Fußball

Goretzka wird angefeindet "Die AfD ist eine Schande für Deutschland"

imago0049241690h.jpg

Goretzka versteckt seine Meinung und Haltung nicht.

(Foto: imago images/Eibner)

Leon Goretzka setzt seine Bekanntheit auch dafür ein, sich gegen Rechtspopulisten und Rechtsextreme zu engagieren. Das führt zu Anfeindungen aus deren Reihen, bestärkt den Fußball-Nationalspieler allerdings nur noch mehr. Er sieht sich in der Tradition eines Fritz Walter.

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka wurde wegen seines politischen Engagements nach eigenen Worten von Anhängern der AfD angefeindet. "Ja, wurde ich. Das habe ich auch zum Teil öffentlich gemacht, um den Menschen zu zeigen: Stopp, hier gibt es Contra", sagte der 25-Jährige vom FC Bayern München der "Welt am Sonntag".

"Aber es gab vor allem viel mehr Zuspruch. Gegen diese Widerstände muss man ankämpfen, um etwas zu verbessern. Wir müssen den Leuten klar vor Augen führen, dass wir in einer Demokratie leben, die durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden kann. Hasskommentare bringen mich eher dazu, mich noch klarer zu positionieren."

Der Triple-Gewinner bekräftigte, dass er die rechtspopulistische Partei für unwählbar halte: "Wenn eine Partei von Holocaust-Relativierern und Corona-Leugnern unterstützt und geführt wird - siehe das 'Fliegenschiss der Geschichte'-Zitat von Alexander Gauland - dann demaskiert sie sich selbst." Schon im Frühjahr hatte er betont, er sehe die AfD-Erfolge mit "Sorge" und versucht, seine Profikollegen in die Pflicht zu nehmen: "Fritz Walter hat mal gesagt, dass alle Nationalspieler Außenminister in kurzen Hosen sind. Den Spruch finde ich sehr gut. Wir Spieler sollten die große Aufmerksamkeit, die wir bekommen, nutzen, um für solche Themen zu sensibilisieren."

"Keine Alternative"

Seine eigene Haltung zu den Rechtspopulisten hat sich seitdem nicht verändert: "Speziell durch die Corona-Krise wurde noch offensichtlicher, welche Partei das ist: Für mich ist es keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland", sagte Goretzka, der sich in diesem Jahr mit der Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer getroffen hatte.

"Trotz all des Leids, das sie erfahren hat, ist sie so ein positiver Mensch geblieben. Sie sagt, dass sie Menschen liebt", berichtete der Nationalspieler über seine Begegnung mit der 99-Jährigen. "Das ist nach dem, was Frau Friedländer durchlebt hat, eigentlich unvorstellbar. Sie hatte sogar ihren Judenstern mitgebracht. Das sind Momente, da erstarrst du förmlich." Sie habe ihm auf den Weg gegeben, "dass wir diejenigen sein müssen, die dafür Sorge tragen, damit so etwas nie wieder vorkommt. Das ist ihre Mission, darum kämpft sie jeden Tag."

Der Mittelfeldspieler hat sich zuletzt häufiger in diese Richtung geäußert. Das sei wichtig, damit sich die deutsche Geschichte nicht wiederholt, appellierte er vor einigen Monaten: "Der Besuch eines Konzentrationslagers sollte für jeden eine Pflichtveranstaltung sein." Goretzka selbst etwa besuchte im Frühjahr die Gedenkstätte Dachau vor den Toren Münchens.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa