Fußball

Streit mit Conte fasziniert alle England jubelt über Tuchels "Handschlagkrieg"

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Handschlagkrieg.

(Foto: IMAGO/Shutterstock)

Thomas Tuchel ist ein sehr guter Trainer und einer, dem die Dinge auf dem Platz manchmal entgleiten. Beim 2:2 im London-Derby gegen Tottenham eskaliert ein Handschlag zwischen dem Ex-Mainzer und seinem Spurs-Kontrahenten. Die Presse ist begeistert und auch dem Chelsea-Trainer macht es Spaß.

Thomas Tuchel hat seine wüste Auseinandersetzung mit Tottenham-Trainer Antonio Conte heruntergespielt. Die englische Presse bejubelt die Rangelei. Und Thomas Tuchel legt noch einmal gegen Schiedsrichter Anthony Taylor nach. Mit dem Selbstbewusstsein eines Uli Hoeneß fordert er, dass der 43-jährige in Zukunft keine Spiele des FC Chelsea mehr leiten sollte.

Als sich am Sonntag nach dem 2:2 zwischen Chelsea und Tottenham die beiden Trainer zum Handshake trafen, war es sowieso schon fast zu spät. In einem hitzigen Spiel eskalierten die prominenten Coachs bereits in der Schlussphase, gerieten beim Jubel Contes über den 1:1-Ausgleich schon aneinander, spielten ihr Ego-Spiel vor den Bänken und trugen so zu einer aufgeheizten Atmosphäre an der Stamford Bridge bei.

Beim obligatorischen Handschlag nach dem Abpfiff der Partie explodierten die Emotionen. Sie wollten sich überhaupt nicht loslassen, bauten sich voreinander auf, schrien sich an und mussten letztendlich voneinander getrennt werden. Schiedsrichter Taylor belohnte die Aufführung an der Seitenlinie mit der Roten Karte für Conte und Tuchel.

Englands Presse jubelt

"Keiner wurde beleidigt, wir hatten keinen Faustkampf. Das ist für mich keine große Sache, es war Teil dieses Spiels. Mir hat es Spaß gemacht, ihm glaube ich auch. Es war nichts Schlimmes", erklärte Thomas Tuchel nach dem Spiel, nachdem er zuvor schon sein Unverständnis über Conte zum Ausdruck gebracht hatte. Der habe ihn beim Handschlag nicht angeschaut.

"Sie haben hier eine Rivalität entfacht, die so heftig ist wie die der ganz Großen der Premier League", jubelte der Sportsender ESPN. "Fesselndes Spektakel endet mit Handschlagkrieg zwischen Tuchel und Conte" titelte der "Guardian" und der "Daily Mirror" freute sich ebenfalls über ein Duell an der Seitenlinie, das in die Geschichte eingehen könnte.

Eines, das in Zukunft jedoch vielleicht ohne Handschlag auskommen muss. "Er bleibt auf seiner Bank, ich bleibe auf meiner Bank - mit meinen Kollegen auf einer Seite und es gibt kein Problem", schlug Tottenham-Trainer Conte vor, der später auf Instagram noch einmal auf Tuchels langen Jubellauf nach dem zwischenzeitlichen 2:1 einging. "Zum Glück habe ich dich nicht gesehen...dir ein Bein zu stellen, wäre wohlverdient gewesen...", schrieb er und versah es mit drei lachenden Smileys.

Tuchel schimpft über Schiri Taylor

Chelsea war über die gesamte Spielzeit die deutlich bessere Mannschaft - und doch traf der englische Nationalspieler Kane in der sechsten Minute der Nachspielzeit für die Spurs zum Ausgleich. Seinen Ausgangspunkt hatte der Ärger zwischen Tuchel und Conte genommen, als der Italiener beim ersten Ausgleich lautstark in Richtung der Chelsea-Bank jubelte und damit sichtbar für Ärger bei den "Blues" sorgte.

Schon da gerieten beide Trainer heftig aneinander und mussten voneinander getrennt werden. Dem Treffer war nach Tuchels Überzeugung ein Foul am deutschen Nationalspieler Kai Havertz vorausgegangen. Als Reece James in der 77. Minute den vermeintlichen Siegtreffer für Chelsea erzielte, sprintete und hüpfte Tuchel seinerseits jubelnd die Seitenlinie entlang.

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Den größten Ärger aber hatte Tuchel nicht mit Conte, sondern mit Schiedsrichter Taylor, dem er nahelegte, nie wieder an der Stamford Bridge zu pfeifen. Der war im Laufe seiner Karriere durch mehrere kontroverse Entscheidungen ohnehin schon ein eher unbeliebter Gast in West-London. Erst in der vergangenen Saison hatte eine von Chelsea-Anhängern gestartete Online-Petition gegen ihn über 80.000 Unterschriften erreicht.

Angesprochen, ob er die gleiche Meinung wie die Fans vertrete, antwortete Tuchel mit Nachdruck, ließ aber auch den VAR nicht aus der Verantwortung. Er sagte: "Vielleicht wäre das besser. Vielleicht wäre es besser, aber wir haben auch den VAR, der uns hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Quelle: ntv.de, sue

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