wenn man verliert, sollte man wenigsten den Sieg verdient haben. Und den hatten wir nicht verdient", sagte Valverde. Sollte philosophisch klingen, klang aber eher verzweifelt. Vor allem Barças Auswärtsbilanz ist ein einzige Zumutung. Inklusive des Spiels in Dortmund traten die Katalanen viermal auf fremdem Platz an. Die Schreckensbilanz: Ein Remis, drei Niederlagen, dreimal ohne eigenen Treffer. "Das besorgt mich", sagte Valverde: "Das kann in einem Spiel passieren. Wenn es aber in drei oder vier geschieht, zeigt das, dass wir nicht wirklich gut sind." Oder wie es Suarez ausdrückte: "Das wird eine lange und komplizierte Saison."

Quelle: n-tv.de, Christoph Leuchtenberg, sid

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