Fußball

Souveräner Auftritt in Cottbus FC Bayern siegt glanzlos beim Viertligisten

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Renato Sanches zeigte eine couragierte Leistung.

(Foto: imago images / eu-images)

Mit 3:1 setzt sich der FC Bayern zum Abschluss der 1. DFB-Pokalrunde bei Energie Cottbus durch. Im Stadion der Freundschaft verströmt der Rekordmeister wenig Glanz und zeigt erst spät seine Klasse. Den Schlusspunkt setzt die Heimmannschaft.

Wieder spielerische Mängel und ein langes Zittern: Titelverteidiger Bayern München hat im DFB-Pokal mit mehr Mühe als gedacht die erste Hürde genommen. Der Doublesieger kam in der ersten Hauptrunde beim mutigen Viertligisten Energie Cottbus zu einem erst am Ende deutlichen 3:1 (1:0) und machte klar, wie nötig weitere Neuverpflichtungen sind.

Vor 20.602 Zuschauern im restlos ausverkauften Stadion der Freundschaft erzielten Robert Lewandowski (39.), Kingsley Coman (64.) und Leon Goretzka (85.) die Tore für den 19-maligen Pokalsieger. In der Nachspielzeit verkürzte Berkan Taz per Foulelfmeter (90.+2). Für Lewandowski war es der 34. Pokaltreffer. Damit zog der Pole in der Liste der noch aktiven Pokaltorschützen wieder mit dem führenden Peruaner Claudio Pizarro (Werder Bremen) gleich.

Energie Cottbus - FC Bayern 1:3 (0:1)

Energie Cottbus: Moser - Hasse, Gehrmann, Koch, Hoppe - Eisenhuth, Niklas Geisler (58. Raak), Felix Geisler (63. Beyazit), Brügmann - Taz, Rangelov (74. Broschinski). - Trainer: Wollitz

FC Bayern München: Neuer - Kimmich, Süle (89. Hernández), Pavard - Alaba - Tolisso, Thiago - Müller, Sanches (63. Goretzka), Coman (70. Gnabry) - Lewandowski. - Trainer: Kovac

Tore: 0:1 Lewandowski (32.), 0:2 Coman (65.), 0:3 Goretzka (85.), 1:3 Taz (90.+3)

Zuschauer: 20.602 (ausverkauft)

"Grundsätzlich war das schon okay von uns. Die erste Runde haben wir überstanden. Über das Gegentor ärgere ich mich natürlich. Das hier ist eine Fußball-Stadt. In Cottbus ist es für uns nie einfach gewesen", sagte Bayern-Schlussmann Manuel Neuer in der ARD. Sein Gegenüber Lennart Moser trauerte dagegen den verpassten Chancen hinterher: "Wenn es lange 0:0 steht, kann immer was passieren." Vier Tage vor dem Start der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr/ZDF, DAZN und im Liveticker auf n-tv.de) wirkte das Spiel der Bayern oft wenig durchdacht und zeitweise harmlos. Wie schon beim 0:2 im Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund fehlte vorne die Effizienz. Die Cottbuser Fans sangen: "Deutscher Meister - keiner weiß warum."

Boateng, Goretzka und Gnabry auf der Bank

Bayern-Trainer Niko Kovac hatte die Partie gegen den Regionalligisten äußerst ernst genommen und seine Stars nicht geschont. Vorne begann Robert Lewandowski, Thomas Müller und Kingsley Coman kamen über die Flügel. In der Zentrale verteidigte Weltmeister Benjamin Pavard neben Niklas Süle, wirkte aber sehr unsicher. Jerome Boateng, Leon Goretzka und Serge Gnabry saßen zunächst nur auf der Bank.

Der hohe Gast aus München agierte aus einem 4-1-2-3 und brauchte einige Zeit bis zur ersten Chance. Nachdem Lewandowski eine Coman-Flanke direkt verwertete, konnte Cottbus-Keeper Lennart Moser (13.) den Ball an die Latte lenken. Die Cottbuser waren sehr gut von Trainer Pele Wollitz eingestellt, warfen sich in jeden Zweikampf und spielten frech nach vorne.

Lewandowski trifft zur Führung

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Mitte der ersten Halbzeit nahm dann der Druck des 29-maligen Meisters zu. Nach einer Flanke von Joshua Kimmich scheiterte zunächst Coman, doch Lewandowski war zum 1:0 zur Stelle. Kurz vor der Pause traf Coman (39.) per Kopf nur die Latte. Im Gegenzug hatte Felix Brügmann per Drehschuss den 1:1-Ausgleich auf dem Fuß. Bayern war auch zu Beginn der zweiten Halbzeit überlegen, doch die Münchner leisteten sich immer wieder unnötige Ballverluste, sodass Cottbus kontern konnte und die Partie sogar lange offenhielt. Die Cottbuser Zuschauer witterten eine Sensation und trieben ihre Mannschaft lautstark nach vorne.

Auch wenn Rekordtransfer Lucas Hernandez nach seiner Knieverletzung in der 89. Minute sein Pflichtspiel-Debüt gab, kommt München um weitere Neuzugänge nicht herum. Schon im Anflug soll Ivan Perisic von Inter Mailand sein. Der Kroate absolvierte bereits am Montag den Medizincheck, soll zunächst ausgeliehen werden und wird Mittwoch erwartet. Ob nach der schweren Knieverletzung von Leroy Sane (Manchester City) auch Timo Werner (RB Leipzig) oder Gareth Bale (Real Madrid) kommen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Quelle: n-tv.de, tsi/sid

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