Fußball

Coman stark, Neuer verletzt raus FC Bayern fertigt Düsseldorf lässig ab

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Thomas Müller und seine Bayern fertigten Düsseldorf ohne Probleme ab.

(Foto: imago images / mika)

Im Fernduell mit dem BVB zeigt der FC Bayern keine Nerven. In Düsseldorf, das die Münchner in der Hinrunde noch blamiert hatte, siegt der Rekordmeister deutlich und verteidigt cool Platz eins. Ein Wermutstropfen ist jedoch eine mögliche Verletzung von Stammkeeper Manuel Neuer.

Die Bayern geben sich im Titelkampf keine Blöße, bangen aber um Torhüter Manuel Neuer. "Es ist dieselbe Wade, die ihm vor zwei Wochen schon Probleme bereitet hat. Wir müssen die MRT-Untersuchung am Montag abwarten. Wenn er sich verletzt hat, würde uns das schon treffen", sagte Münchens Trainer Niko Kovac nach dem ungefährdeten 4:1 (2:0)-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf. Neuer musste nach 53 Minuten ausgewechselt werden.

Am souveränen Sieg des Rekordmeisters änderte das nichts. Der Titelverteidiger hat sich die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga zurückerobert und liegt im Meisterschaftsrennen weiter einen Punkt vor Borussia Dortmund an der Spitze - was laut Kovac auch so bleiben soll: "Den ersten Platz wollen wir jetzt nicht mehr hergeben."

Vor 53.400 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorf Arena ließen sich die seit neun Spielen unbesiegten Bayern nicht wie beim 3:3 im Hinspiel vom Aufsteiger überraschen und kamen durch die Treffer von Kingsley Coman (15./41.), Serge Gnabry (55.) und Leon Goretzka (90.+2) zum sicheren Erfolg. Düsseldorf gelang nur ein Treffer durch den verwandelten Handelfmeter Dodi Lukebakio in der 89. Minute, der erst nach Videobeweis wegen eines vermeintlichen Handspiels von Mats Hummels verhängt wurde.

"Von Anfang an da"

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Selbst zwischen den Trainingsstreithähnen Robert Lewandowski und Kingsley Coman gab es eine Umarmung.

(Foto: imago images / mika)

Angesichts des deutlichen Siegs konnten die Bayern auch über die handfeste Trainings-Rangelei zwischen Robert Lewandowski und Coman unter der Woche scherzen. Lewandowski kommentierte den Vorfall mit einem Lächeln und lobte den Franzosen: "Das zweite Tor war sehr wichtig. Es ist alles okay. Ich freue mich, dass er zwei Tore geschossen hat."

"Wir waren von Anfang an da", kommentierte Bayern-Stürmer Thomas Müller: "Wie sind gut reingekommen. Wir sind zufrieden." Den glücklichen Dortmunder Sieg am Samstag hatten die Bayern wahrgenommen. "Den Druck haben wir immer", sagte Müller dazu: "Es schadet uns auch nichts, wenn wir Druck haben." Die Düsseldorfer waren trotz der klaren Heimpleite keineswegs geknickt. "Man muss klar sagen, dass wir keine Chancen hatten", sagte Friedhelm Funkel: "Trotzdem ist es ein tolles Wochenende, denn wir haben die Klasse gehalten. Das ist ein großer Grund zu Feiern."

Coman bleibt treffsicher

Auch nach dem Trainingszoff sah Bayern-Trainer Niko Kovac keinen Grund, die Elf, die gegen Dortmund so souverän aufgetreten war, zu verändern und beließ auch die beiden Streithähne in der Startelf. Das sollte sich schnell auszahlen. Die Gäste machten gleich dort weiter, wo sie gegen den BVB aufgehört hatten und setzten die Düsseldorf von Beginn an unter Druck.

Bereits in der 6. Minute hatten die Gastgeber Glück, als Coman nach einer Hereingabe von Serge Gnabry nur den Pfosten traf. Kurz darauf verfehlte eine Kopfball von Thiago das Tor. Nach einer Viertelstunde machte es Coman besser, seine Hereingabe verpasste Thomas Müller zwar, aber der Ball landete dennoch zum 1:0 im Netz. Vor der Pause hatte der junge Franzose eine weitere Chance, scheiterte aber zunächst an Fortuna-Keeper Michael Rensing (39.). Zwei Minuten später verwandelte Coman eine Vorlage von Joshua Kimmich zum 2:0.

Bayern dominiert, Fortuna mit Nadelstichen

Bei den Düsseldorfer wurden zwei Dinge ohnehin schon am Tag zuvor entschieden. Zum einen ist der Klassenverbleib durch die Niederlage des VfB Stuttgart endgültig gesichert. Zum anderen wurde bekannt, dass sich der Verein vom Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer trotz Vertrages bis 2021 am Saisonende trennen und sich auf der Führungsebene neu aufstellen will. Trotz dieser Unruhe und vieler Personalsorgen schickte Trainer Friedhelm Funkel wieder eine engagierte Elf ins Rennen, die aber wenig Möglichkeiten in der Offensive hatte und dem Titelfavoriten nur begrenzte Möglichkeiten entgegenzusetzen hatte.

Dawid Kownacki kam in der 26. Minute zu einer Gelegenheit, schoss aber über das Tor. Dodi Lukebakio, Dreifach-Torschütze im Hinspiel, kam erst in der Schlussphase ins Spiel. Immerhin gelang ihm per Elfmeter noch der Ehrentreffer, ehe Goretzka den Endstand erzielte. Die Bayern beherrschten das Spiel, hatten durch Thiago eine weitere gute Möglichkeit, ehe Gnabry aus kurzer Distanz das 3:0 gelang.

Wieder Sorgen um verletzten Neuer

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Manuel Neuer verletzte sich in der 52. Minute ohne Gegnereinwirkung.

(Foto: REUTERS)

Zuvor hatte sich Torhüter Neuer ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzt und musste ausgewechselt werden, für ihn rückte Sven Ulreich zwischen die Pfosten. Um welche Blessur es sich handelt, blieb zunächst offen. Neuer hatte sich bei einem Ausfallschritt verletzt und humpelte danach mit gesenktem Kopf vom Feld. In der Rückrunde der Fußball-Bundesliga hatte Neuer schon zwei Spiele wegen einer Daumenverletzung und eines wegen Wadenproblemen verpasst. In der vergangenen Saison kam er wegen eines Mittelfußbruches nur auf drei Liga-Einsätze.

Neuer konnte nach seiner Verletzung auch am Abend nicht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen entgegennehmen. Diesen wollte ihm NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in der Düsseldorfer Staatskanzlei "für seinen vorbildlichen sozialen Einsatz" überreichen. Der in Gelsenkirchen geborene Weltmeister von 2014 engagiert sich seit Jahren für soziale Projekte im Ruhrgebiet.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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