Fußball

Déjà-vu-Doppel gegen Wolfsburg FC Bayern kultiviert den Zirkzee-Wahnsinn

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Zum zweiten Mal in Serie der Bayern-Erlöser: Joshua Zirkzee.

(Foto: dpa)

Und wieder sticht der Jung-Joker: Der personell arg dezimierte FC Bayern müht sich lange glücklos und vergeblich gegen den VfL Wolfsburg - doch dann kommt Joshua Zirkee. Wie schon gegen den SC Freiburg trifft der Youngster kurz nach seiner Einwechslung.

Kurz vor der Klärung der Zukunft von Trainer Hansi Flick hat sich der FC Bayern auch dank eines erneuten späten Treffers von Joshua Zirkzee für den Angriff auf die Meisterschaft in Stellung gebracht. Mit dem praktisch letzten Aufgebot und einiger Mühe besiegten die Münchner den VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0) und können im neuen Jahr mit aufholbarem Rückstand sowie sehr wahrscheinlich mit Flick an der Seitenlinie den achten Titel in Folge attackieren.

Die Bayern scheiterten lange neben einem Mangel an Konsequenz im Abschluss auch am glänzenden VfL-Torwart Koen Casteels, bevor der Youngster Zirkzee mit seinem Tor in der 85. Minute sowie Serge Gnabry (89.) die Münchner noch erlösten. Schon am Mittwoch hatten Zirkzee und Gnabry beim 3:1 in Freiburg spät zum Sieg getroffen. So fand eine eher unbefriedigende Bayern-Hinrunde ein versöhnliches Ende, weniger Zähler als diesmal hatten die Münchner dennoch zuletzt in der Saison 2010/11 geholt.

"Hansi muss ja auch selbst wollen"

FC Bayern - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Zirkzee (85.), 2:0 Gnabry (89.)
FC Bayern:
Neuer - Pavard, Martinez (45.+3 Boateng), Alaba, Davies - Kimmich - Gnabry (90.+1 Dajaku), Thomas Müller, Coutinho (83. Zirkzee), Perisic - Lewandowski; Trainer: Flick.
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Tisserand, Brooks, Roussillon - Guilavogui - Schlager (57. Gerhardt), Arnold - Joao Victor, Klaus (77. Weghorst), Steffen (66. Paulo Otavio); Trainer: Glasner.
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Spätestens am Sonntag wird mit der Mitteilung des FC Bayern gerechnet, dass Flick das Team nach Weihnachtspause und Jahreswechsel mindestens auch in die Rückrunde führt. "Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Wir werden uns nach dem Spiel zusammensetzen und alles in Ruhe besprechen. Hansi muss ja auch selbst wollen", hatte FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor Anpfiff bei Sky gesagt. An Flicks Bereitschaft gibt es aber keine ernsthaften Zweifel.

Nach einer Anfangsphase von überschaubarer Qualität setzte der FC Bayern in Person von Ivan Perisic (12.) den ersten Akzent. Wolfsburgs Antwort ließ nicht lange auf sich warten, als Felix Klaus (16.) an Manuel Neuer scheiterte. Insgesamt agierten die Niedersachsen aus einer guten Grundordnung und mit dem starken Casteels, der auch einen Freistoß von David Alaba (23.) gekonnt parierte.

Auch Martinez verletzt sich noch

Aber klar tonangebend waren die ersatzgeschwächten Bayern, die aufgrund der Gelbsperre von Thiago nur elf gestandene Feldspieler aufbieten konnten. Auf der Bank saßen neben Ex-Nationalspieler Jerome Boateng ausschließlich Youngster wie Joshua Zirkzee oder der Neuseeländer Sarpreet Singh. Zu allem Überfluss musste Javi Martinez kurz vor der Pause mit einer Oberschenkelverletzung für Boateng vom Platz. Wolfsburg verzichtete zunächst auf seinen besten Torschützen Wout Weghorst (sieben Treffer) und den ebenfalls angeschlagenen Daniel Ginczek.

Während der alte Präsident Uli Hoeneß das Geschehen auf der Ehrentribüne gespannt neben dem neuen Herbert Hainer verfolgte, fehlte dem Rekordmeister auf dem Rasen bei zahlreichen vielversprechenden Szenen neben der Durchschlagskraft auch ein Quäntchen Glück gegen einen seiner Lieblingsgegner. Vor dem 23. Ligaduell in München hatte der VfL noch nie drei Punkte entführt und nur zwei Unentschieden erreicht. Die Wölfe-Führung hatte dann Maximilian Arnold (42.) bei einem der wenigen gelungenen Gegenstöße auf dem Fuß. Nach dem Wechsel wurde Wolfsburg zunächst etwas mutiger, aber im Mittelpunkt stand weiterhin meist Casteels, der etwa gegen Coutinho (53.) großartig abwehrte. Gegen den Doppelschlag kurz vor Schluss konnte er aber nichts mehr machen.

Quelle: ntv.de, tno/sid