Fußball

CL-Comeback gegen den FC Arsenal Dortmund ist zurück im Paradies

Das Warten hat ein Ende: Nach acht Jahren kehrt Borussia Dortmund gegen den englischen Spitzenklub FC Arsenal in die Champions League zurück. Der Bundesliga-Fehlstart dämpft die Euphorie kaum, Ur-Borusse Kevin Großkreutz schwärmt: "Das wird so geil." Zumal Gäste-Coach Arsene Wenger eine "offensive und attraktive Partie" verspricht.

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Hoffnungsträger beim BVB: Jungstar Mario Götze soll die Offensive gegen den FC Arsenal beleben.

(Foto: AP)

Mario Götze war gerade zehn Jahre alt und kickte noch in der E-Jugend von Borussia Dortmund, als der BVB das letzte Mal in der Champions League startete. Inzwischen ist Götze 19, Nationalspieler, wird mit Superlativen überschüttet, steht auf der Wunschliste großer Klubs – und war in der vergangenen Saison entscheidend daran beteiligt, dass Borussia Dortmund nach einer Ewigkeit zurückkehrt auf die große Bühne Champions League.

Gut acht Jahre nach der Vertreibung aus dem Paradies mit anschließender Fast-Insolvenz feiert der frühere Stammgast sein Comeback in der "Königsklasse". Gegner um 20.45 Uhr (im n-tv.de Liveticker) ist der FC Arsenal. "Für mich geht nach der Meisterschaft der nächste Lebenstraum in Erfüllung. Das wird so geil", schwärmt Mittelfeldspieler und Ur-Borusse Kevin Großkreutz in der "Bild am Sonntag": "Allein bei dem Gedanken an unser erstes Heimspiel in der Gruppenphase könnte ich schon ausflippen vor Freude."

Der 23-Jährige steht wie fast alle Borussen vor seinem Debüt in der Champions League. Lediglich Torhüter Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl waren schon dabei, als sich der deutsche Meister am 18. März 2003 mit einem 1:0 in der damaligen Zwischenrunde beim AC Mailand vorerst aus Europas Beletage verabschiedete. Nur 32 Einsätze in der Königsklasse stehen für die Profis im Dortmunder Kader in der Statistik, immerhin 479 für die der "Gunners" aus London.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der an der Wiedergeburt des BVB entscheidend beteiligt war, sieht dennoch eine große Chance, die Gruppenphase mit den Duellen gegen Olympique Marseille, Olympiakos Piräus und eben Arsenal zu überstehen und weitere Einnahmen über die bereits garantierten 20 Millionen Euro aus den Gruppenspielen hinaus zu kassieren. Dazu soll mit einem Sieg über den 13-maligen englischen Meister der Grundstein gelegt werden.

Schön spielen - und weiterkommen

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BVB-Coach Jürgen Klopp mit seinem Kapitän Sebastian Kehl. Der Mittelfeldspieler ist nur einer von zwei BVB-Profis mit Champions-League-Erfahrung.

(Foto: dpa)

Vier Monate nach der rauschenden Titelparty wollen die Himmelsstürmer der vergangenen Saison den nächsten Beweis für gewachsene Reife antreten. Anders als im Vorjahr, als sie in der Europa League zwar glänzend aufspielten, aber in der Gruppenphase ausschieden, soll diesmal weniger Lehrgeld gezahlt werden. "Wir sind den Aufgaben in der Champions League gewachsen und werden alles geben", sagt Keeper Weidenfeller. Die fehlende Erfahrung seiner Profis hält Trainer Jürgen Klopp nicht für einen großen Nachteil: "Respekt hat nichts damit zu tun, trotzdem frech zu sein."

Schwerer wiegt, dass der Borussia ausgerechnet vor dem Start in der "Königsklasse" die Spielfreude aus der brillanten Meistersaison abhanden gekommen ist. Mit einer ähnlich schwachen Leistung wie beim 1:2 gegen Aufsteiger Hertha BSC Berlin droht ein Fehlstart. Klopp hofft auf eine Trotzreaktion seiner Mannschaft: "Auf dieses Spiel freuen wir uns schon lange riesig. Hoffentlich geben wir das am Dienstag zu erkennen. Wir wollen es genießen und uns nicht mit Lasten aus der Bundesliga abschleppen."

Götzes Ideen werden gebraucht

Der in der Bundesliga gesperrte Edeltechniker Götze soll helfen, das gegen Hertha einfallslose Angriffsspiel der Dortmunder zu beleben. Nach einem angeblichen 40-Millionen-Euro-Angebot der "Gunners" steht der Jungstar im Mittelpunkt. Zudem hoffen die Dortmunder auf einen Gegner, der weniger defensiv auftritt als die bisherigen Bundesliga-Konkurrenten.

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Geschockt nach der Auslosung: Arsenal-Coach Arsene Wenger.

(Foto: AP)

Die Angst vor Mauerfußball ist unbegründet. Wie Klopps BVB steht auch Arsene Wengers FC Arsenal für offensiven Tempofußball. Entsprechend groß ist der Respekt vor den Dortmundern. "Ich war geschockt über das Los", bekannte Wenger kürzlich und machte Hoffnung auf ein Spektakel: "Der BVB spielt nach vorn - genau wie Arsenal. Das wird eine offensive und attraktive Partie."

Es wird aber auch das Duell zweier Liga-Fehlstarter. Wie Dortmund kommt der FC Arsenal noch nicht in Schwung und auf Platz 11 ebenfalls im Tabellenmittelfeld. Besonders hart traf die Londoner das historische 2:8 gegen Manchester United. Anschließend sah sich Trainer Arsène Wenger, der in Dortmund wegen einer Sperre nur auf der Tribüne sitzt, zur Verstärkung des durch die Abgänge von Cesc Fabregas (FC Barcelona) und Samir Nasri (Manchester City) geschwächten Kaders genötigt.

Stabilisator Mertesacker

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Per Mertesacker mit seinem neuen Mitspieler Andrej Arschawin.

(Foto: REUTERS)

Der in aller Eile verpflichtete deutsche Nationalspieler Per Mertesacker verhalf der löchrigen Abwehr beim ersten Saisonsieg (1:0) in der Premier League am Wochenende gegen Aufsteiger Swansea City zu mehr Stabilität. Mertesacker wird auch in Dortmund dabei sein. Der walische Mittelfeldspieler Aaron Ramsey meldete sich hingegen mit einer Sprunggelenkverletzung ab - ein weiterer personeller Nackenschlag für Wenger.

Sein letztes Champions-League-Duell mit Arsenal gewann der BVB übrigens. Am 30. Oktober 2002 siegte Dortmund gegen die "Gunners" mit 2:1. Siegtorschütze war Tomas Rosicky, der die Westfalen 2006 für eine Ablösesumme von 9,5 Millionen Euro in Richtung Arsenal verließ. Der Wunsch von Rosicky auf eine Reise in die eigene Vergangenheit bleibt jedoch unerfüllt. Wegen einer Knieverletzung wird er in Dortmund fehlen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Götze, Kagawa, Perisic - Lewandowski. - Trainer: Klopp

Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Arteta, Benayoun, Frimpong, Arschawin - Walcott, van Persie. - Teammanager: Wenger

Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien)

Quelle: ntv.de, cwo/dpa/sid