Fußball

Ausnahmen nicht nur für Spieler Deutschland macht UEFA keinen Ärger mehr

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Der europäische Fußballzirkus wird auch nach der EM-Vorrunde noch einmal Station in München machen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft gibt es zwischen der Bundesregierung und der UEFA noch wichtige Dinge zu klären: Es geht um nicht weniger als die Durchführbarkeit eines EM-Viertelfinals. Jetzt ist alles geklärt, Deutschland garantiert Privilegien. Und nicht nur für Spieler und Trainer.

Das Bundeskabinett will am Mittwoch die Details der bereits angekündigten Ausnahmen von der Corona-Quarantänepflicht für die Fußball-EM beschließen. Von dieser bis zum 28. Juli befristeten Ausnahme-Regelung für die Europameisterschaft sei jeder erfasst, der zur Teilnahme, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung internationaler Sportveranstaltungen durch das jeweilige Organisationskomitee akkreditiert worden sei, hieß es aus dem Bundesinnenministerium.

Von der Pflicht zur Anmeldung und Absonderung nach Einreise aus einem sogenannten Virusvariantengebiet sollen also nicht nur Fußballer ausgenommen sein, sondern beispielsweise auch Journalisten, die von den Spielen berichten. Auch das für solche Gebiete eigentlich verhängte Beförderungsverbot gelte für diese Fälle nicht, teilte das Ministerium mit. Es müsse jedoch rund um die Veranstaltung ein "strenges Schutz- und Hygienekonzept" eingehalten werden. Dazu zähle auch ein täglicher Corona-Test. Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte die Ausnahme-Regelung bereits in vergangene Woche angekündigt und mit der Bedeutung dieses sportlichen Großereignisses begründet.

Großbritannien gilt wegen der Verbreitung der Delta-Variante (B.1.617.2), die zuerst in Indien entdeckt worden war, als Virusvariantengebiet. Das bedeutet, dass von dort derzeit nur noch deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz in Deutschland in die Bundesrepublik einreisen dürfen. Alle müssen für 14 Tage in Quarantäne, auch wenn vor Ablauf dieser Frist ein negativer Corona-Test vorliegt. Probleme hätte dies etwa nicht nur für deutsche Nationalspieler verursachen, die bei einem englischen Klub unter Vertrag sind, sondern auch wenn eine Mannschaft in London gespielt hat und danach zum Viertelfinale nach München reisen muss. Dem Vernehmen nach soll der Entwurf für die geänderte Corona-Einreiseverordnung auch Ausnahmen für Besuche von Diplomaten enthalten. Auch hier sollen engmaschige Tests vorgeschrieben sein.

Im Falle einer Corona-Infektion eines Spielers gelten laut Turnierdirektor Martin Kallen nur in Schottland andere Regeln als an den weiteren zehn Spielorten der EM, die am Freitag beginnt. Normalerweise gehe der betroffene Spieler in Isolation, die anderen könnten bei einem negativen Ergebnis weiter trainieren. Wenn ein Spieler oder Begleiter hingegen in Schottland positiv getestet wird, muss sich die ganze Mannschaft in Quarantäne begeben - selbst wenn alle anderen negativ getestet werden.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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