Fußball

Nach Niederlage in Hoffenheim Favre ist von "dummem" BVB-Spiel genervt

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BVB-Trainer Favre kann das Unvermögen seiner Spieler nicht fassen.

(Foto: dpa)

Gegen effiziente Hoffenheimer verschenkt Borussia Dortmund in zehn schwachen Schlussminuten den neunten Sieg in der Fußball-Bundesliga. Danach kritisiert Trainer Favre sein Team. Der verkorkste Hinrundenabschluss könnte noch ein paar weitere bittere Pointen für den BVB bereithalten.

Lucien Favre blickte bei der Pressekonferenz gequält und ungläubig ins Scheinwerferlicht. Gleich dreimal verwendete der Trainer von Borussia Dortmund nach dem verkorksten Hinrunden-Abschluss den Begriff "dumm" im Zusammenhang mit seiner Mannschaft. Kaum jemand beim BVB konnte es am Freitagabend fassen, dass am Ende eine 1:2 (1:0)-Niederlage bei der TSG Hoffenheim stand. Konsterniert verabschiedete sich der deutsche Vizemeister in die Winterpause der Fußball-Bundesliga.

TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund 1:2 (1:0)

Hoffenheim: Baumann - Hübner, Nordveidt, Grillitsch – Baumgartner (78. Kaderabek), Samassekou (46. Adamyan), Geiger (65. Locadia), Rudy, Skov - Bebou, Kramaric. Trainer: Schreuder
Dortmund: Bürki - Akanji, Hummels (46. Bruun Larsen), Zagadou - Hakimi, Weigl, Brandt, Schulz - Götze (84. Alcacer) - Hazard (46. Piszczek), Sancho. Trainer: Favre
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Tore: 0:1 Götze (17.), 1:1 Adamyan (79.), 2:1 Adamyan (87.)
Gelbe Karte: Akanji (25.)
Zuschauer: 30.150

Dass sein Team nicht das 2:0 oder 3:0 gemacht habe - "das ist dumm, muss ich sagen, das ist dumm!", schimpfte Favre im ZDF. Man könne sich kaum vorstellen, wie viele Punkte der BVB schon verloren habe - "dumm verloren". Dann monierte er, dass sein Team "falsch" spiele. "Wir schießen, statt zu flanken und das macht den Unterschied. Das sind Dummheiten manchmal", sagte der 62-Jährige. Der BVB verlor trotz Führung durch Mario Götze (17.) noch. Der eingewechselte Sargis Adamyan (79.) sowie Andrej Kramaric (87.) bestraften die Nachlässigkeit der spielerisch über weite Strecken überlegenen Gäste.

Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielabteilung, pflichtete dem Trainer allgemein bei. "Wir müssen das zweite Tor machen. Jetzt stehen wir doof da", sagte Kehl: "Wir hätten deutlich mehr aus dieser Woche rausholen können. Fünf Punkte fehlen uns. Nicht weil der Gegner so gut war, sondern weil wir es einfach selber nicht hinbekommen haben." Bereits beim 3:3 am Dienstag gegen den Titelkonkurrenten RB Leipzig hatten sich die Dortmunder über den verpassten Sieg geärgert. Welche Note er der Hinrunde geben würde? "Luft nach oben", sagte Kehl trocken.

Schmerzhafte Ausfälle

Als böse Überraschung vor Weihnachten könnten die momentan viertplatzierten Dortmunder am heutigen Samstag noch vom Revier-Rivalen FC Schalke 04 überholt werden. "Ich werde davon nicht sterben, aber es ist natürlich schwer. Jede Niederlage tut weh, gerade bei so vielen Chancen", sagte Julian Brandt im ZDF. Die Meisterschaft sei "momentan kein Thema, mit dem ich befasse".

Zudem drohen den Dortmundern einige personelle Probleme im neuen Jahr: Mats Hummels wurde nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung direkt ins Krankenhaus gebracht. Sein Arm sei "sehr geschwollen, er (Hummels) musste raus, er hatte zu viele Schmerzen", sagte Favre. Der Verteidiger hatte sich in der ersten Halbzeit am Arm verletzt, der anschließend bandagiert wurde.

Thorgan Hazard bekam nach eigenen Angaben einen Schlag auf die Wade. "Danach hatte ich Schmerzen im Knie und konnte nicht mehr laufen", sagte der belgische Nationalspieler. Wie lange beide ausfallen, ist noch unklar. Offen ist auch, wann BVB-Kapitän Marco Reus zurückkehrt. Wegen seines Muskelfaserrisses wird der Nationalspieler den Dortmundern wohl auch noch beim Rückrundenauftakt am 18. Januar beim FC Augsburg fehlen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa