Fußball

Halbfinal-Heimpleite gegen Real FC Bayern muss mächtig um CL-Finale zittern

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Thomas Müller und seine Bayern brauchen einen Kraftakt im Rückspiel in Madrid.

(Foto: imago/Ulmer)

Dem deutschen Fußballmeister FC Bayern droht gegen Real Madrid ein bitteres Déjà-vu in der Champions League. Trotz Führung verlieren die Münchner das Halbfinal-Hinspiel im eigenen Stadion und zudem zwei wichtige Spieler. Im Rückspiel muss ein Kraftakt her.

War's das schon wieder gegen Real, FC Bayern? Auch ohne Tore von Cristiano Ronaldo droht der Titelverteidiger erneut zur Endstation der Münchner in der Champions League zu werden. Wie vor einem Jahr im Viertelfinale verlor der deutsche Fußball-Serienmeister das Hinspiel im eigenen Stadion mit 1:2 (1:1). Das Team von Trainer Jupp Heynckes müsste beim Rückspiel am 1. Mai in Madrid über sich hinauswachsen, um doch noch zum sechsten Mal ins Endspiel zu kommen.

FC Bayern - Real Madrid 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Kimmich (28.), 1:1 Marcelo (44.), 1:2 Asensio (57.)

München: Ulreich - Kimmich, Jerome Boateng (34.  Süle), Hummels, Rafinha - Martinez (75. Tolisso) - Thomas Müller,  Rodriguez - Robben (8. Thiago), Ribery - Lewandowski

Madrid: Navas - Carvajal (67. Benzema), Varane, Ramos, Marcelo -  Casemiro (83. Kovacic) - Modric, Kroos - Lucas Vazquez, Ronaldo, Isco (46. Asensio)

Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 70.000 (ausverkauft)
Torschüsse: 15:7
Ecken: 10:3
Ballbesitz: 57:43 Prozent
Zweikämpfe: 81:82

An einem bitteren Abend verloren die stürmischen Münchner Triple-Jäger vor 70.000 Zuschauern auch noch Arjen Robben und Jérôme Boateng durch Verletzungen. Für weitere Schreckmomente sorgten der Brasilianer Marcelo (44.) und Marco Asensio (57.) mit ihren Toren für Real. Die Bayern hatten durch Joshua Kimmich (28.) verdient geführt - genauso wie beim 1:2 im Heimspiel 2017. Dem folgte damals nach einem großen Kampf der dramatische 2:4-K.o. nach Verlängerung in Spanien. Im Rückspiel in der kommenden Woche dürfte es im Bernabeu knistern.

Verletzungspech bremst Bayern aus

Eine knisternde Spannung herrschte auch in der ausverkauften Münchner Arena, als Teil 1 des Gigantentreffens begann. Jupp Heynckes hatte seine Bayern in seinem letzten internationalen Heimspiel maximal offensiv aufgestellt. Entsprechend nahm die Begegnung ohne Abtasten schnell Fahrt auf, wurde aber aus Münchner Sicht schon nach knapp fünf Minuten wieder unsanft abgebremst. Arjen Robben musste nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler ganz früh ausgewechselt werden. Thiago rückte für den Niederländer ins Mittelfeld.

Die Gastgeber mussten sich durch den erzwungenen Wechsel taktisch neu aufstellen und taten sich sehr schwer, Lücken im dichten Netz von Real zu finden. Auch Thiago hatte Probleme und leistete sich einfache Ballverluste. Madrid übernahm die Kontrolle, doch nach der ersten Chance des bis dahin gut ausgeschalteten Superstars Ronaldo (27.) ging München in Führung. Der starke James spielte Kimmich frei - und der Nachfolger von Philipp Lahm narrte Madrids überraschten Keeper Keylor Navas mit einem Schuss in die kurze Ecke.

Boateng muss raus, Marcelo trifft

Bitter wurde es, als in der 34. Minute auch noch Innenverteidiger Jérôme Boateng vom Rasen musste. Der Weltmeister verletzte sich bei einem Vorstoß unglücklich und wurde durch Niklas Süle ersetzt. Trotzdem drängte München gegen das zwischenzeitlich nicht mehr ganz so gut organisierte Madrid auf den zweiten Treffer. Nachdem Franck Ribéry (34.), Mats Hummels (41.) und Thomas Müller (42.) scheiterten, erzielte jedoch Marcelo wie aus dem Nichts den Ausgleich. Zuvor hatte Javi Martínez über den Ball geschlagen und den Treffer ermöglicht. Keeper Sven Ulreich war bei dem platzierten Schuss ohne Chance.

Im 25. Europapokalduell beider Mannschaften drängte München zwar zu Beginn der zweiten Halbzeit auf die erneute Führung. Doch nach einem schlimmen Fehlpass von Rafinha im Mittelfeld drehte Real das Spiel. Der erst nach der Pause eingewechselte Marco Asensio traf nach Vorarbeit von Lucas Vazquez. Vor allem der glänzend aufgelegte Franzose Ribéry stemmte sich gegen die Niederlage. Doch bei seiner zweiten Großchance aus kurzer Distanz hielt Navas stark (59.), auch vier Minuten später blieb der Routinier glücklos.

Die Bayern hätten sich gegen die zunehmend abgeklärt auftretenden Gäste um Weltmeister Toni Kroos einen weiteren Treffer durchaus verdient gehabt und zeigten große Moral, ohne dabei jedoch spielerisch zu glänzen. Der insgesamt unauffällige Ronaldo stand bei Real nur noch einmal im Mittelpunkt, als er nach einem Handspiel ins Tor traf, die Aktion aber abgepfiffen wurde. Auf der Gegenseite konnte auch Bayerns Topstürmer Robert Lewandowski nur selten für Gefahr sorgen und tauchte lange unter. Doch kurz vor Schluss bot sich dem Polen noch eine glänzende Möglichkeit, die er jedoch nicht nutzen konnte (88.).

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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