Fußball

Trainer Kovac konsterniert FC Bayern hadert mit dilettantischen Fehlern

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"Wir erklären und predigen es im Training immer wieder": Niko Kovac.

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Der FC Bayern nutzt die Gunst der Stunde und die Dortmunder Schwäche, verkürzt den Rückstand auf den Tabellenführer und bringt sich vor dem Champions-League-Gipfel beim FC Liverpool ein wenig Stimmung. Richtig zufrieden sind die Münchner aber nicht. Aus gutem Grund.

Mit einem Fanschal in der Hand und einem Lächeln im Gesicht verließ Uli Hoeneß das Stadion in Fröttmaning. "Das war ein schönes Wochenende für uns", sagte der Präsident der Münchner auf seinem Weg zum Auto. Serge Gnabry sprach gar von einer "super Woche für den FC Bayern". Es war jedoch nur die halbe Wahrheit nach dem souveränen 3:1 (2:1) gegen einen harmlosen FC Schalke 04 an diesem 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

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"Das zieht sich durch die ganze Saison": Joshua Kimmich.

(Foto: imago/Avanti)

Zwar nutzten die Bayern bei ihrer Aufholjagd den Ausrutscher von Borussia Dortmund diesmal eiskalt aus und verringerten den Abstand auf den Tabellenführer auf fünf Punkte, was Joshua Kimmich als "psychologisch enorm wichtig" einstufte. Doch zehn Tage vor dem Achtelfinale in der Champions League beim FC Liverpool am Dienstag, 19. Februar (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) wurden erneut einige Defensivprobleme der Bayern deutlich.

"Mein Bart wird immer grauer. Wir erklären und predigen es im Training immer wieder", sagte Trainer Niko Kovac beim Bezahlsender Sky angesichts der oft dilettantischen Fehler im Abwehrverhalten schon leicht konsterniert. Auch der deutsche Nationalspieler Kimmich war genervt. "Das zieht sich durch die ganze Saison. Wir müssen einen großen Aufwand betreiben, um ein Tor zu schießen, unsere Gegner dagegen kaum. Wir schenken zu viel her und lassen den Gegner zu Torchancen kommen, ohne dass er richtig im Spiel ist", moserte der Verteidiger, "das dürfen wir uns als FC Bayern nicht erlauben". Zumal es noch nicht gegen Starstürmer wie Mo Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané ging, sondern gegen den erst 18 Jahre alten Ahmed Kutucu.

"Wir müssen kompakter stehen"

Doch der junge Schalker hatte bei seinem Ausgleich aus dem Nichts in der 25. Minute leichtes Spiel, da die Bayern-Abwehr einmal mehr zu weit aufgerückt war und stümperhaft verteidigte. Da müsse man eben "auch mal ein taktisches Foul ziehen, wenn man den Ball nicht erobern kann", schimpfte Kovac. Weston McKennie, Jewgeni Konopljanka und Jeffrey Bruma hätten die nachlässigen Münchner bei weiteren guten Chancen noch viel empfindlicher treffen können. "Wir müssen kompakter stehen und daran arbeiten, die Fehler einzustellen", sagte deshalb David Alaba - ein Satz, der sich seit Wochen wiederholt.

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"Echter Leader": Robert Lewandowski.

(Foto: imago/Avanti)

Anders war diesmal, dass es dank eines Eigentores von Bruma (12.) und der Treffer des starken Robert Lewandowski (27.) und Gnabry (57.) zum Sieg reichte, nachdem die Bayern in der Liga bisher schon fünfmal einen Vorsprung hergeschenkt hatten. Dass Dortmund beim 3:3 gegen Hoffenheim patzte, machte die Sache für die Münchner umso schöner. Zuletzt war der Abstand mit vier Punkten am zehnten Spieltag geringer. "Das fühlt sich sehr gut an. Letzte Woche waren wir nicht da, heute waren wir da" betonte Kimmich: "Es ändert nichts daran, dass wir weiter unsere Spiele gewinnen müssen." Es seien "noch immer viele Punkte", ergänzte Lewandowski, den Sportdirektor Hasan Salihamidzic als "echten Leader" hervorhob. Der FC Bayern müsse, so der Stürmer weiter, "fokussiert bleiben". Auch Kovac warnte seine Stars mit Blick auf das mit Spannung erwartete Duell gegen Jürgen Klopps Reds an der Anfield Road vor weiteren Nachlässigkeiten in der Liga. Am kommenden Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) sagte der Münchner Trainer eindringlich, "steht erst noch das Derby beim FC Augsburg an".

Quelle: n-tv.de, Thomas Niklaus und David Ryborz, sid

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