Fußball

Watzke reagiert auf Kritik Fehlt dem Fußball die Demut? "Das ist Unfug"

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Laut Watzke verliert der BVB pro Heimspiel aktuell vier Millionen Euro.

(Foto: imago images/Uwe Kraft)

Hans-Joachim Watzke sieht den Fußball als "Abbild der Gesellschaft" und verhalte sich demnach in der Pandemie weder besser noch schlechter als der Durchschnitt. Er sieht Profifußballer als klassische Arbeitnehmer, die "auch ihren Beruf ausüben".

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt nicht, dass das deutsche Publikum das Interesse am Fußball verloren haben könnte. Die derzeitigen Einschaltquoten und das weiterhin große Interesse an Dauerkarten würden einer solchen Vermutung aus Sicht von Borussia Dortmund widersprechen, sagte der 61-Jährige beim "FAZ"-Kongress "Zwischen den Zeilen" in Frankfurt. Darum hofft er auch, dass der BVB in der nächsten Bundesliga-Saison wieder mit Zuschauern planen kann.

Bei jedem Heimspiel ohne Zuschauer verliere der BVB rund vier Millionen Euro. "Wenn man halbwegs den Lieferzusagen glauben kann und wenn man die Hoffnung hat, dass wir das managementmäßig hinbekommen, dann wäre es krank, nicht mit Zuschauern für die nächste Saison zu planen", sagte Watzke.

Gegen den Eindruck, der Fußball sei nicht so demütig, wie er das von sich behaupte, wehrte sich der Fußball-Funktionär. "Das ist Unfug. Der Fußball ist ein Abbild der Gesellschaft, nicht besser und nicht schlechter", sagte er. Die Wiederaufnahme des Bundesligabetriebes verglich Watzke mit "Millionen anderer Menschen, die auch ihren Beruf ausübten." Die Kritik entzündete sich jüngst etwa daran, dass Europapokalspiele aufgrund von Reiserestriktionen an neutrale Plätze verlegt wurden. So spielte etwa der Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool zweimal in Budapest gegen RB Leipzig.

Ähnlich wie Watzke äußerte sich auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Der CDU-Politiker hob die Bedeutung des Profi-Fußballs in einem Interview in der "FAZ" hervor. "Der Profifußball hat offenkundig eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft. Der Lockdown hat den Menschen vorübergehend viele Freizeitmöglichkeiten genommen. Es war für Fans wichtig, den Profifußball wenigstens noch im Wohnzimmer zu haben", sagte Schäuble.

Dies sei für die vielen hunderttausenden Amateursportler zwar kein Trost. "Umso mehr hoffe ich, dass sich die Lage spätestens mit einem breiten Impfangebot nachhaltig für alle Sportlerinnen und Sportler wieder normalisiert", sagte der 78-Jährige.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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