Fußball

Grünes Licht, Guardiola, Everton Drei Schritte fehlen Klopp zur Krönung

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Mit dem Meistertitel würde Klopp in Liverpool endgültig zur Klublegende aufsteigen.

(Foto: imago images/Sportimage)

Wenn alles optimal läuft für Jürgen Klopp, feiert er im ersten Spiel nach der Corona-Pause die englische Meisterschaft. Für den FC Liverpool wäre es der erste Premier-League-Titel. Und das auch noch im Merseyside-Derby gegen den FC Everton. Doch bis dahin gilt es mehrere Hürden zu überwinden.

Mit wehenden Haaren, struppigem Vollbart und breitem Grinsen verfolgte Jürgen Klopp das erste Vollkontakt-Training seines FC Liverpool nach elf Wochen Corona-Zwangspause, als ihn die gute Nachricht aus London erreichte. In drei Wochen geht die Titeljagd endlich weiter, ausgerechnet im Merseyside-Derby beim FC Everton könnte der Teammanager mit den Reds die erste Meisterschaft seit 30 Jahren feiern, es wäre der erste Triumph in der 1992 gestarteten Premier League. "Ziemlich seltsam", wie Kapitän Jordan Henderson meinte, wird der Titelgewinn aber nicht nur, weil er "die Trophäe ohne Fans" erhalten wird. Wahrscheinlich wird der Silberpott mit Goldkrone gar nicht in Liverpool überreicht, denn das Derby soll wie andere "Risikospiele" und möglicherweise auch die verbleibenden Reds-Heimspiele auf neutralem Platz ausgetragen werden, wenn die Polizei das fordert.

Die Angst vor Fan-Ansammlungen vor dem Stadion ist groß, Großbritannien ist mit täglich fast 3000 Neuansteckungen und insgesamt fast 40.000 Toten noch immer Europas Corona-Hotspot. Anders als in Deutschland wurden die Beschränkungen noch nicht entscheidend gelockert. Zum Friseur darf Klopp wohl erst nach der Meisterfeier, denn erst für Juli hat Premierminister Boris Johnson die Öffnung angekündigt. Seit dem Lockdown im März sind Haare und Bart ganz offensichtlich nicht professionell bearbeitet worden.

Davon können sich beim Restart alle Fans am Fernseher ein Bild machen, denn das Merseyside-Derby am 20. oder 21. Juni ist eines von 25 Spielen, das Sky Sports im Free-TV zeigt. Auch die BBC strahlt erstmals seit 1988 wieder Live-Fußball aus der englischen Topliga aus.

Spielergewerkschaft warnt

Den Anfang macht am 17. Juni Titelverteidiger Manchester City mit seinem Nachholspiel gegen den FC Arsenal. Bei einer Niederlage des Teams von Pep Guardiola würde den mit 25 Punkten Vorsprung führenden Reds ein Sieg gegen Everton bereits den Titel bescheren. Allerdings fehlt der Premier League noch das Grüne Licht der Politik, strikte Hygieneregeln müssen beachtet werden, wie in der Bundesliga sollen die Spieler regelmäßig getestet werden. Zwölf positive Fälle sind nach drei Runden der Massentests bislang aufgetreten.

In Italien, zu Beginn der Pandemie besonders betroffen, hat die Regierung dem Restart bereits zugestimmt, am 20. Juni soll der Ball in der Serie A wieder rollen. "Endlich wird wieder gespielt", titelte die "Gazzetta dello Sport" und schrieb von einem "wichtigen Schritt zurück zur Normalität". Während in England noch 92 Spiele ausstehen, sollen in Italien 127 Partien in 50 Tagen durchgepeitscht werden. Den Anfang macht schon eine Woche früher die Coppa Italia mit den Halbfinal-Rückspielen und dem Endspiel nur vier Tage später.

Paolo Scaroni, Präsident des AC Mailand, beschwerte sich bereits über den Stress zum Wiederbeginn: "Ich finde es diskutabel, dass eine wichtige Trophäe wie der Pokal einer Mannschaft verliehen wird, die in drei Tagen zwei Spiele bestreiten muss, nachdem sie drei Monate lang nicht gespielt hat." Auch die Fußballergewerkschaft AIC warnte: "Die Verletzungsgefahr ist vorhanden", sagte AIC-Präsident Damiano Tommasi. Die Spiele sollten wegen der hohen Temperaturen möglichst abends ausgetragen werden. Die Meisterschaft muss bis zum 2. August abgeschlossen sein.

Quelle: ntv.de, Thomas Lipinski, sid

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