Fußball

Gespräche mit Zorc angekündigt Droht dem BVB der Abgang des Sportchefs?

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Watzke und Zorc wollen im "Herbst 2020" darüber sprechen, wie es weitergehen könnte.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Seit 15 Jahren bestimmen Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke bei Borussia Dortmund, wo es langgeht. Nun gibt es Berichte, dass die Macher über ihren Abschied vom Fußball-Bundesligisten nachdenken. Der Vertrag von Sportdirektor Zorc läuft noch bis Juni 2021, der von Geschäftsführer Watzke bis Ende 2022.

In dem Jahr, in dem Michael Zorc zu Borussia Dortmund kam, wurde der 1. FC Köln deutscher Meister. Das klingt nicht nur nach "lange her", das ist es auch. 1978 stieß Zorc zu den Schwarz-Gelben. Erst war er Jugendspieler, dann spielte er mehr als 450 Mal für die erste Mannschaft und nach seinem Karriereende im Sommer 1998 wechselte der nunmehr ehemalige Mittelfeldspieler ins Management des Fußball-Bundesligisten. Nun scheint es, als könnte diese Ära in knapp eineinhalb Jahren enden - wenn nämlich Zorcs Vertrag im Juni 2021 endet.

Auf Nachfrage des "Kicker" erklärte der 57 Jahre alte Sportdirektor: "Es gibt von meiner Seite noch keine finalen Überlegungen". Also darüber, ob es dann eine erneute Verlängerung geben soll oder ob er sich aus der ersten Reihe des BVB zurückzieht. Dem Magazin zufolge ist ein Ausstieg das "wahrscheinlichste Szenario". Zorc selbst zeigte sich allerdings gelassen über die Planung seiner Zukunft: "Eineinhalb Jahre von jetzt an bis zum Vertragsende sind eine lange Zeit." Zudem fühle er sich "im Moment richtig gut". Was nach dem Transfercoup, der seinem Klub mit der Verpflichtung von Sturm-Talent Erling Braut Haaland gelangt, durchaus verständlich ist.

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Als Vierter läuft der BVB derzeit seinem eigenen Anspruch hinterher.

(Foto: picture alliance/dpa)

Diese Verstärkung war allerdings auch nötig, wenn der Vizemeister an seinem Ziel festhalten möchte. Das lautete vor Saisonstart: Um die Meisterschaft mitspielen. Allerdings ging der BVB nur als Tabellenvierter in die Winterpause; drei Punkte hinter dem FC Bayern, fünf hinter der Borussia aus Mönchengladbach und sieben hinter RB Leipzig. Gegen das ambitionierte Projekt des österreichischen Brause-Herstellers vergab der BVB beim 3:3 einen Sieg, beim 1:2 in Hoffenheim blieb Dortmund zum Hinrunden-Abschluss trotz Führung ohne Punkte. Ein Ärgernis für Zorc: "Über diese beiden Spiele ärgere ich mich noch immer maßlos. Wenn wir sie gewonnen hätten, wären wir jetzt Zweiter und hätten die deutliche Delle aus dem Oktober und November ausgeglichen. So aber laufen wir wieder hinterher."

Ob Zorc über den Sommer 2021 hinaus die sportlichen Geschicke der Borussia leitet, ist also offen. Er werde sich "irgendwann mit Aki Watzke zusammensetzen", also mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der wiederum erklärte dem "Kicker", dass der Herbst 2020 dafür ein geeigneter Zeitpunkt sei. Seit 2005 steht Watzke an der Spitze des BVB, im selben Jahr stieg Zorc zum Sportdirektor auf. Nun könnten beide in absehbarer Zeit den Klub verlassen. Denn wie es heißt, denkt auch Watzke darüber nach, seinen im Dezember 2022 auslaufenden Kontrakt nicht zu verlängern. Bis dahin ist es allerdings noch eine Weile hin.

Quelle: ntv.de, tsi