Fußball

"Er hatte alles, aber ..." Ex-Fußball-Profi muss lange ins Gefängnis

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Jhon Viáfara und seine Begleiter von Interpol.

(Foto: picture alliance/dpa/Dijin)

Jhon Viáfara ist in Europa Fußballprofi in zwei der größten Ligen des Kontinents, für Kolumbien macht er 34 Länderspiele - doch irgendwann geht offenbar viel schief. Nach jahrelangen Ermittlungen ist klar: Auf die Fußballlaufbahn folgte eine kriminelle Karriere. Die endet vorläufig im Gefängnis.

Für den FC Portsmouth spielte Jhon Viáfara in der Premier League und traf einst gegen Manchester City, für Real Sociedad San Sebastian holte er sich in der Primera Division in elf Spielen zwei Rote Karten ab und die Copa Libertadores, die südamerikanische Champions League, gewann er - doch nach seinem Karriereende geriet der kolumbianische Ex-Nationalspieler aus der Spur. Oder eher auf die schiefe Bahn: In Texas wurde der 42-Jährige von einem Gericht wegen Drogenschmuggels verurteilt - und muss nun für elf Jahre ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Viáfara, sich mit Mitgliedern des Golfkartells verschworen zu haben, um Kokaintransporte zu organisieren, die Kolumbien auf Schnellbooten verließen und nach Mexiko fuhren, bevor sie schließlich in den USA landeten. Das Golfkartell ist eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Kolumbiens und vor allem im Nordwesten des Landes aktiv. Gegründet wurde es von rechtsgerichteten Paramilitärs Anfang der 2000er Jahre. Der Gruppe werden enge Kontakte zum mexikanischen Sinaloa-Kartell nachgesagt.

Gegen den ehemaligen Fußballspieler wurde drei Jahre lang ermittelt. 2019 wurde er zusammen mit vier anderen Personen in der Nähe der südlichen Stadt Cali verhaftet, nachdem er in einen Autounfall verwickelt war. Die Polizei berichtete damals, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit und unter Alkoholeinfluss gefahren sei. Im selben Jahr hatte sich der Ex-Profi der Verschwörung zum Import von fünf Kilogramm oder mehr Kokain in die Vereinigten Staaten für schuldig bekannt, im Januar 2020 wurde Viáfara von Kolumbien an die USA ausgeliefert.

"Der Angeklagte in diesem Fall hatte alles, weltweiten Ruhm, Reichtum und Ansehen - trotz alledem entschied er sich, seine Talente zu nutzen, um das Übel des Drogenhandels voranzutreiben", sagte der amtierende US-Staatsanwalt Nicholas Ganjei. "Drogenschmuggler sollten vorsichtig sein, ganz egal, wer sie sind oder wo sie leben. Die USA werden sie bestrafen, wenn sie versuchen, Drogen ins Land zu bringen." Viáfara hatte 2015 seine Profi-Laufbahn beendet.

Quelle: ntv.de, ter

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